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09.02.2015

Was andere Städte in ihre Theater investieren

Das Theater Augsburg
Bild: Anne Wall

 Viele Kommunen sanieren derzeit ihre Spielstätten. Überall gibt es die gleichen Probleme zu lösen wie in Augsburg: Die Häuser sind zu klein und marode.

Wie könnte der Theaterstandort Augsburg künftig aussehen? Die aktuellen Pläne werden heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Theater-Werkausschuss tagt um 14.30 Uhr im Großen Sitzungssaal, da man von zahlreichen Besuchern ausgeht. Ein Grund: Das Theater hat seine rund 5000 Abonnenten angeschrieben und um Unterstützung in der wichtigen Debatte gebeten.

Wie berichtet, muss das Große Haus für rund 118 Millionen Euro saniert werden. Weitere 70 bis 90 Millionen sind für den Neubau von Werkstätten, Probebühnen und Verwaltung nötig. Wie man diese Summe stemmen will und ob überhaupt, soll heute ein Thema im Ausschuss sein.

Das Problem maroder Spielstätten hat zuletzt viele Theater in Deutschland eingeholt: Ihre Bausubstanz stammt aus der Nachkriegszeit. In den 50er Jahren wurden die Kulturhäuser in kürzester Zeit wieder aufgebaut – nicht immer mit den hochwertigsten Materialien. Mangelnde Investitionen in den Bauunterhalt trugen ihr Scherflein dazu bei, dass viele Kulturhäuser jetzt marode sind. So sieht die Situation in anderen Städten aus:

Das Gärtnerplatztheater stammt – ähnlich wie das Augsburger Haus – aus dem späten 19. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg wurde es, auch dies eine Parallele, zerstört und in den 50ern wieder aufgebaut. Seit Mai 2012 wird das Gärtnerplatztheater saniert. Im März 2016 soll es wieder öffnen. Der Spielbetrieb ist während der Bauarbeiten an mehrere andere Orte ausgelagert. Das Münchner Haus mit seinen knapp 900 Plätzen ist ein Staatstheater. Demzufolge ist auch der Freistaat für das Sanierungsprojekt verantwortlich. Es soll rund 70 Millionen Euro kosten.

Das Volkstheater ist bislang in einer ehemaligen Turnhalle untergebracht. Das Gebäude ist baufällig. So baufällig, dass sich die Stadt letzten September für einen Neubau entschieden hat, der um einiges größer sein soll als die alte Spielstätte: Zwei Säle mit insgesamt 850 Plätzen sind geplant. Kostenschätzung: 100 Millionen Euro.

Auch die Oper Stuttgart, entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts, muss erneuert werden. Die letzte Sanierung ist 30 Jahre her. Das Opernhaus hat 1400 Plätze und 230000 Besucher pro Spielzeit. Ähnlich wie beim Augsburger Theater sind in Stuttgart zu wenig Flächen für Werkstätten und Probebühnen vorhanden. Erste Schätzungen für Sanierung und Erweiterung gehen von 300 Millionen Euro aus. Dieses Gutachten soll bis Mitte 2015 geprüft werden. Erst danach wird weiter diskutiert. Die Stuttgarter Oper ist ein staatliches Haus.

Rund zehn Millionen Euro hat die Stadt zuletzt schon in die Sanierung ihres Theaters gesteckt: Das Dach wurde saniert. Auch die Technik ist jedoch veraltet, weshalb eine komplette Sanierung seit Jahren im Raum steht. Wie in Augsburg soll auch in Ingolstadt 2016 der Vorhang fallen. Der derzeit genutzte Bau mit seinen 660 Plätzen stammt aus den 60er Jahren. Im Gespräch ist derzeit der Bau einer zweiten Spielstätte, die zunächst als Übergangsbühne für die Zeit der Sanierung dienen soll. Danach, so der Plan, bleibt dieses zweite Haus bestehen. Insgesamt sollen 100 Millionen Euro investiert werden.

40 Jahre lang war das Staatstheater Karlsruhe in Betrieb, nun muss auch dieses Haus saniert und erweitert werden. 125 Millionen Euro wurden letztes Jahr für die Maßnahme veranschlagt, die je zur Hälfte von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg getragen wird. Die konkreten Planungen samt umfassender Bürgerbeteiligung begannen im Januar dieses Jahres.

Opern- und Schauspielhaus wurden von 1954 bis 1962 erbaut. Das Ensemble ist – wie das Augsburger Haus – denkmalgeschützt. Es soll saniert werden, die Gesamtmaßnahme beinhaltet außerdem den Neubau einer Kinderoper und eines Kleinen Hauses. 253 Millionen Euro sind veranschlagt, Wiedereröffnung soll diesen Sommer sein.

Diese Stadt hat die Sanierung ihres Theaters hinter sich: 2012 wurde das Haus wiedereröffnet. Bürger und Unternehmen spendeten allein 19 Millionen Euro der über 50-Millionen-Maßnahme. Es wurde um einen zweiten Saal samt Werkstätten und Probebühnen erweitert. Wie in Augsburg war das Haus marode gewesen, 2006 musste es wegen der gravierenden Mängel teilweise geschlossen werden.

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