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Augsburg-STadt

29.04.2015

Was haben Sindbad und Romeo gemeinsam?

Sindbad, der Seefahtrer gehörte zu den am besten besuchten Stücken am Theater.
Bild: Foto: Nik Schölzel/ Theater Augsburg

Die beiden Stücke gehören zu den am besten besuchten Inszenierungen des Theaters. Gestern wurde im Kulturausschuss Bilanz gezogen. Dabei kamen auch die Flops zur Sprache – und natürlich das liebe Geld

Gut die Hälfte der Spielzeit im Theater ist vorbei – Gelegenheit also für eine Zwischenbilanz. Die gab es gestern im Kulturausschuss des Stadtrats – zusammen mit dem Abschlussbericht der letzten Spielzeit. Ein Überblick:

Sanierung Nach dem ersten Schock über mögliche Kosten von 235 Millionen Euro ist es ruhiger geworden um die Sanierung. Im Hintergrund, betont Kulturreferent Thomas Weitzel, laufen intensive Gespräche mit dem Freistaat. Dort wird derzeit die Planung des Münchner Büros Achatz geprüft. „Über Inhalte haben wir Stillschweigen vereinbart“, so Weitzel. Es geht aber wohl auch um die Frage, ob bei der Sanierung finanziell abgespeckt werden kann oder ob es möglich ist, zum Beispiel die Werkstätten vom Kennedyplatz auszulagern.

Finanzen Die vergangene Spielzeit hat das Theater mit einem Plus von rund 179000 Euro abgeschlossen. Unterm Strich steht in der Bilanz der größten Augsburger Kultureinrichtung aber noch immer ein Minus von über 850000 Euro. Da das Theater ein Eigenbetrieb ist, muss die Stadt dieses Defizit ausgleichen. Dass letzte Saison mehr eingespielt wurde als gedacht, liegt laut kaufmännischem Direktor Steffen Rohr unter anderem an einer erfolgreichen Freilichtbühnensaison. Den größten Posten auf der Ausgabenseite machen die Personalkosten für die knapp 400 Mitarbeiter aus. Sie liegen derzeit bei über 19 Millionen Euro.

Zuschüsse Von Stadt, Freistaat und Bezirk wird das Theater jährlich mit rund 22,1 Millionen Euro bezuschusst. Sorgen macht der Intendanz derzeit die Entwicklung bei den Fördermitteln aus München: Derzeit sind vom Freistaat 7,9 Millionen eingeplant, laut Rohr sollte nachverhandelt werden – das Theater hoffte auf eine halbe Million zusätzlich. „Dazu liegt jedoch kein positives Ergebnis vor“, sagt Rohr. Langfristig müsste der Freistaat seinen Zuschuss um 700000 Euro erhöhen, er läge dann bei 8,6 Millionen jährlich.

Besucher Letzte Spielzeit besuchten über 233000 Menschen die Veranstaltungen des Theaters Augsburg. Am Ende dieser Saison sollen es 235000 sein. Derzeit hinkt die Bilanz noch hinter dem Ansatz zurück. Rohr ist mit der Entwicklung trotzdem zufrieden – vor allem in finanzieller Hinsicht: Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Einnahmen pro verkaufter Karte um knapp 60 Cent höher. Bislang hat das Theater durch den Ticketverkauf über 200000 Euro mehr eingenommen, als im Wirtschaftsplan angesetzt.

Inszenierungen Wie jedes Jahr gibt es Tops und Flops. Zu den Inszenierungen, die am besten besucht waren, gehören „Romeo und Julia“ (Ballett) sowie das Weihnachtsmärchen „Sindbad der Seefahrer“. Sindbad ist übrigens die Inszenierung, die am häufigsten zu sehen war: 32 Mal. Von den Besuchern weniger gut angenommen wurde die Oper „Jenufa“, die Augsburg von der Oper Graz übernommen hat. Trotzdem kamen bei dieser Inszenierung pro Besucher die meisten Einnahmen herein: Pro verkaufter Karte waren es 24,41 Euro. „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ (Schauspiel) hat die Erwartungen ebenfalls nicht erfüllt. Bei diesen Aufführungen war das Große Haus jeweils nur zur Hälfte gefüllt.

Auslastung Im Großen Haus liegt sie bei 79 Prozent, in der Brechtbühne bei 81, im Hoffmannkeller bei 74 Prozent. Am besten werden die Sinfoniekonzerte angenommen, die zu 90 Prozent ausgelastet sind.

Wie wertvoll ist der Kostümfundus?

Kurioses Der Kostümfundus des Theaters wird in der Bilanz mit einem Wert von 300000 Euro angesetzt. So viel Geld benötigt das Theater jedes Jahr, um neue Kostüme zu schneidern. Wie viel der Fundus tatsächlich wert ist, kann niemand sagen. „Wir können ja nicht jeden Schlips einzeln berechnen.“

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