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"Weißer Hase im Capitol": Kompromiss bewahrt ein Stück Heimat

Kommentar Von Miriam Zissler
08.11.2017

"Weißer Hase im Capitol" heißt das Capitol zukünftig. Es gibt in einer Stadt wie Augsburg sicher Relevanteres zu regeln. Dieser Kompromiss war aber auf andere Weise wichtig.

Die Situation schien verfahren. Auf der einen Seite Gastronomen, die ihre wirtschaftlichen Interessen wahren müssen. Sie gaben dem Capitol einen neuen Namen, damit ihr Konzept eines bayerisch-schwäbischen Lokals aufgeht. Nur so habe der Weiße Hase in dem kostspieligen Gebäude eine Chance, betonten die Brüder Fatmir und Faton Seferi. Auf der anderen Seite standen viele Augsburger, die ihren Erinnerungen in dem ehemaligen Kino nachtrauerten – und dem Schriftzug.

Viele Augsburger hängen am "Capitol"

Es ist gut, dass sich Oberbürgermeister Kurt Gribl dieser Angelegenheit angenommen hat (hier mehr dazu). Sicherlich gibt es in einer Großstadt wie Augsburg Wichtigeres zu regeln. Doch diese Gespräche und auch die vielen Diskussionsbeiträge der Augsburger, die sich für ihr Capitol auf die Beine stellten, sorgten für die Wende.

Es ist auch gut, dass sich die Brüder Seferi auf den Kompromiss eingelassen haben. Er ist eine Lösung, mit der jeder leben kann. Und: Mit dem Schriftzug wird ein Stück Heimat bewahrt. In unserer schnelllebigen Zeit ist das für viele oft wichtiger als die große Politik.

Mehr dazu lesen Sie hier:

Der lange Weg des "Weißen Hasen" ins "Capitol"

Viele Augsburger sind traurig über die Capitol-Umbenennung 

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Die Diskussion ist geschlossen.

08.11.2017

Dieses Problem, nein: es ist eigentlich garkein Problem, diese Frage steht in meiner Prioritätenliste höchstens auf Platz 100. Eigentlich ists mir egal, mit einem kleinen ABER: schee is des ned (die verschiedenen Schriften ....)

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08.11.2017

Nein, mit dieser Lösung können nicht alle leben. Nämlich all diejenigen Augsburger nicht, denen es relativ egal war, ob die Lokalität nun unter Weißer Hase firmiert oder weiterhin unter Capitol, die aber infolge eines faulen Kompromisses nun mit ansehen müssen, wie ein Denkmal in einem Ensemble erster Güte verunstaltet wird.

Die Schriften passen nicht zusammen, sondern wie die Faust aufs Auge. Das muss einem doch auffallen, wenn man nur ein wenig Stilempfinden hat.

Dass der Schriftzug Weißer Hase höher rutschen muss, stört die Fensterfront im ersten Stock. Das kleinere im macht die Reklame noch zusätzlich unruhig.

Das Capitol war ein KINO. Die Bezeichnung galt nicht dem Haus - wie beim Höhmannhaus, dem Köpfhaus.

Ein Weißer Hase im Capitol ist also ein falsche Bezeichnung, weil es kein Kino mehr gibt.

Hier werden mit öffentlichem Druck Grundsätze des Denkmalschutzes (Leuchtreklame so dezent wie möglich) ausgehebelt. Darauf sollte man nicht stolz sein.

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