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Augsburg

12.12.2011

Weltbild: Betriebsrat will vor Weihnachten die Weichen stellen

Die Zentrale des Weltbild-Verlages in Augsburg. Archivfoto: Karl-Josef Hildenbrand dpa

Wie es für die Weltbild-Beschäftigten weitergehen wird, weiß derzeit niemand so genau. Von der gestrigen Bettriebsversammlung hatte sich einige mehr erwartet.

Wie es für die Weltbild-Beschäftigten weitergehen wird, weiß derzeit niemand so genau. Fest steht nur: Die Kirche will ihre Verlagsgruppe verkaufen. „Ängste sind auf jeden Fall da“, sagt Gabriele Schäfer. Sie arbeitet in der Verwaltung der Verlagsgruppe. „Gerüchte kursieren hier ohne Ende“, erzählt sie. Doch darauf allein will sie nicht vertrauen.

Schäfer informierte sich gestern bei einer Betriebsversammlung in der Schwabenhalle. Die Arbeitnehmervertreter hatten dazu eingeladen. Mehr als 1000 der 1900 Beschäftigten in Augsburg waren gekommen. Die Stimmung war geteilt: Etliche Mitarbeiter sehen der Zukunft gelassen entgegen. „Sorgen haben wir keine“, sagte ein Lagermitarbeiter. Man vertraue darauf, dass das erfolgreiche Unternehmen unter einem neuen Eigentümer wie bisher weitergeführt werde. Andere sind skeptisch. „Man denkt viel nach“, erzählte eine Lagerarbeiterin.

Die Arbeitnehmervertreter wollen diese Unsicherheit so schnell wie möglich beseitigen. Sie setzen derzeit alles daran, mit den Gesellschaftern und der Geschäftsführung einen Zukunftstarifvertrag auszuhandeln. Ziel ist es, die Interessen der Mitarbeiter im Falle eines Kaufs langfristig abzusichern. Auch dieser Zukunftstarifvertrag war gestern bei der zweieinhalbstündigen Versammlung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, Thema.

Weltbild: Betriebsrat will vor Weihnachten die Weichen stellen

Doch viele der Beschäftigten hätten sich mehr gewünscht, vor allem Auskünfte aus erster Hand. „Die Informationspolitik im Unternehmen ist nicht gut“, berichtete ein Mitarbeiter aus der IT-Abteilung. Und auch ein Teamleiter aus dem Lager klagte: „Die Mitarbeiter erfahren das meiste vom Betriebsrat oder der Presse. Wir bekommen einfach keine Antworten.“ Die gab es auch gestern nicht auf alle Fragen. Denn weder die Unternehmensspitze noch Vertreter der kirchlichen Gesellschafter waren gekommen. Nach Auskunft des Betriebsratschefs Peter Fitz hatte man sie eingeladen, darunter die Bischöfe Konrad Zdarsa und Reinhard Marx. „Leider hat niemand Zeit gefunden, teilzunehmen“, berichtete Fitz. Die Bischöfe hätten in einer schriftlichen Absage erklärt, dass sie nicht für alle Gesellschafter sprechen könnten.

Fitz und seine Betriebsratskollegen hoffen dennoch, schon in der kommenden Woche den Zukunftstarifvertrag unter Dach und Fach zu bringen. Sie haben der Unternehmensspitze den 19. Dezember als ersten Gesprächstermin vorgeschlagen. Noch gebe es keine definitive Zusage. Doch die Arbeitnehmervertreter setzen fest darauf. Es wäre ein „Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“, sollte die Geschäftsführung die Verhandlungen platzen lassen, sagte Thomas Gürlebeck von der Gewerkschaft Verdi.

Insolvenzverwalter steht bei Manroland Rede und Antwort

Auch bei Manroland wird es heute um 13 Uhr eine weitere Betriebsversammlung geben. Nach Auskunft von Betriebsratschef Jürgen Bänsch haben die Beschäftigten des insolventen Druckmaschinenherstellers dabei erstmals die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an den bisherigen Vorstand des Unternehmens und den vorläufigen Insolvenzverwalter Werner Schneider zu richten. Auch an den Manroland-Standorten in Offenbach und Plauen finden zeitgleich Versammlungen statt.

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