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Augsburg

02.05.2019

Warum 673 neue Wohnungen nicht nur Freude auslösen

Auf diesem Gelände des Dehner-Areals sollen neue Wohnungen gebaut werden.
Bild: Silvio Wyszengrad

Auf dem Dehner-Areal in Kriegshaber und im Dierig-Gelände in Pfersee werden neue Wohnungen entstehen. Nicht alle Stadträte sind deswegen begeistert. 

Unterm Strich stehen zunächst einmal 673 neue Wohnungen, die im Westen der Stadt bald gebaut werden soll. Auf dem Dehner-Areal in Kriegshaber sind es 473 Wohnungen. Auf dem nicht allzu weit entfernten Dierig-Gelände in Pfersse werden es 200 Wohnungen sein.

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Beide Bebauungspläne sind vom Stadtrat verabschiedet worden. Allerdings dreht sich der politische Streit weiter darum, welchen Anteil der soziale Wohnungsbau bei solchen Projekten spielen soll. Es geht um die einkommensorientierte Förderung von Wohnungen.

Die SPD macht einen Vorstoß

Die SPD, die in beiden Fällen zustimmte, will künftig genau auf die Zahlen schauen. „Wir werden nur noch bei einem Anteil von 30 Prozent zustimmen“, sagte Fraktionschef Florian Freund. Die Grünen verweigerten ihren Zuspruch beim Dierig-Gelände, weil nur ein Anteil von 15 Prozent gegenwärtig ausgewiesen ist.

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In der Debatte ging es vor allem darum, wann der Stadtrat eine Entscheidung treffen soll, um eine Prozentzahl der einkommensorientierten Förderung gegebenenfalls festzuschreiben. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) sagte, dass es wohl noch vor der Sommerpause zu einer Beschlussfassung kommen werde. Es gebe bislang keine Festlegung, betonte Beate Schabert-Zeidler (Pro Augsburg). Der Anteil von 30 Prozent sei keineswegs abgesegnet, auch wenn dies von der SPD bereits so bewertet werde: „Im Sozialausschuss, in dem das Thema behandelt wurde, haben wir keine Zahl festgelegt“, so Schabert-Zeidler.

Im Fall der geplanten Bebauung des Dehner-Areals an der Bürgermeister-Ackermann-Straße wurde, wie Baureferent Gerd Merkle ausführte, der Anteil von 30 Prozent sogar leicht übertroffen. Dies habe sich aus weitergehenden Vorplanungen ergeben. Von 473 Wohnungen würden nunmehr 143 als sogenannte EOF-Wohnungen (Einkommensorientierte Förderung) umgesetzt. Zum Angebot, das künftig geschaffen wird, gehören neben den Wohnungen eine Kindertagesstätte und ein großer öffentlicher Park.

Das ist auf dem Dierig-Gelände geplant

Auf dem Dierig-Areal in Pfersee-Nord können künftig bis zu 200 Wohnungen entstehen. Auf ehemaligem Fabrikareal, das heute als Gewerbehof dient, entstanden vor einigen Jahren bereits das Christian-Dierig-Haus und einige Mehrfamilienhäuser. Nun will Dierig erweitern. Einige Hallen werden deshalb abgerissen. Zudem soll ein Parkhaus für die gewerblichen Mieter des Dienstleistungszentrums entstehen. Die Dierig-Wohnungen verbleiben im Eigentum des Unternehmens. Sie werden vermietet.

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02.05.2019

Man kann nur raten schnell zu bauen, denn die Blase "Geld in Beton" wird bald platzen.

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03.05.2019

Es gibt keine Blase - die Nachfrage nach Wohnungen in Deutschland besteht ohne Obergrenze.

Es gibt nur ein durch Knappheit bedingtes Heißlaufen der Grundstücks- und Baupreise, was natürlich auch Folgen für den Bestand hat. Wobei auch im Bestand Handwerkerleistungen für Reparaturen und Modernisierungen deutlich teurer werden.

Allein aus Asylzuwanderung kommt auf Augsburg in den ersten 3 Monaten 2019 ein rechnerischer Nachfrageschub von ca. 160 neuen Menschen. Die sind natürlich nicht sofort im Wohnungsmarkt wirksam, aber da faktisch fast alle hier bleiben ist das nur eine Frage der Zeit.
(Dt. 82 Mio Einw; Augsburg 299.000; Asylzahlen http://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2019/20190410-asylgeschaeftsstatistik-maerz.html)

Das ist keine Frage von "Schuld" der Asylbewerber, sondern einfach eine normale Reaktion auf die Möglichkeit straffrei ohne Papiere ein neues Leben in einem der besten Sozialsysteme der Welt zu starten.

Wir haben das jahrelang in Schweden sehen können; dem dortigen Immobilienmarkt wurde über viele Jahre ein Abschwung vorhergesagt, der aber in der Breite nie kam.

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