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Weltbild

24.10.2013

Weitere Bistümer kündigen Hilfe an

Die gute Nachricht hat sich gestern wie ein Lauffeuer im Unternehmen verbreitet. Das Bistum Augsburg hilft Weltbild. Aber auch andere Bistümer stellen Hilfe in Aussicht.

Die gute Nachricht hat sich gestern wie ein Lauffeuer im Unternehmen verbreitet. Lange hatte man auf positive Nachrichten gewartet, tatsächlich fielen diese immer schlechter aus. Erst das Eingeständnis roter Zahlen, dann die Entscheidung, dass rund 140 Stellen wegfallen sollen. Jetzt aber hilft das Bistum Augsburg dem Weltbild-Verlag: „Die Diözese Augsburg will die aktuelle Restrukturierung der Verlagsgruppe Weltbild GmbH mit bis zu 15 Millionen Euro unterstützen“, teilte das Bistum gestern mit. Auch Hilfen anderer Bistümer zeichnen sich ab.

Der geplante Beitrag sei „mit der besonderen Sorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begründet“, heißt es aus Augsburg. Auf Initiative von Bischof Konrad Zdarsa hätten die zuständigen Gremien in einer gemeinsamen Sitzung und nach intensiven Beratungen einstimmig beschlossen, eine „Liquiditätshilfe“ zu gewähren.

Erleichterung bei Weltbild

Im Unternehmen herrscht Erleichterung über das Signal – auch an der Weltbild-Spitze. „Wir sind dankbar, dass das Bistum Anteil an Weltbild nimmt und Unterstützung in Aussicht gestellt hat“, sagt Sprecherin Eva Großkinsky im Namen von Geschäftsführer Carel Halff. Auch aus dem Betriebsrat kommen positive Reaktionen. Verdi-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann sagt, dies sei die erste konkrete Finanzierungszusage einer Diözese. „Darüber freuen wir uns.“ Die Betriebsräte haben immer wieder an die Verantwortung der 14 kirchlichen Eigentümer appelliert, die derzeit rund 2200 Mitarbeiter am Standort Augsburg nicht im Stich zu lassen.

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Alle Probleme sind damit aber nicht gelöst

Gelöst sind alle Probleme für Weltbild damit noch nicht. Sicher ist noch nicht einmal, ob das Geld ausgezahlt wird. Denn die Diözese stellt Bedingungen: Das Geld fließt nur, wenn sich auch die anderen Gesellschafter an der Finanzierung beteiligen. Die Bistümer aber waren sich lange Zeit über ihren Umgang mit Weltbild nicht einig. Einige Bischöfe können mit dem Unternehmen wenig anfangen und hätten es am liebsten gesehen, wenn die Kirche Weltbild schleunigst verkauft hätte. Andere Bischöfe bemühten sich dagegen um eine pragmatische Lösung im Sinne der Mitarbeiter.

Am Rande der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda gab es neue Gespräche. Anschließend hieß es, man bemühe sich um eine Lösung für den Fortbestand des Unternehmens. „Entsprechende Schritte und ein Zeitplan“ seien besprochen worden.

Hilfe für Weltbild: Erzbistum München und Freising wollen nachziehen

Von welchen anderen Bistümern erwartet jetzt das Bistum Augsburg eine Beteiligung? „Die Liste der Gesellschafter ist bekannt“, teilt die Diözese dazu auf Anfrage mit. Das Erzbistum München und Freising will auf jeden Fall nachziehen. Das bestätigt Sprecher Bernhard Kellner unserer Zeitung. „Auch wir beteiligen uns entlang der in Fulda getroffenen Entscheidung“, sagt er. Kardinal Reinhard Marx sei sich der großen Verantwortung für die Mitarbeiter bewusst. Es müssten aber noch die zuständigen Gremien zustimmen.

Der Kapitalbedarf von Weltbild dürfte groß sein, wenn allein die Hilfe aus Augsburg 15 Millionen Euro beträgt. Die Diözese hält einen Anteil von 11,7 Prozent an dem Unternehmen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte vor geraumer Zeit spekuliert, dass die Liquiditätslücke von Weltbild 70 Millionen Euro beträgt. Die Umsätze bei Weltbild sind stark zurückgegangen. Von 20 bis 25 Prozent, in manchen Bereichen auch mehr, ist die Rede. Dies, „parallel mit Millionen-Investitionen“, habe zu der „extrem schwierigen Situation“ geführt, sagt Verdi-Betriebsgruppensprecher Boßmann.

Bistum Augsburg will sich von seinen Anteilen trennen

Auch wenn die Sanierung gelingt, will sich das Bistum Augsburg am Ende von seinen Anteilen an Weltbild trennen. Dort betont man, es bleibe bei der Entscheidung, „im Rahmen einer absehbar anstehenden Neuordnung der Eigentümerstruktur seine Gesellschafterstellung abzugeben“. Nach einem Beschluss der Gesellschafter aus dem Jahr 2011, Weltbild zu verkaufen, war später diskutiert worden, das Unternehmen an eine Stiftung zu überführen. Dies ist noch immer in der Debatte.

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