1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Warum die Stadtbücherei auch ein Treffpunkt ist

Augsburg

09.09.2019

Warum die Stadtbücherei auch ein Treffpunkt ist

Die Stadtbücherei ist nicht nur ein Treffpunkt für Menschen, die dort CDs, Bücher oder elektronische Medien ausleihen wollen. Sie ist auch zu einer Begegnungsstätte geworden. Jugendliche zum Beispiel erfahren von Rebecca Haag und Jana Wickert (rechtes Bild, rechts) alles über die Frage, wie es nach der Schule weitergehen kann.

Vor zehn Jahren eröffnete die Stadtbücherei am Ernst-Reuter-Platz. Inzwischen ist die Einrichtung weit mehr als ein Treffpunkt für Lesewillige. Wer am Erfolg mitarbeitet und wie das Jubiläum gefeiert wird.

Die Stadtbücherei am Ernst-Reuter-Platz ist mehr als eine Bibliothek. Für kommissarische Leiterin Jutta Olbrich ist sie ein Begegnungs- und Aufenthaltsort für die Menschen der Stadt. Ein wichtiger Teil des offenen Konzepts sind deshalb die sozialen Partner im Haus, die sich jetzt anlässlich des zehnjährigen Jubiläums am gemeinsamen Aktionsprogramm beteiligen.

„Von Anfang an sollten soziale Einrichtungen in die Bücherei integriert werden“, sagt Olbrich. Derzeit werden rund 500 Quadratmeter des 5000 Quadratmeters großen Hauses von ihnen belegt. Da ist zum einen das Büro für Bürgerschaftliches Engagement, das fast den kompletten dritten Stock ausfüllt und das verschiedene soziale Einrichtungen unter sich vereint, sowie die tip-Jugendinformation des Stadtjugendrings, die in die Jugendbuchabteilung integriert ist.

Ein Café, ein Büro für Bürger und ein Treffpunkt für Jugendliche

„Wir sind über die Partner froh und kooperieren eng miteinander“, sagt Obrich. So habe das Büro für Bürgerschaftliches Engagement dazu beigetragen, das heute rund 80 Freiwillige das Büchereipersonal unterstützen. Auch das Konzept von tip habe sich bewährt. So arbeite man unter anderem beim Thema Medienkompetenz zusammen. Nicht zu vergessen sei das Stadtcafé, das im Erdgeschoss Gäste und Mitarbeiter der Bücherei mit Essen und Trinken versorgt und bei Veranstaltungen das Catering stellt. „Wir sind froh, dass die Bewirtung mit dem vierten Pächter jetzt gut funktioniert – das Café ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts“, so Olbrich.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Auch die Partner sehen an ihrem Standort in den Räumen der Bücherei Vorteile. „Wir haben hier einen Ort, an dem sich jeder einbringen kann“, sagt die stellvertretende Leiterin des Büros für Bürgerschaftliches Engagement, Maria Fey. Man profitiere vom offenen Charakter der Stadtbücherei. Während des Gesprächs sitzen drei Jugendliche am Tisch im Eingangsbereich des Büros und machen Hausaufgaben. „Wir koordinieren die Menschen, die sich in der Stadt engagieren wollen“, gibt Fey eine Kurzbeschreibung ihrer Aufgabe. Als Beispiel nennt sie eine Frau, die in den Räumen der Stadtbücherei ab Oktober kostenlos jeden Mittwoch eine „entspannte Mittagspause“ mit Auto-genem Training anbiete. „Unser Angebot ist niederschwellig und sozialraumtypisch“, betont Fey.

Im Büro für Bürgerschaftliches Engagement ist der Mehrgenerationentreffpunkt (MGT) Stadtmitte/Stadtbücherei untergebracht, auch das Bündnis für Augsburg hat hier seinen Sitz. In fremdsprachigen Konversationskursen treffen sich Menschen, um sich auf Spanisch, Französisch oder Deutsch auszutauschen und zu verbessern. Freitags, nach Büroschluss, haben hier auch die Stadtteilmütter einen Platz gefunden, auch eine Eltern-Kind-Gruppe für Englisch-Muttersprachler gibt es einmal im Monat. „Die ganze Bücherei ist ein Begegnungsraum“, lobt Fey.

Wie es nach der Schule weitergehen kann

Im tip dreht sich alles um Jugendliche – doch beraten werden auch Eltern, Lehrer oder Pädagogen, wenn Not am Mann ist, sagt Diplom-Pädagogin Jana Wickert. „Die wichtigsten Fragen sind, wie es nach der Schule weitergehen kann, wie Jugendliche die Zeit bis zu einem Studium überbrücken können“, so Wickert. Das tip-Team berät zu Freiwilligendiensten und Auslandsaufenhalten, aber auch zur Wohnungssuche für Jugendliche und hat eine kostenlose Rechtsberatung. Wenn man etwas nicht selbst leisten könne, wisse man die entsprechenden Ansprechpartner. Das offene Büro in der Bücherei sei für die Arbeit ein enormer Vorteil. „Die Jugendlichen laufen hier vorbei und schauen oft einfach spontan rein.“

Gabriel Goge, der Pächter des Stadtcafés, ist zufrieden. Nach über zwei Jahren laufe das Café gut, auch wenn vor allem Gäste aus den umliegenden Büros, Geschäften und Behörden zum Mittagessen kämen. Büchereinutzer schauen nur selten vorbei. Umso besser funktioniere das Catering für Veranstaltungen der Bibliothek.

Mit einem Story-Walk für Kinder hat die Stadtbücherei am Wochenende ihr Programm zum zehnjährigen Bestehen eröffnet. Mit einem „Bären-Stadtplan“ können sich Kinder an sechs Stationen in der Stadt auf die Jagd nach einem Lösungswort machen. Die Aktion läuft bis 12. Oktober, es gibt etwas zu gewinnen.

Die Stadtbücherei am Ernst-Reuter-Platz eröffnete am 19. Juni 2009. In den ersten vier Wochen kamen rund 60000 Besucher, um das Gebäude zu besichtigen. Nach zehn Jahren haben rund 4,5 Millionen Menschen den Weg in die Stadtbücherei gefunden und sich etwa zehn Millionen Medien ausgeliehen. Mittlerweile geht der Trend zur elektronischen Leihe, sagt Olbrich. Während die Leihe von „physischen Medien“, also Büchern, CDs und Filmen, um rund 100000 im Jahr zurückgegangen sei, wurden im selben Zeitraum rund 110000 Medien elektronisch aus dem Internet heruntergeladen.

Das könnte Sie auch interessieren: Die Augsburger zieht es in die Bücherei ,Lechhausen erhält modernste Bibliothek

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren