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23.10.2007

Warum Kinder eine Beziehung kriseln lassen

Die Geburtenrate in Deutschland nimmt ab, die Scheidungszahlen nehmen zu, die Zahl der Singles nimmt zu, 27 Prozent der Männer planen ein Leben ohne Kind: Ernüchternde Zahlen, die Prof. Wassilios Fthenakis zu Beginn seines Vortrages im Haus St. Ulrich präsentierte.

Die Erfahrung der Beratungsstelle zeigt, dass viele Paare nach der Geburt des ersten Kindes erhebliche Konflikte in der Partnerschaft haben. Woran liegt das? Fthenakis, der über 30 Jahre Direktor des Staatsinstitutes für Frühpädagogik in München war und seit 2002 Professor für Entwicklungspsychologie und Anthropologie an der Universität in Bozen ist, nennt dafür folgende Gründe, die sich empirisch belegen lassen: Menschen leben heutzutage in einer Beziehung, um darin ein Maximum an Glück erfahren zu können. Sie möchten in einer gleichberechtigten symmetrischen Beziehung leben, in der es kein Machtgefälle gibt. Bis zu Geburt des ersten Kindes ist dies auch möglich. Frau und Mann sind berufstätig, teilen sich die Hausarbeit. Nach der Geburt kommt es zu einer Umverteilung des Einkommens und damit auch der Machtverhältnisse in der Partnerschaft. Die Kommunikation, die Gemeinsamkeiten nehmen ab, Sexualität und Zärtlichkeit nehmen ab, Auseinandersetzungen nehmen zu, insgesamt reduziert sich die Qualität der Partnerbeziehung.

Dies ist fatal, da Studien eindeutig belegen: Die Qualität der elterlichen Partnerschaft ist der Schlüssel für die weitere Entwicklung der Familie, sowohl was den Kinderwunsch wie die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung ausmacht. "Es kommt auf die Qualität an", betont Prof. Fthenakis. Die Qualität der Paarbeziehung hat entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hinsichtlich seines Selbstwertgefühles, seiner psychischen Belastbarkeit, seiner sozialen Kompetenz, seiner Bildung.

Hier könne Beratung ansetzen. Es geht dabei nicht in erster Linie um ein Kommunikationstraining, sondern um die Analyse und Veränderung der Bewertungssysteme des jeweiligen Paares. (AZ/kru)

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