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Augsburg

25.11.2017

Was machen die Mäuse auf dem Spielbrett?

Kleine Mäuse ersetzen auf einem Spielbrett Roulettekessel und Elfenbeinkugel. Die Ausstellung „Kleine Welten“ im Maximilianmuseum bietet auch noch andere Überraschungen. Sie läuft bis Anfang Februar.
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Kleine Mäuse ersetzen auf einem Spielbrett Roulettekessel und Elfenbeinkugel. Die Ausstellung „Kleine Welten“ im Maximilianmuseum bietet auch noch andere Überraschungen. Sie läuft bis Anfang Februar.
Bild: Bernd Hohlen

Die Spielzeugausstellung „Kleine Welten“ im Maximilianmuseum dreht sich um Gesellschaftsspiele. Liebevoll arrangierte Szenen machen die Schau reizvoll.

Am liebsten würde man sich hinsetzen, zu würfeln anfangen und seine Spielfiguren übers Spielbrett ziehen. Die Ausstellung „Kleine Welten“ lädt jedoch in erster Linie zum Schauen ein. Zum siebten Mal präsentiert das Maximilianmuseum in der Advents- und Weihnachtszeit seine beliebte Sonderausstellung zu Spielzeug in alten Zeiten. Gesellschaftsspiele bilden diesmal den Schwerpunkt dieser „kleinen und feinen Ausstellung“, wie sie Christoph Emmendörffer, Leiter des Maximilianmuseums, nennt.

Spielsüchtiger Teddybär

Bei einem Rundgang mit der Ausstellungskuratorin Christina von Berlin begegnen dem Besucher im Schauraum des 2. Stockes des Museums sorgfältig, zum Teil auch mit Witz gestaltete Vitrinen mit Quartett-, Brett- und Glücksspielen aus vergangener Zeit. Gleich ins Auge fällt ein prächtig bemaltes Roulettebrett aus Venedig, aus dem 18. Jahrhundert, wie man sie in Italien und Frankreich kannte. Es fehlen der Roulettekessel und die Elfenbeinkugel. Anstelle dessen hat Christina von Berlin Mäuschen auf das Brett gesetzt. Ein Teddybär aus dem Jahr 1920 – sein Bild wirbt für diese Ausstellung – hat vor sich einen Haufen Jetons. „Er ist ein wenig spielsüchtig“, meint die Kuratorin augenzwinkernd.

Es lohnt sich in dieser Ausstellung, nahe an die Objekte hinzugehen und auf die Details zu achten: Zwölf Spielkarten, 1820 geschaffen, zieren Augsburger Sehenswürdigkeiten wie der Augustus- und Herkulesbrunnen, der Perlachturm und das Rathaus. Christoph Emmendörffer weist auf die gute Zusammenarbeit mit dem Grafischen Kabinett für diese Ausstellung hin. So werden die Spielkarten ergänzt durch einen Druckstock für ein Kartenspiel sowie und Kupferstiche mit einer Christtagszene und Kinderspiel-Motiven.

Ins Auge fallen zwei Barockpuppen, geschaffen um 1770, eine der Damen blickt in eine mit Spieljetons gefüllte Schachtel zu ihren Füßen. Ein Miniaturteller mit Süßem ergänzt diese Szene.

In Hoffnung auf ein wenig Reichtum

Solch kleine, liebevoll arrangierte Szenen machen die Ausstellung „Kleine Welten“ so reizvoll. Zu entdecken sind vornehm gekleidete Herrschaften – eine Besonderheit sind ihre Puppenköpfe aus Papiermaché –, die sich dem Spiel mit einem kostbaren Quartett hingeben. Daneben das Dienstpersonal, das, in der Hoffnung auf ein wenig Reichtum, und sei es nur im Spiel, Monopoly spielt. Christina von Berlin erzählt dazu die tragische Geschichte von Elisabeth Magie, die das Spiel 1904 eigentlich erfunden hatte, die Rechte aber hatte sich später die Firma Parker Brothers gesichert. Monopoly gehört zu den Spieleklassikern, genauso wie Domino, Mühle oder Dame, die in der Ausstellung präsentiert werden. Aufgeschlagen ist auch ein „Kleines Unterhaltungsbuch“, entstanden um 1820, das deutlich vor der Gefahr des Spielens warnt.

Öffnungszeiten Die Ausstellung „Kleine Welten. Spielzeug in alten Zeiten“, läuft vom 25. November bis 4. Februar im Schauraum des Maximilianmuseums im 2. Stock. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag, 10 Uhr bis 17 Uhr.

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