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Augsburg

27.12.2019

Was bringt ein Böllerverbot an Silvester in Augsburgs Innenstadt?

Ein Feuerwerk am Rathausplatz? Eigentlich herrscht in diesem Bereich ein Böllerverbot. Doch nicht alle Menschen werden sich daran halten.
Bild: Peter Fastl

Plus Silvesterfeuerwerk ist in der Augsburger Innenstadt verboten. Dass es dennoch laut werden dürfte, liegt auf der Hand. Polizei und städtischer Ordnungsdienst kontrollieren.

Die Regelung für die Silvesternacht ist nicht neu, sie gilt seit dem Jahr 2017 in großen Teilen der Augsburger Innenstadt: Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und sonstigen pyrotechnischen Gegenständen ist verboten. Wer sich nicht an das Verbot hält, dem drohen Strafen. Städtischer Ordnungsdienst und Polizei sind in der Silvesternacht gemeinsam im Einsatz.

Dass das neue Jahr ohne Raketen und Knaller in der Innenstadt begrüßt wird, ist andererseits in dieser Form nicht zu erwarten. Das lehrt die Erfahrung der zurückliegenden Jahre. Gerade die Maximilianstraße war stets ein Ort, an dem Feuerwerkskörper gezündet wurden. Wenn hunderte Menschen um Mitternacht auf der Straße stehen, fällt es schwer, die Böllerei zu unterbinden.

Was bringt das Böllerverbot an Silvester? Das sagt Ordnungsreferent Dirk Wurm

Ordnungsreferent Dirk Wurm lässt unwidersprochen, dass eine strenge Umsetzung des Verbots in der Praxis nicht realistisch sei: „Selbstverständlich wird aber verstärkt kontrolliert, inwieweit durch Partybesucher Feuerwerkskörper mitgeführt werden. Gegebenenfalls werden diese Böller konfisziert, um bereits im Vorfeld den verantwortungslosen Umgang damit zu unterbinden.“ Zugangskontrollen werde es im Bereich der Innenstadt nicht geben.

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Das Böllerverbot ist in einer Verordnung festgelegt. Diese behördliche Anordnung gibt den Einsatzkräften zumindest die rechtliche Grundlage, die schlimmsten Auswüchse zu verhindern. So können Betrunkenen die Feuerwerkskörper abgenommen werden, wenn sie sich in der Innenstadt bewegen.

Dass Sicherheitskräfte einschreiten, belegen Zahlen aus der Silvesternacht 2018/2019. Der Ordnungsdienst stellte 109 Verstöße fest, 550 pyrotechnische Gegenstände wurden sichergestellt, zudem erhielten zwei Personen Platzverweise. Das Verbot wurde auch deshalb erlassen, um die historische Altstadt und andere Gebäude der City zu schützen. Weil auf dem Rathausplatz zudem noch Christkindlesmarktbuden stehen, bestehe akute Brandgefahr durch die Feuerwerkskörper.

Es gibt eine Onlinepetition für eine Licht- und Lasershow an Silvester

Feuerwerk mit Raketen und Böllern gefällt nicht jedem. Die V-Partei hat daher angeregt, in Augsburg künftig eine Licht- und Lasershow zu veranstalten. Kickboxerin und Rocksängerin Tina Schüssler gehört zu den Initiatoren einer Onlinepetition, die sich für eine solche Veranstaltung ausspricht. Mehr als 800 Personen haben unterschrieben. Schüssler sagt: „Ich wünsche uns allen eine richtig tolle Silvesterparty, jedoch sehe ich jedes Jahr, wie verschreckt all unsere Tiere sind, die Feinstaubbelastung immer größer wird.“ Als Botschafterin des Bayerischen Roten Kreuzes registriere sie, dass schreckliche Unfälle in Silvesternächten passierten. Dazu kämen Unmengen an Dreck und Müll.

Dass die Böllerei die Umwelt belastet, ist bekannt. Die Luftbelastung mit Feinstaub lag im Vorjahr zu Spitzenzeiten, kurz vor 1 Uhr, bei 322 Mikrogramm pro Kubikmeter am Königsplatz und bei mehr als 480 in der Karlstraße. Das ist im Vergleich zu Normalverhältnissen (Freitag am Königsplatz: 20 Mikrogramm) ein deutlich erhöhter Wert. Er ist abhängig vom Wetter. Das Umweltbundesamt betonte, dass in der Silvesternacht 2018/2019 die Feinstaubbelastung in Augsburg damit in etwa jener der Silvesternacht 2017/2018 entsprochen habe.

Das Böllerverbot gilt räumlich auf folgenden Straßen und Plätzen sowie zwischen diesen Bereichen: Königsplatz, Fuggerstraße, Grottenau, Karlstraße, Leonhardsberg, Pilgerhaus, Mittlerer Graben, Oberer Graben, Forsterstraße, Remboldstraße, Rote-Torwall-Straße, Eserwallstraße, Theodor-Heuss-Platz und Konrad-Adenauer-Allee.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Böllerei: Eine Innenstadt ohne Silvesterraketen ist weltfremd

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Die Diskussion ist geschlossen.

31.12.2019

Im laufen der nächsten Jahre werden es bedeutend weniger Menschen sein, die Spaß an Umweltschädigung, unnötigem Krach und Dreck haben.

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30.12.2019

Genau an dieser Böllerei wird die irre Widersprüchlichkeit deutlich.
Deutschland liefert Waffen weltweit auch in Spannungsgebiete. Damit wird auch geknallt. Aber mit dem Ziel, Leben zu vernichten und nicht nur bunte Lichter zu erzeugen.

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30.12.2019

Was es bringen soll? Verärgerte Bürger denen man den Spaß nimmt. Es ist ja nicht nur ein Böller, sondern auch ein Glasflaschen Verbot erlassen worden. Kurz vor Mitternacht in der Alt- oder Innenstadt vor seiner Haustür das neue Jahr zu begrüßen, mit Sekt in der Hand, ist also nicht mehr erlaubt oder sollen wir aus umweltschädlichen Plastikbechern trinken? Sicher hat Herr Wurm (SPD) auch schon das Ordnungsamt abkommandiert, damit man den Bürgen noch saftige Bußgelder aufbrummen kann wenn sie es doch wagen. Armes Augsburg! Da kann man nur hoffen, dass die Anwohner wie auch in den letzten Jahren wieder stillen Protest üben und sich diesem Ordnungsirrsinn widersetzen!

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