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Augsburg

29.01.2018

Was Mitbewerber darüber denken, dass Starbucks nach Augsburg kommt

Bald wird es auch in Augsburg ein Starbucks geben.
Bild: Tobias Hase, dpa (Symbolbild)

Im Spätherbst bekommt Augsburg eine Starbucks-Filiale. Die Mitbewerber in Augsburg haben unterschiedliche Meinungen zur Neuansiedlung der Kaffeehauskette.

In München gibt es zehn Starbucks-Filialen, in ganz Deutschland mehr als 150, in Augsburg ab dem Spätherbst auch eine. Noch dazu in einer sehr attraktiven Lage. Nach dem Umbau des ehemaligen K&L-Gebäudes am Königsplatz wird dort die amerikanische Kaffeehauskette einziehen. Sowohl im Erd- als auch im Obergeschoss wird es dann Kaffee in vielen Varianten und Snacks geben. Sogar der Balkon mit Blick über den Königsplatz kann Starbucks für die Außenbewirtung nutzen.

Wie reagieren Mitbewerber im Kampf um die Gunst der Konsumenten? Erstaunlich gelassen. Vitaluccio Bellano vom Picnic freut sich. „Starbucks hat ein tolles Kaffeehauskonzept.“ Es sei eine Bereicherung für Augsburg. Einen Kundenrückgang für sein Lokal am Moritzplatz befürchtet er nicht. „Man muss in dieser Branche immer innovativ sein“, so Bellano. Allerdings, daraus macht er auch keinen Hehl, „Starbucks wird die Gastrolandschaft neu mischen“. Bei ihnen sei das To-Go-Geschäft, das Starbucks groß gemacht hat, eher marginal. „Unsere Gäste werden immer umweltbewusster, wollen kein Einweggeschirr und konsumieren lieber im Lokal“.

Müll durch To-Go-Becher

Der Müll durch weggeworfene Becher und Papier ist das, was Marion Wiedersatz vom Kaffeehaus Dichtl am Neuling stört. „Augsburg ist Umweltstadt“, immer wenn sie in anderen Städten unterwegs sei, lagern dort in übervollen Abfalleimern Berge von Starbucksbecher. Ihre Kaffeehäuser hätten ein ganz anderes Konzept, insofern befürchtet sie durch den Zuzug von Starbucks keinen Kundenrückgang.

Auch das Bricks Café in der Maxstraße sieht die neue Konkurrenz gelassen. „Wir bieten vom Frühstück bis zum Barbetrieb ganz Unterschiedliches an“. Fabian Sargeder glaubt allerdings, dass der neue Laden am Königsplatz anfangs stark frequentiert sein wird. „Es ist für Augsburg ein Schritt zur Großstadt“, so der Bricks-Chef.

Einfalt durch Handelsketten

Sebastian Hrabak, Gründer der Schwarzen Kiste, der nur noch einen Stand am Moritzplatz hat und sich auf seine Geschäfte in der Haunstetter und Gögginger Straße konzentriert, findet es schade, dass immer mehr Ketten in die Fuggerstadt kommen. „Das bedeutet eine gewisse Einfältigkeit, die inzwischen in allen großen Städten Deutschlands unübersehbar ist.“

Jemand, der sich so richtig freut auf das neue Café, ist Marc Kandziora von Dunkin’ Donats in der Bürgermeister-Fischer-Straße. Umweltbewusstsein hin oder her, „die Leute kaufen fast alles To Go“, so der operative Leiter für Süddeutschland. Starbucks sei einfach eine sexy Marke und wer Starbucks kennt, kenne auch Dunkin’ Donats. Ab dem Sommer hat die Stadt ihm 80 Sitzplätze im Freien genehmigt, darin sieht er großes Potenzial.

Dennis Haselbeck von Heyzel Coffee will sich nicht ausführlicher äußern. Seine drei Läden, die Nachfolger der Pow Wows, sind dem Konzept der Starbucks am ähnlichsten. Lässiges Personal, das unermüdlich die Pappbecher füllt und lockeres Interieur. „Man wird sehen, wie es sich entwickelt“, so Haselbeck. Mehr will er nicht sagen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

30.01.2018

Starbucks (oder jedes andere Unternehmen, in dem das Personal "unermüdlich

die Pappbecher füllt") l "für Augsburg ein Schritt zur Großstadt" ???

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30.01.2018

Starbucks ist ein Unternehmen mit einem etwas anderen Konzept. Ich befürchte, daß es in der stockkonservativen Stadt Augsburg keinen großen Anklng finden wird. Das Gegenteil würde mich freuen.

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29.01.2018

" ... in anderen Städten ......, lagern dort in übervollen Abfalleimern Berge

von Starbucksbecher."

Wenn das so ist, wird man schon erwarten dürfen, dass die "sexy Marke" (??)

Starbucks in Augsburg genügend eigene (selbst und ausreichend zu

entsorgende!) Müllbehälter aufstellt, damit nicht städtisches Personal

für die Entsorgung der von dort stammenden Pappbecher herhalten muss.

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29.01.2018

k.brenner

Starbucks ist ein Unternehmen, das alle Tricks kennt, kaum Steuern zahlen zu müssen. Milliardenumsätze und Gewinne werden verschoben ohne Bereitschaft sich an den Kosten der in Anspruch genommenen Infrastruktur angemessen zu beteiligen. Zum K.........!

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30.01.2018

Das ist "gelebte" Intelligenz - wenn jemand besser als die Politik ist.

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30.01.2018

Intelligenz sollte meines Erachtens auch auf moralischen Grundlagen wirken. Und ob jemand schon allein deshalb intelligent ist, weil er Politiker austrickst, sei dahingestellt. Ich muss ja nicht und werde dort auch nicht meinen Kaffee zu mir nehmen - und das hat nichts mit "stockkonservativ" zu tun.

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30.01.2018

Ich nehme an, daß dies dem Weltkonzern nicht groß schaden wird.

Übrigens: Versuchen die Politiker nicht auch ziemlich oft den Bürger auzutricksen? Mir fiele da einiges ein.

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