Newsticker
Notfallzulassung für Impfstoff von Johnson & Johnson in den USA
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Warum die Verkehrsinsel in der Stadionstraße den Stadtrat beschäftigen soll

Augsburg

31.10.2020

Warum die Verkehrsinsel in der Stadionstraße den Stadtrat beschäftigen soll

An der neuen Verkehrsinsel auf der Stadtionstraße teilen sich Rad- und Autofahrer für einige Meter die Fahrbahn, weil der Radstreifen unterbrochen ist.
Bild: Fridtjof Atterdal

Plus Auto- wie Radfahrer beschweren sich über die neue Querungshilfe auf Höhe des Tennisclubs. SPD und Die Linke wollen, dass die Stadt nachbessert.

Der neue Angebotsstreifen für Radfahrer an der Stadionstraße erhitzt weiterhin die Gemüter. Bei einer Ortsbegehung besichtigten Stadtrat Florian Freund (SPD) und der SPD-Ortsvorsitzende aus dem Antonsviertel, Julian Enders, jetzt die Stelle. Es geht um die neue Fußgängerinsel auf Höhe des Tennisclub Schiessgraben (TCA). Weil die Straße mit der Fußgängerinsel nicht breit genug ist, wurde der Radstreifen an dieser Stelle unterbrochen. Autos und Radfahrer teilen sich für einige Meter das schmale Straßenstück. Diese Gefahrenstelle muss entschärft werden, fordern SPD und Linke nun.

"Wir werden beantragen, dass das Verhältnis von Gehweg, Radweg und Straße so gestaltet wird, dass der Radweg durchgezogen werden kann", kündigte der Fraktionsvorsitzende von SPD/Die Linke – die soziale Fraktion, Freund, anschließend an.

Angestoßen hat die Ortsbegehung Manfred Pröller. Der Gögginger spielt Tennis beim Tennisclub Schiessgraben (TCA) schräg gegenüber der neuen Fußgängerüberquerung. "Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, das darf nicht wahr sein", so Pröller. Seinen Sohn, der ebenfalls Tennis spielt, würde er dort nicht radeln lassen. Er habe beim Fahrradbeauftragten der Stadt angerufen, sei dort aber mit seinem Anliegen auf Unverständnis gestoßen. "Man hat mir gesagt, nach geltender Rechtslage sei die Gefahrenstelle nicht zu beanstanden", so der Bürger. "Es kann doch nicht sein, dass die Radfahrer quasi zu Bremsklötzen für genervte Autofahrer gemacht werden", wundert er sich.

Verkehrsinsel in Augsburger Stadionstraße: Rad- und Autofahrer beschweren sich

"Rad- und Autofahrer beschweren sich in trauter Einigkeit über die Stelle, so etwas kommt selten vor", sagt Florian Freund. Auch die Autofahrer halten die Engstelle für gefährlich, wie auch in Leserbriefen in der Augsburger Allgemeinen zu lesen war. Nach der Ansicht von Florian Freund wurde hier ein Fehler gemacht, der korrigiert werden muss. Der mehr als vier Meter breite Gehweg könne leicht ein Stück schmaler gemacht werden, um wieder Platz für die Radler zu schaffen, so Freund. "Zur Not würde auch eine Lichtzeichenanlage an dieser Stelle das Problem lösen", sagt der Stadtrat.

Von der Stadt heißt es, die Fußgängerinsel sei auf Antrag einer Bürgerversammlung hin errichtet worden und solle eine deutliche Verbesserung für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden, die Fußgängerinnen und Fußgänger, darstellen. "Bei der Planung der Insel in der Stadionstraße waren verschiedene Randbedingungen zu berücksichtigen, darunter die Breite der Straße, die Höhenlage der Wege auf der Westseite, der Zugang zum Stadion und die Gegebenheit, dass die Wege vom Rosenauberg nur Trampelpfade und keine angelegten Wege sind", erklärt Baureferent Gerd Merkle.

Unterbrechung von Radfahrstreifen an Engstellen ist Standardlösung

Die Unterbrechung von Radfahrstreifen oder Schutzstreifen an Engstellen wie Querungshilfen, Straßenbahn- oder Bushaltestellen sei eine Standardlösung, die bundesweit an vielen Stellen eingesetzt werde. In Kürze würde auf Höhe der Querungshilfe noch die Beleuchtungssituation verbessert und Tempo 30 angeordnet, so Merkle.

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ist mit der Lösung unzufrieden. "Hier wurde ohne Not eine Gefahrenstelle geschaffen", kritisiert Vorstandsmitglied Arne Schäffler. Nach seiner Ansicht hätte man den Fahrradstreifen an dieser Stelle auf den breiten Gehweg ziehen können, wie das regelmäßig an Straßenbahnhaltestellen gemacht wird. "Oder gleich ein Zebrastreifen, dann müssten die Autofahrer anhalten und allen wäre geholfen", so Schäffler. Er zeigte sich auch darüber verwundert, dass noch keine Tempo-30-Schilder aufgestellt wurden. "Hätte man die Schilder nicht so bestellen können, das sie zur Eröffnung der Straße da sind, statt eine Gefährdung der Radfahrer billigend in Kauf zu nehmen?", fragt der Fahrradlobbyist.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

02.11.2020

Was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist, warum man in der Stadionstraße einen Fahrradstreifen auf der Fahrbahn einrichtet, wenn es doch einen separaten Radweg auf dem Steg gibt!?
Warum hat man diesen Radweg nicht ausgebaut und verbessert?
Dies wäre für die Radfahrer eine sicherer Weg gewesen, als diesen auf die Fahrbahn zu verlegen!

Permalink
01.11.2020

Das ist einfach planerischer Pfusch, auf beiden Straßenseiten ist ausreichend Platz und der Randstein wurde teilweise sowieso neu gesetzt.

Wir haben da einfach Platz für Straße, Radstreifen und Verkehrsinsel - kein Anlass für Streit!

Permalink
31.10.2020

Der Tennisclub Schießgraben ist der TCS. TCA ist die Konkurrenz im Siebentischwald - der Tennisclub Augsburg.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren