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Augsburg

02.08.2019

Wer stieß diese Frau die Treppe am Mauerberg hinab?

Rosalinde Maier mit ihrem Hund Goldie. Die beiden wurden von einem Unbekannten die Treppe am Mauerberg hinabgestoßen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Rosalinde Maier ging mit ihrem Hund am Liliom spazieren, als das Unfassbare geschah. Wie sich die 64-jährige Augsburgerin jetzt wehrt.

Als der Mann ihr am Treppenabsatz am Mauerberg den Weg versperrte, wusste Rosalinde Maier, dass jetzt etwas passiert. Trotzdem kam der Stoß für sie unerwartet. Mit ihrem Hund im Arm, fiel die 64-Jährige 14 Stufen hinunter. Der Vorfall von Dienstag steckt der Augsburgerin, die mit ihrem Chihuahua-Mischling Goldie nur Gassi gehen wollte, noch in den Knochen. Wie berichtet, sucht die Polizei nach dem Unbekannten.

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Augsburg: Diskussion unter Hundehaltern

Rosalinde Maier führte wie so oft auch am Dienstag gegen 17.35 Uhr ihr Hündchen in der Nähe des Lilioms am Unteren Graben aus. Die kleine Goldie läuft immer frei herum. „Sie ist zu allen lieb und weicht mir nicht von der Seite.“ Bald traf Maier auf ein Paar mit einem Hund an der Leine. Die Frau habe Maier aufgefordert, Goldie wegzunehmen. „Sie sagte, ihr Hund beiße andere Hunde und sie könne keine Garantie übernehmen.“ Rosalinde Maier nahm ihren Chihuahua-Mischling auf den Arm, ging weiter und setzte ihn einige Meter später wieder ab. Auf dem Steg über den Stadtbach sei sie von dem Paar mit dem Terrier-Bobtail-Mischling wieder eingeholt worden. Die Frau habe erneut gesagt, dass sie keine Tierarztkosten übernehme, falls ihr Hund beißt. „Ich hatte Goldie schon wieder auf dem Arm“, erzählt Maier. Sie wies die Frau darauf hin, sie solle ihren Hund mit einem Maulkorb spazieren führen, wenn er bissig ist. Ab da wurde der Begleiter der Frau offenbar aggressiv.

„Ich glaube, dass du einen Maulkorb brauchst“, habe er Maier angeherrscht. Die Augsburgerin ließ sich das nicht gefallen. „Ich weiß noch mal drei, die einen bräuchten“, entgegnete sie, während sie hinter dem Paar auch die Stufen des steilen Mauerberges hinauf ging. Am mittleren Plateau angekommen, habe der Unbekannte die 64-Jährige angegriffen. „Er stieß mit beiden Händen gegen meine Schultern.“ Rosalinde Maier sagt, sie hatte keine Chance sich zu wehren. Denn rechts trug sie Goldie im Arm, in der linken Hand hielt sie die Tüte mit den Hinterlassenschaften des Hündchens. Die 64-Jährige verlor den Halt. Rückwärts fiel sie die Stufen hinunter.

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Bei dem Sturz hatte die Augsburgerin noch Glück

Der Mann, erzählt Maier, wollte sie erneut packen. Doch inzwischen waren Zeugen hinzugekommen, die die Polizei informierten. „Als der Angreifer sah, dass sich Leute ansammelten, suchten er und die Frau das Weite.“ Maier hatte Glück. Der Sturz hätte schlimmer enden können. Ein Arzt diagnostizierte später Blessuren am Handgelenk. Ihre Lesebrille war zerbrochen, ein Schneidezahn verletzt. Ihr Hund wurde beim Tierarzt an einer Wunde im Maul behandelt.

Trotz des Sturzes gab Rosalinde Maier nicht klein bei. Mit einer Zeugin verfolgte sie das Paar. „ Am Dom habe sie die beiden eingeholt. „Bleiben Sie da“, rief Maier den Unbekannten hinterher. Der Mann habe ihr den Mittelfinger gezeigt. Dann verlor sie das Paar aus den Augen. Inzwischen traf die Polizei ein. Maier erstattete Anzeige. Doch das reichte der aufgewühlten Hundehalterin nicht. Noch am selben Abend fertigte sie Steckbriefe mit der Beschreibung des Paares an, verteilte sie in der Gegend um das Liliom. Am nächsten Tag plakatierte sie weiter. „Es waren rund 200 Flyer.“

Circa 200 Zettel verteilte Rosalinde Maier nach der Attacke in der Gegend rund um das Liliom.
Bild: Silvio Wyszengrad

Auch die Polizei hat die Hinweise veröffentlicht. Laut Maier ist der Mann Ende 30, mittelblond, Drei-Tage-Bart, bekleidet mit blauer Jeans, weißem Hemd, Sonnenbrille. Er sprach dialektfreies Deutsch, sie, eine blonde Frau um die 30 Jahre alt, ostdeutschen Dialekt. Bei der Polizei gingen bislang keine Hinweise ein, bei Rosalinde Maier allerdings schon. Aufgrund eines Flyers rief ein Augsburger bei ihr an.

Geschockt über zunehmende Aggressivität

Dieser erzählte ihr von einem Mann in Begleitung einer Frau, der ihn vor wenigen Monaten geschlagen habe. Der Vorfall habe sich auch in dieser Gegend zugetragen. Maier reichte die Info an die Polizei weiter. Sie hofft, dass die Übeltäter gefunden werden. Geschockt ist die Immobilienmaklerin vor allem über die zunehmende Aggressivität. Denn erst einen Tag zuvor hatte Maier am Stephingerberg beobachtet, wie ein erzürnter Passant auf dem Fußgängerweg eine junge Radfahrerin umschubste. „Es kann doch nicht sein, dass man jemanden, der einen nicht passt, einfach so körperlich angeht“, sagt sie fassungslos.

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