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Augsburg

31.01.2019

Warum noch immer Christbäume in der Stadt herumliegen

Auf einigen Straßen und Plätzen in Augsburg liegen die Christbäume, die ihren Dienst verrichtet haben, noch immer herum - hier beispielsweise in der Heilig-Kreuz-Straße.
Bild: Bernd Hohlen

Weihnachten ist längst vorbei, doch viele Tannen und Fichten liegen noch an Straßen und Plätzen zur Abholung bereit. Das hat unterschiedliche Gründe.

Der Christbaum hat seine Schuldigkeit getan, der Christbaum kann längst abgeholt werden. In der Stadt liegen immer noch Haufen von Tannengrün herum. Das hat mehrere Gründe.

Wann der Baum aus dem Wohnzimmer fliegt, ist nämlich bei vielen Menschen unterschiedlich. Die etwas Ungeduldigeren, deren Wohnzimmertische vielleicht schon mit Tulpen dekoriert sind, haben sich spätestens nach Heilige Drei König von ihren Bäumen getrennt. Andere hingegen haben jetzt vielleicht nicht mehr alle Nadeln am Baum, lassen ihn aber dennoch bis zum Traditionstermin „Mariä Lichtmess“ stehen. Diese unterschiedlichen Vorlieben werden vom Abfallwirtschaftsbetrieb Augsburg (AWS) berücksichtigt.

Manche lassen den Christbaum bis Mariä Lichtmess stehen

„Die Abholungszeit, die an die Abholung der Biotonne gekoppelt ist, ist jedes Jahr gleich geregelt“, erklärt AWS-Leiter Georg Holder. „Immer ab dem 7. Januar bis kurz nach Lichtmess am 2. Februar.“ Dieses Jahr also bis Donnerstag, 7. Februar. „Sollte danach noch der ein oder andere Christbaum herumstehen, drücken wir ein Auge zu und nehmen ihn mit“, meint Holder.

Ein Haufen voller Bäume liegt hier im Domviertel.
Bild: Sascha Borowski

Normalerweise ist bei der Abholung von Biomüll lediglich ein Trommelfahrzeug im Einsatz. Darin werden die Kompostabfälle gepresst. Zur Après-Weihnachtszeit wird jedoch aufgerüstet. Dann sind zusätzlich zwei Fahrzeuge mit Ladeflächen unterwegs. „Die Nadelbäume würden sich in der Presse verhaken“, erklärt der Chef des Abfallwirtschaftsbetriebs.

Wie jedes Jahr um diese Zeit gibt es beim AWS vereinzelt Anrufe von Bürgern, denen die Abholung nicht schnell genug geht. Sie wollen wissen, warum die Bäume immer noch vor ihrer Haustür liegen. „Das Störempfinden ist individuell und temperamentabhängig“, weiß Holder. Man versuche so gut es geht, die Bürger zufrieden zu stellen. Aber manchmal kommt das Wetter in die Quere. „Bei Schnee oder Glätte sind die Kollegen anderweitig im Einsatz. Der Winterdienst geht vor.“ Und da gab es in den vergangenen Wochen einiges zu tun. „Da bitten wir um Verständnis.“ Selbst vor seiner eigenen Haustür, berichtet Holder, hatte er zwei Wochen lang einen Baum liegen. Wie viele Christbäume werden eigentlich jährlich eingesammelt?

Was mit den Weihnachtsbäumen gemacht wird

Ungefähr 70 Tonnen, sagt Holder. Also fast so viel, wie ungefähr zehn ausgewachsene Elefanten oder eine Diesellokomotive der Deutschen Bahn. „Das ist sehr viel“, kommentiert Holder. Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Zahl der Bäume aber nur wenig gestiegen. „Bei unserem Bevölkerungszuwachs ist diese leichte Zunahme zu relativieren.“ Dafür stellen Holder und seine Kollegen eine andere Entwicklung fest: Inzwischen seien die Christbäume nämlich zu 90 bis 95 Prozent abgeschmückt. Das war früher nicht so, aber da war bekanntlich auch mehr Lametta. „Der Lametta-Trend ist vorbei, auch weil es bleihaltig ist. Abschmücken fällt den Leuten leichter. Denn Lametta ließ sich nur schwer abnehmen.“

Die einst so liebevoll geschmückten und ausgiebig gelobten Christbäume landen schließlich alle auf der Deponie Augsburg-Nord. Dort werden sie zu Hackschnitzeln verarbeitet. Der Christbaum hat quasi seine Schuldigkeit getan, er darf zerkleinert werden.

Diese nadeligen Gesellen am Ulrichsplatz sind schon ein wenig schwach auf der Brust.
Bild: Bernd Hohlen
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