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Augsburg

17.04.2019

Was das Lokal Mom's Table so besonders macht

Andrea Elisabeth Kusanc und ihr Mann Münir führen gemeinsam das Restaurant Mom’s Table, das sie im Oktober 2016 eröffnet haben. Nach dem Augsburger Zukunftspreis, den sie im Jahr 2017 gewannen, gewannen sie nun den Wettbewerb der WeltverbEsserer.
Bild: Silvio Wyszengrad

Andrea Elisabeth und Münir Kusanc betreiben das vegane Lokal „Mom’s Table“ in der Maximilianstraße. Für ihr Konzept haben sie einen Preis bekommen. Auch andere Augsburger Lokale werden beachtet.

Andrea Elisabeth Kusanc und ihr Mann Münir sind „WeltverbEsserer“. Mit dem Konzept ihres Augsburger Restaurants „Mom’s Table“ machen sie somit die Welt besser, waren sich kürzlich die Jurymitglieder des deutschlandweiten, gleichnamigen Wettbewerbs einig und wählten die Augsburger auf den ersten Platz. Die Konkurrenz war nicht klein: 33 Teilnehmer buhlten mit ihrem Konzept um diesen Nachhaltigkeitspreis, der erstmals von der Berliner Agentur Branding Cuisine ausgelobt wurde.

„Die Hälfte der Teilnehmer kam aus Berlin, die andere Hälfte aus ganz Deutschland. Ins Finale hatten es vier Konzepte geschafft, drei Berliner Firmen und unser Mom’s Table aus Augsburg. Wir haben gewonnen“, freut sich Münir Kusanc. Die Konsequenz, mit der sie ihr Konzept umsetzen, habe den Ausschlag gegeben, fügt seine Frau Andrea Elisabeth hinzu.

Im Oktober 2016 eröffneten sie ihr veganes Restaurant in der Maximilianstraße. Dort kommen nur Bio-Produkte auf den Tisch. Die Speisen sind glutenfrei und frei von Industriezucker. Chemische Zusätze sind genauso tabu wie Farb-, Konservierungs- und Geschmackszusätze. „Es geht aber noch viel weiter: Wir verwenden nur Ökostrom und gefiltertes, vitalisiertes Wasser“, sagt Andrea Elisabeth Kusanc – und ist mit ihren Ausführungen noch nicht am Ende. Das Konzept ist von Anfang bis Ende auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, Kompromisse wollte das Paar in keinem Bereich machen. Die Produkte stammen aus ökologischer Landwirtschaft aus der Region, der Lieferservice wird von den „Boxboten“ mit dem Fahrrad erledigt.

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Die Betreiber von "Mom's Table" arbeiten, wie sie leben

Münir Kusanc und seine Frau müssen sich für ihr Restaurant nicht verbiegen. „Wir leben so“, sagen sie. Für den gebürtigen Augsburger war es ein Weg, den er vor einigen Jahren eingeschlagen hat und mit dem er heute sehr glücklich ist. Früher verkaufte er Döner. Einige Jahre betrieb er den Imbiss „Pamukkale“ am Judenberg. Irgendwann setzte ein Veränderungsprozess ein: Zuerst wollte er kein Fleisch mehr essen, wenig später wollte er es auch nicht mehr verkaufen. Kusanc stellte seine Ernährung auf veganes Essen um, also frei von tierischen Produkten, und absolvierte eine Ausbildung zum Gesundheits- und Ernährungsberater.

Gemeinsam mit seiner Frau Andrea Elisabeth entwickelte er das Konzept und die Rezepte für das gemeinsame Restaurant. Seine Ideen dafür holte sich das Paar unter anderem in Berlin. „Wir haben an vier Tagen 60 Locations angeschaut, dabei viel gelernt und interessante Aspekte für uns herausgezogen“, erzählt er. Seit über zwei Jahren erweitern sie mit ihrem kulinarischen Konzept das Augsburger Angebot. „Bei uns steht bereits am Eingang, dass wir ein veganes Restaurant sind. Wir verheimlichen es nicht, wie andere, die Angst haben, Kunden abzuschrecken“, sagt Andrea Elisabeth Kusanc. Sie leben das Konzept, wurden von Vegetariern, Veganern und Menschen mit Unverträglichkeiten herzlich begrüßt und haben inzwischen etliche Kunden für sich gewinnen können. „Wir müssen aber immer viel erklären und über unser Konzept sprechen. Es gibt auch viele Vorurteile.“ Deshalb sind sie umso glücklicher, dass sie mit ihrem Essenskonzept zum WeltverbEsserer 2019 gewählt wurden. Münir Kusanc: „Im Finale sind wir gegen die vegane Metzgerei Vetzgerei, die Lebensmittelretter von DingsDums Dumplings und das Sternelokal Nobelhart & Schmutzig angetreten, die regionale Produkte unterstützen. Das sind ebenfalls sehr inspirierende Konzepte, aber eben nicht vegan und bio.“

Der Hauptpreis hat den Augsburger Lokalbetreibern eine Förderung in Höhe von 10000 Euro gebracht, die sie in Agenturleistungen stecken werden. Im kommenden Monat steht die erste Schulung an. „Wir freuen uns darüber, professionelle Unterstützung zu erhalten, wie etwa unsere Homepage besser aufbereitet werden kann und wie wir besser auf uns aufmerksam machen können“, sagt Andrea Elisabeth Kusanc.

Auch andere Augsburger Lokale wurden ausgezeichnet

Augsburger Lokale kommen immer wieder in nationalen Bewertungen vor. Die SteakManufaktur im Prinz-Karl-Palais wurde Ende vergangenen Jahres von den Gästen auf der Touristik-Website Tripadvisor unter die zehn besten Lokale Deutschlands gewählt. Neben Restaurants in München, Dresden, Königstein im Taunus und Berlin errang das Steak-Restaurant den 6. Platz. Denn dort gäbe es „Steaks der Extraklasse“, schreibt das Online-Reisemagazin Travelbook. Darüber freuten sich Personal und Geschäftsführer gleichermaßen. „Wir waren happy und stolz zugleich“, sagt Geschäftsführer Siegfried Assei.

Das elektronische Magazin FAZEmag stellte Anfang des Jahres die besten Klubs Deutschlands vor. Den ersten Platz belegte der „Butan Club“ in Wuppertal. Auf Platz zwei folgten der „Weidendamm“ in Hannover und das „Berghain“ in Berlin. Auf Platz vier landete das Augsburger „Kesselhaus“, wie Geschäftsführer Stephan Schulz erstaunt und erfreut feststellte. „Ich hatte erst gar nicht mitbekommen, dass wir gewählt wurden“, erzählt er.

Er sehe die gute Platzierung als Bestätigung für die Arbeit seines Teams, die umso wichtiger sei in Zeiten, in denen Klubs sterben und die Menschen weniger ausgehen.

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