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Augsburg

23.11.2017

Warum manche Straßen ein Flickenteppich sind

In der Arthur-Piechler-Straße sind Anwohner über diese verfüllte Grube erbost, die nur notdürftig asphaltiert wurde.
Bild: Peter Fastl

Rund 800 Mal pro Jahr wird eine Fahrbahn für Leitungsarbeiten geöffnet. Speziell in der Altstadt kann es dauern, bis die Straße wieder hergestellt ist. Aber warum ist das so?

Seit einigen Jahren wird der Boden unter den Straßen häufig umgegraben: Für den Ausbau des Breitbandnetzes (Internet) wurden zahlreiche Gehwege aufgerissen. Die Stadtwerke investieren in die Erneuerung ihres Gas-, Wasser- und Stromleitungsnetzes. Doch die vielen Bauarbeiten – allein an kleinen Gruben fallen pro Jahr um die 800 Stück im Stadtgebiet an – hinterlassen zeitweise Spuren an der Oberfläche: Das gilt speziell für die Altstadt, doch auch in anderen Stadtteilen kann es zu Problemen kommen.

Zuletzt war das in der Arthur-Piechler-Straße im Textilviertel der Fall. Anwohner klagten, dass eine Grube nach Leitungsarbeiten zwar verfüllt, aber drei Monate lang nicht asphaltiert wurde. Als der Dreck durch Regen auf die Straße lief, sei einfach Erdreich nachgefüllt worden. Zuletzt platzte einem Anwohner der Kragen, als notdürftig zwei Batzen Asphalt auf den badetuchgroßen Loch verteilt wurden, um eine weitere Ausspülung zu verhindern. Nach einer Beschwerde beim Tiefbauamt, das nach derartigen Grabungen die Wiederherstellung der Straße überwacht, soll das Loch demnächst ordentlich asphaltiert werden.

In der Behörde spricht man von einem „Ausreißer“, den es mit dem Vertragsunternehmen gegeben habe. Die Grabung hätte schon vor Wochen endgültig erledigt werden müssen. Auch der Breitbandausbau der vergangenen Jahre sei an der Oberfläche noch nicht ganz erledigt, gibt das Tiefbauamt zu. Einige Mängelbeseitigungen stehen noch aus, Gefahr gehe davon aber nicht aus.

30 Tage Zeit, um Löcher zu stopfen

Grundsätzlich müssen nach derartigen Bau-Maßnahmen die Verursacher, also meist die Stadtwerke oder Telekommunikationsunternehmen, die Wiederherstellung der Fahrbahn bezahlen. Mit den Stadtwerken als Hauptverursacher gibt es einen Konzessionsvertrag, der regelt, wer bei der Wiederherstellung der Straßenoberfläche wofür verantwortlich ist. Als Eigentümerin der Straßen will das Tiefbauamt aber immer die „Schirmherrschaft“ behalten.

Nach Leitungsarbeiten ist der Hunoldsgraben mit Asphalt geschlossen worden. Bis das Pflaster ersetzt wird, kann es dauern.
Bild: Bernd Hohlen

Bis zu 30 Tage haben Leitungsfirmen und Stadtwerke grundsätzlich Zeit, Löcher endgültig zu stopfen, wenn sie ein Asphaltprovisorium haben. Bei einem Kiesprovisorium sind es nur 15 Tagen. „Diese knappen Fristen lassen sich nicht immer exakt einhalten“, so Tiefbauamtsleiter Josef Weber. Bei größeren Baustellen und an Hauptstraßen wird in der Regel sofort asphaltiert, wenn die Leitungsbauer abgezogen sind. „Logistisch ist das aber oft sehr schwierig“, so Weber. Hintergrund: Wenn es beim Leitungsbau zu Verzögerungen kommt, gibt es mit der beauftragten Straßenbaufirma, die dann nicht anfangen kann, ein Problem. Bei kleineren Aufgrabungen unter zehn Quadratmetern sei der Abstimmungsaufwand nicht mehr zu leisten.

Wann kommen Pflasterer?

Ein Sonderfall ist die Altstadt mit ihrem Kopfsteinpflaster. Den Hunoldsgraben ziert aktuell ein Flickenteppich aus Pflaster und Asphalt, nachdem die Arbeiten an der Fernwärmeleitung abgeschlossen sind. Auch am Hinteren Lech gibt es eine solche Mischung. Das Problem: Ein erfahrenes Pflasterbauunternehmen wegen einiger Quadratmeter zu beauftragen und unmittelbar im Anschluss an die Leitungsarbeiten termingerecht zu buchen, klappe nicht, so die Stadt. Darum lasse man zunächst alle Bereiche mit einem Asphaltprovisorium versehen. „Kies käme in der Innenstadt nicht infrage“, so Weber.

Den Vorwurf, dass die Stadt Straßen im Zuge von Leitungsarbeiten verkommen lasse und später die Grundeigentümer im Fall einer Erneuerung über die Straßenausbaubeitragssatzung zur Kasse bittet, lässt Weber nicht gelten. Leitungsarbeiten gehörten gewissermaßen zum Schicksal einer Straße. „Die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser, Fernwärme und Telekommunikation dient ja den Anliegern.“ Zwar seien Leitungsgrabungen durchaus nachteilig, allerdings spielten diese nicht die entscheidende Rolle beim Lebensalter. Die Straßen, bei deren Erneuerung Anlieger bisher zur Kasse gebeten wurden, hätten alle das in vielen Urteilen zugrundegelegte Lebensalter von 25 Jahren weit überschritten.

Viele Straßen stehen unter Dauerbelastung. Einen großen Anteil macht auch der Berufsverkehr aus, wie Sie in unserer Karte sehen:

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