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27.06.2018

Was wird aus den Bäumen?

Hier Antworten der Stadt auf die Frage, wie sicher der Herrenbach und andere Kanäle innerhalb der Stadt sind.

Das Wasserbauwerk am Herrenbach stammt aus dem Jahr 1967. Warum veranschlagt die Stadt die Lebensdauer des Betons dort auf 110 Jahre, während andere Betonbauwerke wie Brücken und Schulen schon nach wenigen Jahrzehnten saniert werden?

Nach Angaben der städtischen Pressestelle ergibt sich die theoretische Nutzungsdauer für Ingenieurbauwerke aus der sogenannten „Ablösebeträge-Berechnungsverordnung ABBV“. Dementsprechend seien die unterschiedlichen Bauwerke hinsichtlich der verwendeten Baumaterialien und Belastbarkeit einer unterschiedlichen theoretischen Nutzungsdauer zugeordnet. Die Lebensdauer des Betons hänge aber auch von der Substanzerhaltung durch Sanierungs- und Unterhaltarbeiten ab.

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Wie oft und bei welchen Gelegenheiten wird das Kanalnetz saniert?

Die Stadt verweist auf die alljährlichen Kanalablässe, bei denen der Wasserstand in den Kanälen abgesenkt wird. Sie dienen dazu, Sanierungsarbeiten an den Gerinnen, Schleusen und Brückenbauwerken vorzunehmen und diese zu überprüfen. Dieser „Gewässerunterhalt“ umfasst nicht nur die Instandhaltung der Gerinne und Uferwände, sondern auch der technischen Einrichtungen wie Wehranlagen sowie Schleusen- und Teilungsbauwerke.

Sind alle Kanäle auf einem entsprechenden Stand und wann stehen die nächsten Sanierungen an?

Die städtischen Kanäle sind nach Mitteilung der Stadt in einem guten baulichen Allgemeinzustand. Die nächsten Sanierungsarbeiten stehen bei den Herbstablässen am Lochbach an.

Warum ist am Herrenbach kein neues Parallelgerinne möglich, um die alten Bäume am bestehenden Kanal zu erhalten und trotzdem für Hochwassersicherheit zu sorgen?

Für den Neubau eines Parallelgerinnes müssten nach Angaben der Stadt zunächst die nötigen Flächen zur Verfügung stehen. Die Umsiedlung von Kleingärten wäre erforderlich. Das neue Gerinne müsste in der gleichen Höhenlage wie das alte errichtet werden. Anderenfalls würde dem Herrenbach das Gefälle entzogen und das Wasser könnte nicht weiterfließen. Zudem müsste der Gewässerstrom zweimal – aus hydraulischen Gründen in lang gezogenen Kurven – umgelenkt werden, um ihn wieder in das bestehende Fließsystem einzubinden.

Warum kann man im Herrenbach keine Betonwanne in der Wanne bauen, um den Kanal mit Bäumen auf dem Damm zu stützen?

Das wäre extrem aufwendig, würde 6,1 Millionen Euro kosten und sich zwei Jahre hinziehen, so die Stadt. Dass die Arbeiten so kompliziert wären, liegt daran, dass das bisherige Kanalbett umgebaut werden müsste, um die bisherigen Durchflussmengen sicherstellen zu können. Eine bloße Verstärkung von Betonwänden reiche nicht.

Stimmt es, dass für die Augsburger Kanalsanierung jährlich rund 220000 Euro ausgegeben werden, während rund eine Million Euro von Kraftwerksbetreibern eingenommen werden. Könnte man mit einem einen Einmalbetrag aus diesem Posten eine aufwendigere Sanierung des Herrenbachs finanzieren, ohne knapp 100 Bäume fällen zu müssen?

Nach Angaben der Stadt stehen für den Gewässerunterhalt jährlich rund 220000 Euro zur Verfügung. Wie bereits vorher beschrieben, seien die städtischen Kanäle in einem guten baulichen Zustand. Deshalb stelle sich eine Frage nach einer aufwendigeren Sanierung nicht.

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