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Augsburg

11.05.2015

Was Pilger von der Marienwallfahrt mit nach Hause nehmen

Marietta Reichel und ihre Schwester Pia-Maria Oswald (von links) aus Weil bei Landsberg geben ihre Knoten bei Schwester Gertrud Himmel ab.
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Marietta Reichel und ihre Schwester Pia-Maria Oswald (von links) aus Weil bei Landsberg geben ihre Knoten bei Schwester Gertrud Himmel ab.
Bild: Ruth Plössel

Die Marienwallfahrt löst vieles in Menschen aus: Begeisterung und Hoffnung. Kardinal Marx wird zwei Klosterschwestern in Erinnerung behalten. Sie halfen ihm aus der Klemme.

Tausende Pilger aus ganz Bayern strömten am Samstag in die Augsburger Innenstadt. Was haben sie mit nach Hause genommen von der Marienwallfahrt, die zum 100. Jubiläum der Schutzfrau Bayerns stattfand?

Barbara Jacobs, Brigitte Hackenberg und Elisabeth Ettl sind mit einem Bus voller Pilger aus Nürnberg gekommen. Am Samstag stehen für sie vor allem Kirchenbesuche auf dem Programm. Nicht nur den Dom wollen sie sehen, sondern auch St. Moritz und das Kloster Maria Stern.

„Heute steht der Glaube im Vordergrund, aber die vielen Sehenswürdigkeiten nehmen wir als Erinnerung mit“, sagen die drei Frauen. Barbara Jacobs, die vorher noch nie in Augsburg war, will wiederkommen. Das historische Stadtbild mit zahlreichen Renaissancebauten hat sie sehr beeindruckt.

Sehr viele andere Pilger nehmen Hoffnungen mit nach Hause. Ein Ehepaar aus dem Raum Forchheim hat vor dem Dom einen Knoten in den Knotenkorb geworfen. Die Franken erhoffen sich Hilfe von „Maria Knotenlöserin“ – wegen einer Krankheit in der Familie, wie sie sagen. Ob sie wohl hilft? Der Korb wird später in die Wallfahrtskirche St. Peter am Perlach gebracht, wo das bekannte Bild mit der Knotenmadonna zu finden ist.

Am Stand mit dem Knotenkorb haben die Helferinnen einiges zu tun. Die Nachfrage nach dem Knotenband ist so groß, dass es ausgeht. Als Ersatz müssen Wollfäden herhalten. Eine ganze Handvoll Knoten geben dort Marietta Reichel und ihre Schwester Pia-Maria Oswald ab. Die beiden Frauen kommen aus Weil bei Landsberg und haben eine lange Wunschliste, die Maria Knotenlöserin erfüllen soll: Frieden in der Familie und auf der ganzen Welt, Wohlergehen für ihre Kirchengemeinde, die Priester und den Papst und, und, und...

Pilgerin Heidrun Meier hält ein Gebetbuch zur Wallfahrt in der Hand. „Da sind so schöne Gebete drin“, sagt sie begeistert. Einige hat sie an diesem Tag schon gesprochen.

Auf der Wallfahrt als Schuhputzer unterwegs

Konrad Blüml will etwas ganz anderes: Er will Geld mit nach Hause nehmen, und zwar für einen guten Zweck. Normalerweise ist er in der Ehe- und Familienseelsorge in Augsburg tätig. Auf der Wallfahrt ist Blüml als Schuhputzer unterwegs. Viel ist damit nicht verdient. Pilger haben häufig Turnschuhe an. Die kann man aber nicht so gut putzen wie Lederschuhe.

Nach gut zwei Stunden Arbeit liegen rund 35 Euro in Blümls Spendenkörbchen. Am Ende des Tages sollen die Einnahmen an Erdbebenopfer in Nepal fließen. „Das hat meine Tochter morgens am Küchentisch entschieden“, sagt er. Für den Katholiken ist das Schuheputzen aber noch mehr als Spendensammeln. „Für mich ist es eine schöne Demutsübung“, sagt Blüml.

Zwei Schwestern der Vinzentinerinnen gehen mit der Erinnerung an eine doch sehr ungewöhnliche Begegnung von der Wallfahrt nach Hause. Vor dem Dom sehen sie Kardinal Reinhard Marx stehen, den Erzbischof von München und Freising und Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz.

„Wir wollten nur Grüß Gott sagen, doch dann hatten wir gleich eine Aufgabe“, sagt Schwester Ruperta. Marx braucht ihre Hilfe. Sein liturgischer Gürtel, das Zingulum, ist aufgegangen. Er rutscht. Die Vinzentinerinnen greifen zu und leisten beherzte Hilfe. Beim Kardinal muss jedoch kein Knoten gelöst werden. Im Gegenteil: Es wurden Haken am Gürtel geschlossen.

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