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22.11.2016

Warum ein Augsburger Gospel-Chor alte FC-Bayern-Hymnen singt

An dieses Erlebnis erinnern sich die Mitglieder von Quarterpast auch nach Monaten gerne zurück: In und an der Allianz-Arena sangen sie alte Fan-Gesänge des FC Bayern München.
Bild: Bruno Schiebel

Eigentlich ist die Gruppe Quarterpast für ihre Gospelmusik bekannt. Doch dann meldet sich ein Fußball-Fan aus München und die Musiker stehen an der Allianz-Arena vor der Kamera.

Schon Franz Beckenbauer hat gewusst, wie wichtig Freunde sind: „Gute Freunde kann niemand trennen“, sang er 1966. Und auch im Jahr 2016 war es eine Freundschaft, die ein ungewöhnliches Gesangsprojekt erst möglich machte. Ruben Schulze-Fröhlich, ein eingefleischter Fan des FC Bayern München und Mit-Betreiber der Internetseite „Erfolgsfans“, wollte alte Hymnen des Fußball-Rekordmeisters wieder erklingen lassen. Er sprach eine gute Freundin an: Aila Feller. Sie singt im Chor Quarterpast aus der Firnhaberau eigentlich vor allem Gospel-Musik. Das hat sich geändert.

Ruben Schulze-Fröhlich, 34, erinnert sich noch gut daran, wie er mit seinen Kollegen der Internetseite „Erfolgsfans“, Felix Knoche und Sebastian Rampf, in den Stadtteil Firnhaberau nach Augsburg reiste, um die Chormitglieder um Leiter Hans-Ulrich Höfle in einer flammenden Rede für die Idee zu begeistern.

Erst einmal sahen sie sich „großen Augen“ gegenüber, doch nach ihrer Rede waren die Sänger voll mit dabei – auch wenn manches Herz eher für andere Fußballklubs als die Bayern schlägt.

Im Chor gibt es nur einen Bayern-Fan

Laut der Vorsitzenden Bianca Krautmann gibt es bei Quarterpast genau genommen nur einen echten Bayern-Fan. Aber nicht einmal Petra Raßhofer waren die Hymnen aus den Jahren 1905 und 1907, die auf Studenten- und Volkslieder zurückgehen, bekannt. Laut Ruben Schulze-Fröhlich mussten sie erst in Archiven ausgegraben und mit Noten versehen werden, um gesungen werden zu können.

Die Mannschaft der Seite „Erfolgsfans“, dort gibt es Podcasts (Ton-Beiträge zum Herunterladen) rund um den FC Bayern, hatte aber noch mehr vor, als nur die Lieder neu aufzunehmen. Das Abenteuer sollte gefilmt werden. Die FC-Bayern-Erlebniswelt, das Filmteam, der Chor und die Erfolgsfans kamen dann während der Sommerpause in der Allianz-Arena zusammen.

Die Augsburger Sänger hatten viel Vergnügen: „Wir haben es als Mordsspaß und als Experiment gesehen“, sagen Hans-Ulrich Höfle und Bianca Krautmann. Die anderen Chormitglieder stimmen tonlos mit Kopfnicken ein, wobei sie noch eine Besonderheit hinzufügen: „Wir sind noch nie gefilmt worden.“ Die Ergebnisse der Arbeit sind auf der Seite der Erfolgsfans zu sehen. Momentan sind die Sänger schon voll im Weihnachtsmodus. Dennoch erinnern sie sich gerne an ihr eigenes Sommer-Märchen zurück. „Welcher Chor bekommt schon eine solche Gelegenheit“, sind sich die Sänger einig und bekräftigen: „Es war Herzblut dabei.“

Schallplatte gepresst

Inzwischen wurde sogar eine Schallplatte gepresst. Eine Schallplatte deshalb, sagt Ruben Schulze-Frühlich, weil der Tonträger das Gefühl von damals möglichst authentisch rüberbringen sollte. Vom FC Augsburg seien sie zwar noch nicht angefragt worden, aber wenn, dann wären sie zu jedem Gastspiel bereit.

Egal ob neuzeitliche Fußball-Hymne, afrikanische Weise oder russisches Volkslied – „wir singen querbeet und was uns gefällt“, heißt es bei Quarterpast. Auch Erfolgsfan Ruben Schulze-Fröhlich scheint das Projekt Firnhaberau gefallen zu haben. Dass der FC Bayern am Wochenende gegen Dortmund verlor, kann passieren. „Das gehört dazu“, sagt er, „es läuft schon die ganze Saison nicht so gut.“.

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