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Augsburg

03.01.2019

Warum es auf dem Nordfriedhof Müllberge gibt

Dieser Müllberg auf dem Nordfriedhof ist Stadtrat Dieter Benkard ein Dorn im Auge.
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Dieser Müllberg auf dem Nordfriedhof ist Stadtrat Dieter Benkard ein Dorn im Auge.
Bild: Dieter Benkard

Referent Erben erklärt auch, was es mit den herumliegenden Urnenstelen auf sich hat.

An den Ortstermin mit dem Umweltausschuss kann sich Stadtrat Dieter Benkard auch zwei Jahre später noch lebhaft erinnern. Damals ist ihm und seinen Kollegen angesichts des riesigen Müllbergs mit Erdaushub, Laub- und Grünabfall, Kränzen, Grabschmuck sowie Bauschutt „die Sprache weggeblieben“. Umweltreferent Reiner Erben sicherte damals eine Entsorgung zu, die auch erfolgte. Doch mittlerweile ärgert sich Benkard wieder über „Müllberge“ am Rande des Friedhofs.

Material wird mehrfach gesiebt

Wie Erben auf Anfrage bestätigt, handelt es sich hier tatsächlich um neue Ansammlungen, die allerdings nicht nur aus Müll bestehen. Vielmehr handele es sich dabei um Material, das mindestens zweimal gesiebt werde, um es von brauchbarer Erde zu trennen. Der von Stadträten erneut beanstandete Berg stammt aus der Siebeaktion von 2018 und muss jetzt im neuen Jahr erneut ausgesiebt werden. „Anschließend wird er ökologisch einwandfrei entsorgt.“

Bei den zwei anderen „Bergen“ handelt es sich laut Erben einerseits um die nutzbare ausgesiebte Erde, zum anderen um die restlichen Altlasten, die 2019 das erste Mal gesiebt werden können.

Würde, so der Referent, immer das gesamte anfallende Material unsortiert und ungesiebt entsorgt werden, würden zusätzliche Kosten anfallen. Das Gleiche gilt, wenn man den beschriebenen „neuen“ Berg sofort entsorgen würde. Laut dem Grünamt wären die Kosten dann doppelt so hoch. Der Grund: „Die Entsorgung ist dann wesentlich teurer, und es müsste kontinuierlich immer mehr neue Erde eingekauft werden – die bisher wiederverwendet wird.“ Künftig soll der Lagerplatz umgesiedelt werden, dort sind auch Entsorgungscontainer vorgesehen. Laut Erben fanden bereits Ortstermine mit dem Entsorger statt.

Baufirmen sind sehr beschäftigt

Während sich die Müllberge in einem Bereich des Nordfriedhofs befinden, in den die Besucher normalerweise nicht gelangen, bekommen sie eine andere „Baustelle“ sehr wohl zu Gesicht. Seit Mai 2018 liegen 15 Erweiterungsstelen herum und warten auf ihre Aufstellung. Referent Erben kann die Unzufriedenheit über diesen Zustand verstehen. „Allerdings ist die Auftragslage bei den Baufirmen so gut, dass kleinere Aufträge keine besondere Priorität haben.“ Von städtischer Seite seien alle hierfür erforderlichen Vorbereitungsarbeiten wie zum Beispiel die Freilegung der Fundamente erfolgt.

Lob für den Friedhofsverwalter

Erben legt Wert auf die Feststellung, dass sowohl die Müllproblematik als auch die sich verzögernden Bauarbeiten nichts mit dem vorhandenen Fachkräftemangel im Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen zu tun haben, sondern allein auf die beschriebenen Umstände zurückzuführen seien. Apropos Personal: Hier macht Dieter Benkard dem neuen Friedhofsverwalter und seinem Team ein Kompliment. „Sie leisten wirklich gute Arbeit. Der Friedhof wird sauberer, und die Verwahrlosungen nehmen stetig ab“, sagt der Oberhauser SPD-Stadtrat.

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