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Augsburg

10.12.2019

Was die Augsburger am meisten beschäftigt und ärgert

Oberbürgermeister Kurt Gribl wollte von den Augsburgern wissen, was sie bewegt.
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Oberbürgermeister Kurt Gribl wollte von den Augsburgern wissen, was sie bewegt.
Bild: Siegfried Kerpf

Plus Nach einem Jahr gehen die Stadtteilgespräche zwischen Bürgern und Politikern zu Ende. Sie zeigen, welche Dinge die Augsburger besonders ärgern.

Zwölf Stadtteilgespräche sind geschafft, mit dem Gespräch für die Innenstadt samt Jakobervorstadt am Mittwoch im Goldenen Saal findet das Gesprächsformat seinen Abschluss. Der Termin ist zugleich die offizielle Bürgerversammlung für die Gesamtstadt. Mehr als 900 Bürgeranfragen nahm die Verwaltung als „Hausaufgaben“ mit aus den Gesprächen; ein großer Teil davon wurde bereits beantwortet und auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht.

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Ein Jahr lang zog Oberbürgermeister Kurt Gribl mit den Referenten immer wieder durch die Stadtteile. An Runden Tischen konnten die Bürger unter vier Augen mit ihrem Stadtoberhaupt und den zuständigen Referenten ihre Probleme diskutieren oder im Plenum ihr Anliegen vortragen. Jede Anregung wurde notiert und zur Bearbeitung mitgenommen.

OB von Augsburg: direkter Kontakt durch Stadtteilgespräche

Für Oberbürgermeister Kurt Gribl sind die Stadtteilgespräche ein Erfolg. „Der organisatorische Aufwand für die Verwaltung ist nicht unerheblich, aber er hat sich gelohnt“, sagt er. Die Stadtteilgespräche ermöglichten stadtweit den direkten Kontakt der politischen Verantwortlichen mit der Bevölkerung. Das sei sehr demokratisch. „Dass von diesem Angebot auch so rege Gebrauch gemacht wurde, zeigt mir, dass es ein richtiger Ansatz ist“, so das Stadtoberhaupt.

Was die Augsburger am meisten beschäftigt und ärgert

Durchschnittlich 200 Bürger kamen zu den Gesprächen, wobei es Ausreißer nach oben und unten gab. So beschwerte sich ein Teilnehmer im Hochfeld, warum zu diesem Gespräch „nur so grauslich wenig Leute“ gekommen sind – weniger als 100 Bürger interessierten sich für die Veranstaltung. Dagegen waren beispielsweise die Termine in Lechhausen und Kriegshaber mit jeweils mehr als 250 Teilnehmer besonders gut besucht. Interessant ist der Vergleich zur offiziellen Bürgerversammlung für die gesamte Stadt: In den vergangenen Jahren kamen dazu zwischen 50 und 200 Besuchern. In den Stadtteilgesprächen hatten die Referenten unterschiedlich viel zu tun.

Parken und Durchgangsverkehr sind in Augsburg Dauerbrenner-Themen

Während Kulturreferent Thomas Weitzel nur hin und wieder zum Einsatz kam, waren vor allem Baureferent Gerd Merkle und Ordnungsreferent Dirk Wurm gefragt. So waren die Themen „Parken“ und „Durchgangsverkehr“ ein Dauerbrenner, der bei fast allen Stadtteilgespräche mit Vehemenz vorgetragen wurde. Von zugeparkten Wohnstraßen in Inningen über Lkw im Wohngebiet im Univiertel bis zu befürchtetem Verkehrschaos rund um künftige Bebauung an der Uniklinik reichte das Spektrum.

Während Baureferent Merkle nicht müde wurde zu erklären, weshalb mehr Parkplätze kein Allheilmittel sind und warum erst mit Blick aufs große Ganze – Stichwort Osttangente und neue Anschüsse an die B17 – echte Lösungen für den Durchgangsverkehr bringen könnte, notierte Wurm fleißig Problemstellen und versprach das eine ums andere Mal, seine Verkehrsüberwachung oder den Ordnungsdienst zu Kontrollen zu schicken. Auch bei Sportthemen wie dem Wunsch nach einem 50-Meter-Schwimmbecken und der Renovierung der Hallenbäder kam Wurm zum Einsatz.

Auch Umweltreferent Reiner Erben war regelmäßig gefragt. Neben Themen wie Baumfällungen und -nachpflanzungen beispielsweise im Herrenbach war er auch als Chef der Abfallwirtschaftsbetriebe Ansprechpartner, wenn es um vermüllte Straßen oder Anlagen in der Stadt ging. Schulsanierungen, Kinderbetreuung oder wie in Göggingen der Wunsch nach besserer Betreuung für Jugendliche teilten sich Schulreferent Herman Köhler und Bürgermeister und Sozialreferent Stefan Kiefer. Vor allem die Betreuung von Schulkindern war ein Thema, das über die Stadtteile hinweg vielen Eltern auf den Nägeln brennt.

Sanierung des Staatstheaters verteidigt

Dass alles was wünschenswert ist, auch bezahlt werden muss, betonte Bürgermeisterin und Wirtschaftreferentin Eva Weber. Doch sie verteidigte auch städtische Ausgaben, wie die Sanierung des Staatstheaters.

Neben den Referenten hatten auch die Chefs der städtischen Töchter zu tun. Wenn es um soziales Wohnen, Mieten und den Wohnungsmarkt in Augsburg ging, griff Gribl auf das Fachwissen von Wohnbaugruppen-Chef Dominik Hoppe zurück. Stark gefragt – besonders bei den Gesprächen am Runden Tisch – war auch Stadtwerke-Chef Walter Casazza, der Wünsche nach neuen Bus- und Straßenbahnlinien aufnahm – und die AVV-Reform verteidigte.

Obwohl einige Themen durchaus engagiert und kontrovers angegangen wurden, lobt Oberbürgermeister Gribl die Gesprächskultur auf den Veranstaltungen. Konstruktiv, nicht aufgeregt, respektvoll, bisweilen auch humorvoll und heiter seien die Gespräche verlaufen. „Vor allem bei den Tischgesprächen ist mir aufgefallen, dass viele Bürgerinnen und Bürger gut vorbereitet waren und aufbereitete Unterlagen dabei hatten“, sagt er. Die Antworten der Stadt auf die Bürgeranliegen kann man im Internet unter www.augsburg.de/stadtteilgespraech nachlesen. Innerhalb von drei Monaten stünden die Antworten online.

Das Stadtteilgespräch Innenstadt und Jakobervorstadt mit Bürgerversammlung findet am Mittwoch, 11. Dezember, ab 18 Uhr im Rathaus, Goldener Saal, statt.

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