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Augsburg

15.06.2017

Warum es im Juli einen Lauf nur für Frauen gibt

Andernorts – unser Bild stammt aus Immenstadt – gibt es bereits reine Frauenläufe. Am 8. Juli ist es auch in Augsburg so weit.
Bild: Günter Jansen/ Archiv

In vielen Städten gibt es bereits den Frauenlauf. Am Samstag, 8. Juli, ist es auch in Augsburg so weit. Organisatorin Katja Mayer erklärt, warum dieses Angebot überfällig war.

Sie organisieren bereits den Firmenlauf, zu dem sich in diesem Jahr mehr als 10.000 Läufer angemeldet haben, und den Kuhsee-Triathlon mit rund 1500 Athleten… Warum jetzt auch noch ein Frauenlauf?

Katja Mayer: Vergessen Sie nicht den Stadtlauf, die Sheridanpark-Meilen und die vielen anderen Veranstaltungen in und um Augsburg. Ich persönlich finde es toll, dass Augsburg ein so breites Spektrum an Veranstaltungen bietet. Was tatsächlich noch fehlt und mir und meinem Team bereits seit Jahren im Kopf herumspukt, ist eben eine Veranstaltung, an der die Frauen sozusagen unter sich sind.

Warum braucht es eine solche Veranstaltung?

Mayer: Bei meinen morgendlichen Laufrunden fällt mir immer wieder eines auf: Obwohl man auf den Laufstrecken viel mehr Frauen sieht als Männer, gehen bei Wettkämpfen in der Regel deutlich mehr Männer an den Start. Da fragt man sich doch, warum das so ist?

Und was glauben Sie?

Mayer: Ich schätze, für viele Frauen steht weniger der sportliche Wettkampf im Vordergrund. Ihnen geht es eher um gesundheitliche Aspekte, sie wollen fit sein, sich in der Natur bewegen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Spaß daran, mit Gleichgesinnten zu trainieren oder Freundinnen zu treffen. Die Ansprüche der Frauen an eine Laufveranstaltung sind häufig anders gelagert als bei Männern. Und diesen wollen wir beim Frauenlauf gerecht werden.

Männer dürfen zum Anfeuern kommen

Wo liegt der Unterschied zwischen dem Frauenlauf und einer „normalen“ Laufveranstaltung?

Mayer: Zunächst einmal natürlich in der Tatsache, dass es keine Männer auf der Laufstrecke geben wird. Die Männerwelt ist natürlich trotzdem willkommen: als Support zum Anfeuern entlang der Strecke.

Und abgesehen davon?

Mayer: Natürlich gibt es einige Besonderheiten, da sind wir derzeit intensiv in der Planung. Ambiente und Rahmenprogramm der Veranstaltung werden jedenfalls ein gutes Stück weit auf die Damenwelt zurechtgeschnitten. Das geht schon bei den Laufshirts in Frauen-Passform an. Außerdem wollen wir eine Atmosphäre schaffen, bei der trotz sportlichem Ehrgeiz der kompetitive Faktor nicht so stark im Vordergrund steht, sprich: mehr Spaß und gute Stimmung, weniger Ellenbogen. Außerdem wird es noch unser „Pink Village“ geben.

Was ist mit „Pink Village?“ gemeint?

Mayer: Im „Pink Village“ werden sich die Sponsoren und Partner des 1. Frauenlaufs Augsburg präsentieren. Unsere Läuferinnen und deren Begleiter können sich vor und nach dem Lauf dort treffen, ihren Erfolg mit einem Gläschen Prosecco feiern, Kontakte knüpfen und von den Aktionen Gebrauch machen, die unsere Partner auf die Beine stellen.

Sie selbst waren sieben Jahre lang Profi-Triathletin auf der Ironman-Distanz. Ihnen ging es also durchaus um den sportlichen Wettkampf. Haben Sie selbst auch schon mal an einem Frauenlauf teilgenommen?

Mayer: An einem reinen Lauf nicht, aber an einem Frauen-Triathlon. Das war toll, die Atmosphäre bei der Veranstaltung war einfach ganz anders, als ich das von den normalen Veranstaltungen so kannte.

Streckenlängen zwischen fünf und zehn Kilometern

Für welchen Läuferinnen-Typ ist der Lauf in Ihren Augen ideal?

Mayer: Wir möchten mit dem Lauf allen eine Basis bieten, die Spaß an der Bewegung haben. Daher haben wir die Streckenlängen mit fünf und zehn Kilometern so gewählt, dass von der ambitionierten Sportlerin bis zur gelegentlichen Gesundheitsläuferin, von jung bis alt, alle teilnehmen können. In einem eigenen Start gehen auch Walkerinnen auf die fünf Kilometer lange Strecke.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie?

Mayer: Für die Hauptläufe über fünf und zehn Kilometer haben wir uns in diesem Jahr die Obergrenze von 1000 Teilnehmerinnen gesetzt. Dazu kommen noch bis zu 200 Kinder im Kinderlauf, der über etwa einen Kilometer geht. Insgesamt haben sich bislang schon über 680 Frauen angemeldet. Da werden wir die Teilnehmerzahl wohl erreichen. Bei den Kindern liegen bislang 58 Anmeldungen vor.

Sie verbinden den Lauf mit einer Benefizaktion. Warum liegt Ihnen das so sehr am Herzen?

Mayer: Wir von der km-Sportagentur spenden bei allen eigenen Veranstaltungen einen Teil der Teilnehmergebühren. So kamen im Vorjahr beim M-net-Firmenlauf mehr als 18.000 Euro an Spendengeldern zusammen. Diese Tradition möchten wir fortsetzen. Deshalb werden wir auch beim Frauenlauf jeweils zwei Euro der Anmeldegebühr jeder Teilnehmerin der „Stiftung Augsburg gegen Krebs“ zugutekommen lassen. Die Gebühren des Kinderlaufs spenden wir zu 100 Prozent. Wer mehr spenden möchte, kann dies bei der Anmeldung angeben. Wir hoffen, dadurch viele Menschen, die unter den Folgen einer Krebserkrankung leiden müssen, ein wenig unterstützen zu können.

Wann planen Sie den ersten Lauf nur für Männer?

Mayer: Da fragen Sie mich was… Nun sammeln wir erst einmal Erfahrung mit dem weiblichen Teil der Bevölkerung. Und wer weiß, vielleicht kommt ja dann in einigen Jahren der Männerlauf – das Rahmenprogramm jedenfalls dürfte interessant werden. AZ

Mehr Informationen gibt es auf der Website www.frauenlauf-augsburg.de

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