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23.02.2018

Welterbe: Die Dresdener „Gefahr“

Ein Experte spricht über Augsburgs Unesco-Bewerbung

Welche Chancen hat die Augsburger Welterbe-Bewerbung? Einschätzungen erhielten jüngst Besucher des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg. Im Rahmen der Reihe „Stadtgeschichte(n)“ war dort Prof. Joachim-Felix Leonhard zu Gast. Der Unesco-Experte ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Unesco-Kommission sowie Vorsitzender des Nominierungskomitees für das Unesco-Programm „Memory of the World“.

Dass sich Augsburg mit dem Thema Wasser bewerbe, sei „eine kluge Entscheidung“ gewesen, so Leonhard. Bei aller Sympathie für die Bewerbung zeigte der Insider aber auch auf, wo ihre Risiken liegen. Die Unesco versuche derzeit, die Eurozentriertheit der Welterbeliste zugunsten von Bewerbern aus Asien, Afrika und Südamerika zu verändern. Deutsche Bewerbungen haben laut Leonhard deshalb mit Zurückhaltung zu rechnen, denn unter den aktuell 1073 Welterbestätten in 167 Ländern ist Deutschland mit mehr als 40 Stätten überproportional berücksichtigt.

Zum distanzierten Blick auf deutsche Bewerber trägt aber nicht allein der Proporz bei. So hat insbesondere der Auftritt der Stadt Dresden im Konflikt um den Bau der Waldschlösschenbrücke dazu geführt, dass das Dresdner Elbtal 2009 seinen Welterbe-Status verlor. Darüber hinaus wurde das Verhältnis zwischen Deutschland und der Unesco beschädigt. In Augsburg sähe Leonhard eine Welterbestätte freilich „gut aufgehoben“. Für ihre Bewerbung gab der Insider der Stadt Augsburg zwei Ratschläge: erstens, „Demut“ im Gespräch mit Experten, und zweitens, transnationale Kooperationen aufzubauen.

Was letzteren Punkt betrifft, ist Augsburg laut Ulrich Müllegger, Koordinator der Welterbe-Bewerbung, schon gut im Rennen. So haben sich die Stadt und das Kompetenzzentrum Umwelt e.V. (KUMAS) über Jahre hinweg mit den Themen Abwasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung an der größten Umweltmesse Japans, der „Enviro Shiga“ in der Partnerstadt Nagahama, beteiligt. Aktuell werde darüber nachgedacht, sich im September beim Quellenfest in der Partnerstadt Jinan mit der historischen Wasserwirtschaft zu präsentieren. (AZ)

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