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Augsburg

17.03.2016

Weg frei für „Stolpersteine“

Auf Privatgrund sind in der Peutingerstraße zwei Stolpersteine verlegt, die an den im KZ internierten Politiker Hans Adlhoch und seine Frau Anna erinnern. Auch auf öffentlichem Grund können nun solche Steine verlegt werden. Allerdings sind auch andere Formen der Erinnerung möglich.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Stadtrat stimmt einstimmig für den Kompromissvorschlag beim Erinnern an Opfer des Nazi-Regimes. Für Kulturreferenten Thomas Weitzel gibt es fraktionsübergreifendes Lob

Der Stadtrat hat am Donnerstagabend einstimmig für den Augsburger Weg im Erinnern an Opfer des NS-Regimes gestimmt. Die Augsburger Lösung sieht vor, dass im öffentlichen Raum „Stolpersteine“, Stelen oder Tafeln an Menschen erinnern, die Opfer des Nationalsozialismus in den Jahren 1933 bis 1945 wurden. Die Zustimmung zu dem Kompromiss setzte einen Schlusspunkt unter einen mehrjährigen Diskussions- und Streitprozess. Hintergrund: Die Israelitische Kultusgemeinde hatte massive Bedenken gegen das in vielen deutschen Städten verwirklichte Konzept der „Stolpersteine“ – in den Boden eingelassene kleine Tafeln – geäußert. Opfer würden so mit Füßen getreten, so der Einwand.

Eine Expertenkommission erarbeitete einen Kompromissvorschlag, der den Willen von Angehörigen an vorderste Stelle stellt (wir berichteten). Gibt es keine Verwandten mehr, werden Vertreter der Opfergruppen eingebunden.

Fraktionsübergreifend gab es im Stadtrat Lob für Kulturreferent Thomas Weitzel für sein besonnenes und ausgleichendes Vorgehen. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) erklärte, er sei allen Beteiligten „dankbar dafür, wie die Thematik gehandhabt worden ist“. Es sei „nicht darum gegangen, Recht zu haben oder Recht zu bekommen“, sondern einen Kompromiss zu finden. So werde Angehörigen oder Opfergruppen-Vertretungen mit dem Erinnern nicht die nächste Verletzung zugefügt.

Parallel zu den öffentlichen Mahnmalen soll es ein Online-Gedenkbuch geben, das die Biografien zu den den Opfer-Namen an den Gedenkorten erzählt.

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