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Interview

29.11.2019

„Weniger schenken ist am besten“

Leena Volland

Leena Volland aus Augsburg hat einen Nachhaltigkeits-Ratgeber geschrieben. Ihre Ratschläge rund ums Fest

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Jetzt, da Weihnachten, heute auch ein Fest des Überflusses, vor der Tür steht, stellt sich die Frage: Kann man das Fest auch nachhaltiger gestalten?

Da gibt es mehrere Hebel. Einerseits die Geschenk-Auswahl, die Menge und auch der Ort, wo man sie kauft. Zum Beispiel gibt es in Sozialkaufhäusern und Second-Hand-Läden viele tolle Dinge, denen man so ein neues, längeres Leben schenken kann. Und mit dem Kauf unterstützt man den guten Zweck vor Ort. Auch beim Geschenkpapier kann man Recycling- oder Ökopapier kaufen. Oder Zeitungspapier, dekoriert mit einem schönen Stoffrest als Schleife und ein paar gesammelten Zweigen. Überhaupt kann man Weihnachtsdeko sehr gut auch im Wald sammeln und gemeinsam etwas basteln. Andererseits kann man sich beim Weihnachtsmenü für regionale Bio-Produkte entscheiden, die im Idealfall auch gerade noch Saison haben. Saison haben an Weihnachten Champignons, Lauch, Rosenkohl, die Wintersalate Feldsalat, Portulak und Rucola sowie Kraut- und Kohlsorten als Lagerware. Und natürlich hat der Weihnachtsbraten einen ökologischen Fußabdruck. Ganz klar: Am besten aufs Fleisch verzichten. Wer das nicht mag und trotzdem seine Klimabilanz reduzieren möchte, sollte sich für Bio-Fleisch entscheiden. Am besten regionales.

Geschenke spielen an Weihnachten natürlich eine zentrale Rolle. Wie kann ich meinen Lieben und der Umwelt eine Freude machen?

Am besten ist, weniger zu schenken und vorher fragen, was sich der andere wünscht. Das verhindert nicht nur Enttäuschung, sondern auch Umtausch oder Müll. Und lieber Qualität schenken statt Billigprodukte, die schnell kaputt gehen. Für Kinder lieber Spielzeug aus Holz – nachhaltige Label sind FSC oder PEFC – statt aus Plastik oder statt Batterie-Spielsachen. Gebrauchte Sachen schenken ist immer besser, das verlängert den Lebenszyklus der Produkte. Oder Gutes und Nützliches schenken, etwa einen Fresskorb mit regionalen Produkten, einen Hobby-Kurs, eine Patenschaft für ein Waldprojekt oder heimischen Tierschutz. Am schönsten ist doch eigentlich, Zeit zu schenken: einen Ausflug, einen Besuch im Theater oder eine Rad-Reparatur.

Ein Christbaum darf bei den meisten Menschen nicht fehlen. Was hinterlässt den kleineren ökologischen Fußabdruck – ein frisch geschnittener Baum oder einer aus Plastik?

Der Plastikbaum verbraucht nicht nur Ressourcen durch den Kunststoff und das Metall, aus dem er besteht. Die meisten Plastikbäume werden in China produziert, das bedeutet auch noch Transport-CO2. Ein echter Baum dagegen bindet im Lauf seines Wachsens pro Jahr rund 40 Kilo CO2. Das heißt, damit die Plastik-Tanne eine positivere Öko-Bilanz hat als ein echter Baum, muss sie 20 Jahre in Gebrauch sein. Den besten ökologischen Fußabdruck hat der Baum, den man im Topf kauft und hinterher einpflanzt.

An den Feiertagen wird auch kräftig geschlemmt. Was kommt bei Ihnen da auf den Tisch, damit das Fest auch kulinarisch möglichst nachhaltig ist?

Ich koche sehr gerne mit regionalen und saisonalen Bio-Produkten. Ein Menü habe ich noch nicht geplant. Es wird aber sicher fleischlos. Vielleicht eine vegane Lauchcreme-Suppe und danach einen Auflauf mit Wintergemüse. Mal sehen. Interview: Katharina Indrich

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