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Augsburg

28.01.2021

Was für ein Winter: Augsburg kommt schon fast auf 40 Zentimeter Neuschnee

Ein Winterspaziergang auf einer geschlossenen Schneedecke - das war diesen Winter bereits mehrmals möglich.
Foto: Silvio Wyszengrad

Plus Viele Augsburger freuen sich über den vielen Schnee. Ungewöhnlich sei das allerdings nicht, sagen Fachleute. Der Winterdienst hat coronabedingt massive Personalprobleme.

Es ist ein Winter, in dem die Kinder bereits auf ihre Kosten gekommen sind. Schneemänner wurden in allen Größen gebaut, auf den Augsburger Rodelbergen ging es tagelang auf und ab. Aber auch viele Erwachsene genossen ausgedehnte Spaziergänge in zauberhaften Winterlandschaften. Es sei mal wieder ein "richtiger" Winter, freuen sich die Liebhaber von Flocken und Eis. Ist das aber wirklich so?

Damit der Schnee liegen bleibt müssen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen.
Foto: Silvio Wyszengrad

"Die Menschen haben sich vom Winter ein wenig entwöhnt", sagt Prof. Thomas Schneider, Vorsitzender der Schwäbischen Geographischen Gesellschaft. In den vergangenen Wochen habe es in überraschend kurzer Zeit viel geschneit. "Dass der Schnee in der Stadt, die eine Wärmeinsel darstellt, liegenbleibt, sorgt dann teils für Verwunderung", stellt Schneider fest. Dabei bringe eine Kombination aus Tief- und Hochdruckgebieten feuchte Luftmassen in unsere Region, die sich nun einmal abregneten oder bei den entsprechenden Temperaturen in Form von Schneeflocken zur Erde fielen. Früher sei das der "Normalfall" gewesen, betont er.

Durchschnittswinter in Augsburg kommt auf 46 Zentimeter Neuschnee

Meteorologe Klaus Hager sieht es genauso. Bis Mitte der 80er-Jahre gab es in den Wintern ausgeprägte Schneedecken. "Dann wurde es weniger", sagt er. Von einem besonderen Winter will der Fachmann dieses Jahr aber nicht sprechen. "Für unsere Höhenlage ist es ein ganz normaler Winter." Bislang habe es in diesem Winter in Augsburg an die 40 Zentimeter Neuschnee gegeben. Die durchschnittlichen Winter der vergangenen Jahre brachten es auf 46 Zentimeter. "Das werden wir diesen Winter auf jeden Fall erreichen", ist sich Klaus Hager sicher. Ausreißer nach unten und oben würden den Blick auf den "normalen Winter" verfälschen. Gab es im 2019/2020 gerade einmal sieben bis acht Zentimeter Neuschnee, brachte es der Winter 2018/2019 auf 134 Zentimeter Neuschnee in Augsburg. "Damals gab es allein im Januar 2019 an 19 Tagen eine geschlossene Schneedecke", erinnert sich Hager.

In Corona-Zeiten läuft vieles anders als gewohnt.
Foto: Silvio Wyszengrad (Archivfoto)

Für die vergangenen Jahrzehnte hat er viele solche Ausreißer dokumentiert. Im Jahr 1989 gab es den ganzen Winter in Augsburg gerade einmal vier Zentimeter Neuschnee, im Jahr 2002 nur drei Zentimeter. Im Jahr 1968 wurden dagegen 147 Zentimeter registriert und im Jahr 2005 ein ganzer Meter.

Grevy-Zebras haben Spaß im Schnee. Zoo Augsburg.
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Der besondere Blick auf Augsburg
Foto: Arno Wehrmann

Damit der Schnee liegen bleibt, braucht es Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Damit sei es am Donnerstag allerdings vorbei. "Dann wir es erst einmal wieder regnen", sagt Klaus Hager. Das bedeute allerdings nicht, dass das winterliche Vergnügen dann bereits passé ist. Der Fachmann geht davon aus, dass es in den kommenden Wochen immer mal wieder schneien kann. Dafür brauche es einfach die dafür nötigen Luftmassen und Temperaturen. Für einen Jahrhundertwinter werde es diesen Winter allerdings nicht mehr reichen. "Das war im Winter 1962/1963 der Fall. Damals fror der Bodensee zu. Es gab Dauerfrost von November bis April", erzählt der Meteorologe.

Winterdienst war bisher 59 Mal im Einsatz

Auch wenn es sich nur um einen "normalen" Winter handelt, hatte der Winterdienst schon einiges zu tun. Er rückte in diesem Winter bisher insgesamt 59 Mal aus, wobei in diese Zahl auch punktuelle Streueinsätze an bestimmten neuralgischen Stellen wie Brücken einfließen. Groß geräumt wurde nur einmal. Die großen Fahrzeuge, so der Abfallwirtschaftsbetrieb, streuten bisher um die 2000 Tonnen Salz und 220 Tonnen Splitt zur Sicherung der Hauptverkehrsstraßen. Zum Vergleich: Im vergangenen Winter, in dem es kein einziges Mal eine nennenswerte Schneedecke in Augsburg gab, wurden nur etwa 400 Tonnen Salz und 40 Tonnen Splitt verteilt. Laut Stadt sind die städtischen Salz- und Splittlager noch gut gefüllt und reichen für diesen Winter.

Wie schön das historische Augsburg auch im Winter ist, lässt sich bei einem Spaziergang vom Wertachbrucker Tor bis zum Roten Tor entdecken - immer an der alten Stadtbefestigung entlang.
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Ein Winterspaziergang entlang der Augsburger Stadtmauer
Foto: Annette Zoepf

Probleme macht nach wie vor die Personalsituation, speziell im Wertstoff- und Servicepunkt Ost an der Berliner Allee. Hier sei die Lage aufgrund von Corona-Infektionen sehr angespannt. Am Mittwoch waren von 75 Mitarbeitern gerade einmal 20 im Einsatz. Der Rest war corona-positiv getestet, befand sich in Quarantäne oder war anderweitig erkrankt. Momentan, so die Stadt, komme man noch einigermaßen über die Runde, weil Mitarbeiter aus anderen Behörden, etwa des Sport- und Bäderamts, beim Schneeräumen aushelfen.

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