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Dreharbeiten

25.05.2017

Was Jan Josef Liefers an Augsburg gefällt

Produzent Michael Souvignier und Redakteur Günther van Endert (von links) bei den Dreharbeiten in der ehemaligen JVA im Hochfeld.
Bild: Silvio Wyszengrad

Warum der Schauspieler Jan Josef Liefers ausgerechnet in der ehemaligen JVA im Hochfeld drehte.

Augsburg hat dem Schauspieler Jan Josef Liefers gefallen, so viel steht fest. „35 Etagen über Augsburg, ein Blick fast wie aus dem Flieger“, schreibt er zu einem Bild, das er am Montag auf seiner Facebook-Seite postet. Darauf zu sehen ist der unverwechselbare Blick aus dem Hotelturm – über den Wittelsbacher Park und Wertach hinweg, vorbei an der Kirchturmspitze von Herz-Jesu in Pfersee bis zu den Westlichen Wäldern.

Jan Josef Liefers grüßt aus dem 35. Stock

Der Blick aus seinem Hotelzimmer scheint ihm so gut zu gefallen, dass er in der Nacht von Montag auf Dienstag gleich noch eine Nachtaufnahme ins Internet stellt. „Schlaft schön, meine lieben Nachtaktiven“, schreibt der 52-jährige Schauspieler, der in Augsburg nur wenig Zeit zum Ruhen fand. Eine Woche lang verbrachte Liefers gemeinsam mit einem 65-köpfigen Produktionsteam in Augsburg, um Szenen für den 90-minütigen Fernsehfilm mit dem Arbeitstitel „Der Mann, der zu viel wusste“ zu drehen. Ein Location-Scout war auf die leer stehende Justizvollzugsanstalt im Hochfeld aufmerksam geworden. Künftig wird der alte Knast für Hochschulzwecke genutzt – dort soll der dritte Campus entstehen. Einen Glücksfall nennt Tatjana Dörfler, Kanzlerin der Hochschule Augsburg, diese außergewöhnliche Zusammenarbeit. „Es freut uns, dass wir die JVA für die Dreharbeiten eines so renommierten Regisseurs wie Hans Steinbichler zur Verfügung stellen konnten und dass sich so eine wunderbare Zwischennutzung ergeben hat.“

Deckname Luna
19 Bilder
Für diese Filme wurde schon in Augsburg gedreht
Bild: Silvio Wyszengrad

Was das Gebäude perfekt macht

Und auch das Filmteam ist angetan von dem Gebäude. „Es ist perfekt für unseren Film. Wir brauchten endlose Gänge, dicke Mauern und nur ein bisschen Horizont beim Blick über die hohen Gefängnismauern“, schwärmen Produzent Michael Souvignier von der Produktionsfirma Zeitsprung Pictures GmbH und der verantwortliche Redakteur Günther van Endert vom Fernsehsender ZDF, die gemeinsam mit Arte den Film koproduzieren.

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Seit Ende April wird in München und Umgebung gedreht. Insgesamt 24 Drehtage sind für den 90-minütigen Streifen vorgesehen. In dem ZDF-Film, der im kommenden Jahr voraussichtlich als Fernsehfilm der Woche an einem Montag zur Hauptsendezeit um 20.15 Uhr zu sehen sein wird, geht es um Wastl, gespielt von Jan Josef Liefers, dessen Existenz ruiniert wird, als nach langen und glücklichen Jahren seine Ehe mit Elke (Julia Koschitz) in die Brüche geht. Aufgrund fragwürdiger Gutachten wird Wastls Existenz zerstört. Doch er kämpft um seine Rehabilitation und trauert um seine verflossene Liebe. Dafür muss er sich in die forensisch-psychiatrische Klinik BKH München Breching begeben. Diese Szenen entstanden in der JVA. „Dafür haben wir die Bereiche, in denen wir gedreht haben, neu gestrichen. In Filmen gibt es inzwischen Farbkonzepte, nach denen Wände und Kleidung abgestimmt sind“, so Produzent Souvignier.

Wie es weitergeht

Schauspieler sind am Mittwoch auf dem Gelände nicht zu sprechen. „Sie sind sehr auf die Dreharbeiten konzentriert und sollen nicht gestört werden“, erklärt Günther van Endert. Es ist der letzte Drehtag der Promis in Augsburg. Bis zum 29. Mai dauern die Dreharbeiten an. Dann kommt die Post-Produktion. „Die wird mich noch sechs bis sieben Monate auf Trab halten. Für die Schauspieler ist das Projekt dann beendet und sie widmen sich anderen Filmen. Das ist hier wie ein Wanderzirkus“, sagt der Produzent.

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