Newsticker

Corona-Krise: Bayern beschließt 500-Euro-Bonus für Pflegekräfte

31.05.2011

Wer wagt, gewinnt

Stadtberger Sinfoniker mit Rachmaninow

Hoch hinaus zu wollen, ist Ziel der Jugend: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ dürften sich der 24-jährige Tristan Uth als Dirigent wie die Pianistin Sooyoung Lee gedacht haben. Ziel war es, Rachmaninows anspruchsvolles Klavierkonzert Nr. 2 zu meistern. Die Weichen gestellt hat die Pianistin Evgenia Rubinova. Sie bot im Leopold-Mozart-Zentrum einen Workshop „Die Kunst des Zusammenspiels“ an und nahm die beiden in ihre Obhut.

Gemeinsam zu musizieren, ist ein fein abzustimmender Prozess, in dem synergetische Kräfte freigesetzt werden, die sich zwischen dem Dirigenten, der Solistin und Stadtbergens Sinfonieorchester in Rachmaninows zweitem Konzert für Klavier und Orchester entfalten sollten. Auf gewinnende Art und in frischer Ausstrahlung ließ Uth sich von der Musik tragen. Schlagtechnisch elegant wie differenziert – seine Rechte regelte gekonnt Zeitabläufe, die Linke setzte Klangakzente – beflügelte er seine Musiker und festigte den Klangkörper.

Die Stadtberger Sinfoniker – Amateure im besten Sinne – konnten sich hören lassen. Sie spielten voller Eifer und Elan – einmal im Einklang mit der sicheren Solistin, dann im Wettstreit – sodass Rachmaninows russische Seele sich wie eine dunkle Wolkenlandschaft ausformte.

Wer wagt, gewinnt

Sooyoung Lee ist keine Tastenlöwin. Sie ließ die lyrische Seite des Werks aufscheinen. Das Orchester dagegen hatte seine starken Momente weniger in weicher Klangästhetik denn in dramatisch greller Pointe wie der Marcia-Geste, wo es die Muskeln spielen ließ. Die Solistin meisterte technisch versiert ihren diffizilen Part, ihr Kraftpotenzial gilt es auszubauen.

Das Risiko hatte sich voll ausgezahlt

Tief tauchten die Ausführenden in die Musikwelt ein und waren ebenso bei Rachmaninow wie bei Beethovens 1. Sinfonie zu Hause. Dessen typische Handschrift prägte sich aus. Dirigent und Orchester gingen voll in den vier Sätzen auf: Haydns Geist rückte nahe, dynamische Kontraste gewannen Kontur, das Menuett changierte zum Scherzo, das Con-brio-Feuer gewann Substanz. Natürlich stieß man an Grenzen: Immer wenn sich die Struktur kammermusikalisch (2. Satz) auflichtete oder leise Piano-Kultur gefordert war, zeigte sich ein Klanggefälle zwischen den Violinen, zwischen Holzbläsern und Streichern. Das soll aber diese veritable Leistung nicht schmälern, das Risiko hatte sich voll ausgezahlt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren