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Greater Augsburg

06.04.2015

Warum die Augsburger Osttangente so umstritten ist

B2 / Osttangente Augsburg Interessensgemeinschaft "Keine Autobahn" Königsbrunn
2 Bilder
Mit Sprayfarbe haben Mitglieder der Interessensgemeinschaft im Süden von Königsbrunn die vorgesehene Trasse der umstrittenen vierspurigen Augsburger Ostumfahrung markiert.
Bild: Andreas Niess

Ohne die B17 wäre Augsburg heute verstopft. Jetzt wird auch auf der anderen Lechseite eine Umfahrung geplant. Warum die Trasse so umstritten ist.

Kann man sich heute eine Verkehrsführung in Greater Augsburg ohne die ausgebaute Bundesstraße 17 vorstellen? Nein. Schon einige Wochen der Sanierungsarbeiten auf der Westumfahrung führen zu Verstopfungen, Schleichweg-Karawanen und allerlei Frust bei Anwohnern und Pendlern.

Gleichzeitig ist auf der anderen Seite des Lechs eine leidenschaftliche Debatte über die Planung einer Ost-Umfahrung entbrannt. Es geht um Naturschutz, Flächenverbrauch und gute Geschäfte.

180-Millionen-Euro-Projekt

Für das 180-Millionen-Euro-Projekt zwischen der A8 bei Derching und der B17 südlich von Augsburg spricht: Friedberg und Kissing würden vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Deshalb sind die dortigen Lokalpolitiker – mit wenigen Ausnahmen – auch dafür.

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Der Verkehr rings um Augsburg würde sich zunehmend verteilen. Die inzwischen stark befahrene B17 würde entlastet, die Anbindung an die A8 insgesamt verbessert. Auch für das Wachstum des Logistik-Standortes Lechfeld mit Amazon, Lidl, Aldi, DHL und bald BMW wäre die Osttangente guter Schmierstoff. Wo Straßen sind, entsteht Verkehr. Wo der Verkehr fließt, entstehen Arbeitsplätze.

Also alles gut? Nein. In Mering stimmten die Parlamentarier aus Furcht vor wachsenden Verkehrsströmen nahe der Marktgemeinde dagegen. Und in Königsbrunn erhält eine Bürgerinitiative gegen das Projekt regen Zulauf.

In der Tat ist die derzeit diskutierte Streckenführung mitten durch das Naherholungsgebiet rings um den Mandichosee (Lechstaustufe 23) nicht sinnvoll. Denn Königsbrunn wäre von zwei Schnellstraßen eingekesselt, der sinkende Erholungswert im Süden Augsburgs stünde den Vorteilen für die Wirtschaft entgegen.

Doch was in der Debatte vergessen wird: Das Projekt ist in einem Frühstadium. Das Staatliche Bauamt Augsburg hat nur eine denkbare Trassenführung gewählt, um die Osttangente für den Bundesverkehrswegeplan 2015 einzureichen. In den nächsten Monaten wird das Bundesverkehrsministerium die Dringlichkeit aller Projekte bewerten. Nur wenn die Osttangente als dringlich eingestuft wird, beginnt die tatsächliche Detailplanung und die Trassendiskussion.

Denkbar ist durchaus auch eine Querung des Lechs weiter südlich bei Klosterlechfeld – deutlich näher an den neuen Logistikzentren.

Wie auch immer. Wenn in der Region Augsburg weiter gute Geschäfte gemacht werden sollen, dann braucht es neue Verkehrswege. Aber es braucht auch Mahner, die Wachstum und Flächenverbrauch kritisch hinterfragen.

B17 als Vorbild

Im Falle der ausgebauten Bundesstraße 17 wurde in der achtziger und neunziger Jahren ein guter Kompromiss gefunden. Sie ist heute nicht mehr wegzudenken und ein Vorbild für die Osttangente.

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