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29.07.2010

Wenn das Casting zum Gruseln wird

Innenstadt Ein sehr emotionales Intro wird auf die Leinwand projiziert: Castingszenen auf dem Sofa eines Studios mit jungen hübschen Frauen, animierende und provozierende Texte wie "Deine freche Schnauze ist Kult - warum hast Du Dich noch nicht beworben?". Dazu der melancholische Song "Creep" von Radiohead - multimedial wie der gesamte Verlauf des Abends waren die ersten Minuten des Stückes "Creeps" des Autors Lutz Hübner, das das Mittelstufentheater des Maria-Ward-Gymnasiums aufführte. Unter der Regie von Eva-Maria Noppen-Eckart haben sieben Schülerinnen ein zeitkritisches und unterhaltsames Stück auf die Schulbühne gebracht.

Drei junge Frauen treffen in einem Studio aufeinander, jede glaubt, die neue Moderatorin für die Trendmusiksendung "Creeps" zu sein. Tatsächlich werden sie von einem unsichtbaren Regisseur aus dem Off begrüßt, und es wird ihnen angekündigt, dass sie die drei letzten Kandidatinnen wären, die jetzt gegeneinander antreten müssten. Die Stimme aus dem Off lässt sie in den nächsten Stunden verschiedene Übungen vor laufender Kamera machen, wobei sich Maren, Petra und Lilly immer mehr psychisch entblößen und sich gegenseitig zerfleischen. Maren beginnt sich einmal gegen den "real Punk" des Off-Marionettenspielers zu wehren, wird aber schnell wieder ins Boot der ehrgeizigen Möchtegern-Stars zurückgeholt.

Ambitionierte Akteurinnen und gekonnte Technik

Sehr viele schnelle Dialoge, jede Menge heutiger Sprache voller Anglizismen ("long-distance-Beziehungen machen keinen Sinn") und Zitate aus dem grauenvollen Wortschatz der TV-Castingshows von DSDS bis "Germany's Next Top Model" charakterisieren das anspruchsvolle Stück. Mit ambitionierten Schauspielerinnen und viel gekonnt eingesetzter Technik ist der Regisseurin ein beeindruckendes Stück Schülertheater gelungen, das von den Zuschauern mit reichlich Applaus belohnt wurde.

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