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Kirche

30.01.2020

Was den neuen Bischof auszeichnet

Augsburg hat einen neuen Bischof: Bertram Meier ist zum Nachfolger von Konrad Zdarsa ernannt worden. In Kirchenkreisen ruft das große Freude hervor.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Ernennung Bertram Meiers ruft in Kirchenkreisen große Freude hervor. Viele haben mit dem Geistlichen bereits zusammengearbeitet und freuen sich, nun weitere Projekte mit ihm voranzutreiben

Der Augsburger Bischofsstuhl ist bald wieder besetzt: Sieben Monate sind seit dem Rückzug von Bischof Konrad Zdarsa vergangen, nun gibt es einen neuen Bischof für das Bistum. Es ist der 59-jährige Domdekan Prälat Bertram Meier.

Für den Geistlichen ist sein „Einsatzgebiet“ kein Neuland, was er selbst als Vorteil empfindet: „Viele kennen mich und ich kenne sie. Der Hirte soll den Stallgeruch der Schafe annehmen. Nun sind wir alle aus einem Stall.“ Mit diesen Worten erntete der neue Bischof am Mittwoch große Sympathie. Nur eines fehle ihm noch, das sei die Bischofsweihe am 21. März 2020, der Samstag vor Laetare, also noch vor Ostern.

In Reihen der katholischen und evangelischen Kirche wurde die Nachricht positiv aufgenommen. „Ich wusste vorher nicht, wer Bischof werden wird, und freue mich sehr mit Prälat Meier und für ihn. Die große Aufgabe wird das Zentrum des Evangeliums sein und dass es zu Herzen geht“, sagt Weihbischof Florian Wörner, der Meier mit ganzem Herzen unterstützen und mitmachen will.

Was den neuen Bischof auszeichnet

Weihbischof Anton Losinger brachte im Namen des Domkapitels „eine herzliche Freude zum Ausdruck“: „Wir sind davon überzeugt, eine gute Zukunft angehen zu können, weil wir einen tüchtigen Kap-lan und Priester der Diözese haben“. Da man Meier im Kapitel kenne, wisse man, wie er tickt: „Wir können mit großer Zuversicht in die Zukunft gehen. Vor allem eines: Wenn der synodale Weg jetzt kommt, an dem er als ernannter Bischof teilnehmen wird, dann sind wir dort mit substanziellen Fragen konfrontiert, die die Kirche in Deutschland und auch in Augsburg betreffen. Ich freue mich, dass wir in Bertram Meier einen klugen, intelligenten, kommunikativen und offenen Bischof haben“, so Losinger.

Stadtpfarrer Franz Götz von Herz Jesu in Pfersee zeigte sich nach der Ernennung „nicht sehr überrascht“. Bereits vorab sei spekuliert worden, dass Meier für das hohe Amt infrage komme. „Es ist durchaus eine gute Entscheidung, denn Prälat Meier hat sich in vielen Bereichen eingearbeitet und nun sind Hirte und Herde verbunden. Das ist eine gute Ausgangsposition.“

Auch im Diözesanrat der Katholiken herrschte am Mittwoch Freude. Stellvertretende Vorsitzende Sieglinde Hirner betonte, Meier habe die Fähigkeit, „die Gläubigen vom kleinsten Dorf abzuholen und mitzunehmen in die Gemeinschaft des Bistums. Darauf freue ich mich sehr. Ich wünsche ihm die Kraft und Gottes Segen, dass er alles so schafft.“ Von der Nachricht sei sie „positiv überrascht“ gewesen.

Hildegard Schütz, Vorsitzende im Diözesanrat, sagt, Meier war „der Kandidat der Herzen, der den Laien gegenüber ganz große Wertschätzung mitbringt“. Er habe ein offenes Ohr für die sorgen und Anliegen der Menschen und dazu theologischen Weitblick und pastorale Erfahrung.

Pfarrsekretärin Karin Mayr von der Dompfarrei hält die Entscheidung für passend, da Meier für das Referat Weltkirche zuständig war und die Einheit der Christen sein Thema sei. Der evangelische Ökumene-Beauftragte Frank Kreiselmeier hatte schon oft mit dem neuen Bischof zu tun. „Ich kenne Meier lange aus der Ökumene. Nun wird diese wieder groß geschrieben.“

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl hat Bertram Meier nach eigener Aussage als „versierten kirchlichen Würdenträger erlebt, mit großem persönlichen Einsatz, gesellschaftlicher und menschlicher Nähe sowie Präsenz, vor allem aber auch mit der Begabung des Dialogs“. Als langjährigem Ökumenebeauftragter der Diözese werde ihm das Miteinander von Katholiken und Protestanten auch als Bischof ein Herzensanliegen sein, hofft Gribl. „Seine Zugewandtheit zum runden Tisch der Religionen ist ein gutes Fundament für den interreligiösen Dialog.“

Auch im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Augsburg ist Bertram Meier kein Fremder. Stadtdekan Michael Thoma freut sich über die Ernennung des 59-Jährigen: „Seit vielen Jahren kenne ich Bertram Meier aus unserer sehr konstruktiven Zusammenarbeit im Bereich der Seelsorge. Ich habe dabei immer erlebt, dass er für und mit den Menschen etwas bewegt – auch über Konfessionsgrenzen hinaus. Seine Ernennung zum Bischof sei ein großer Gewinn für Augsburg und die Ökumene.“

Von Meier selbst fiel am Mittwoch eine große Anspannung ab. „Nicht, weil ich einen Sieg errungen hätte, sondern weil jetzt raus ist, wer der neue Bischof wird. Ich weiß sowohl fürs Bistum wie für mich als Person, wie es weitergeht. Bei mir überwiegt die Vorfreude. Ich war noch nie ein Mensch, der vor Herausforderungen gekniffen hätte.“

Seine Aufgabe als Bischof nehme er sehr ernst: „Bischof sein heißt nicht nur, mit Weihrauchfässern Pontifikalämter zu zelebrieren, sondern auch den mühsamen Dienst des Alltags, vor allem an der Einheit in einer vielstimmigen Kirche zu leisten. Die Leute sind meistens sehr wohlwollend und meinen es ernst. Ihnen zuzuhören – auch verbindlich und damit verbindend zu wirken, darauf freue ich mich.“

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