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Augsburg

25.06.2019

Werden Augsburgs ungewöhnlichste Brunnen bald Realität?

Da staunen Betrachter: Beim Medienkunstwerk „Flux“ fließt Wasser auch mal nach oben.
Bild: Hochschule Augsburg

Vier Studenten der Hochschule Augsburg erschufen „Flux – Digitale Brunnen“. Wird die Installation im Zuge der Bewerbung zum Weltkulturerbe in Augsburg aufgestellt?

Wasser, das nach oben fließt? Was im richtigen Leben nicht funktionieren kann, geht in der virtuellen Welt. Vier ehemalige Studenten der Hochschule Augsburg erstellten vor einem Jahr im Rahmen ihrer Bachelorarbeit eine Medienkunst-Installation.„Flux“ – so heißt ihr Projekt – umfasst vier digitale Brunnen. Es dürften die ungewöhnlichsten Brunnen Augsburgs sein. Und womöglich sind sie bald dauerhaft zu sehen.

Wie kommt man auf die Idee, Wasser zu digitalisieren? Jessica Moll, Stefan Mayr, Benedikt Köhler und Lukas Woyte vom Studiengang „Interaktive Medien“ ließen sich von Augsburgs Welterbe-Bewerbung zum Thema Wasser inspirieren. Ihre vier Installationen interpretieren jeweils einen der vier Bewerbungsbereiche für das Unesco-Weltkulturerbe – also Wasserkraft, Wasserbau, Trinkwasser und Brunnenkunst. Woyte erklärt, wie diese Installationen funktionieren. „Sie bestehen aus je einer Leinwand, über die das digitale Wasser projiziert wird.“ Das Wasser werde dabei als abstrakte Partikelsimulation, farblos und reduziert auf die Fließbewegungen, dargestellt, sagt der 24-Jährige. Dessen Bewegung werde von reliefartigen Objekten, die auf der Leinwand angebracht sind, beeinflusst.

Betrachter können Ventil der Brunnen steuern

Ein Beispiel: Die Leinwand „Wasserkraft“ zeigt ein Wasserrad, das vom Partikelfluss des digitalen Wassers in Gang gesetzt wird. Erst wenn genügend digitale Wassertropfen auf die Radschaufeln gefallen sind, beginnt das Rad sich zu drehen.

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Der Betrachter bleibt dabei nicht teilnahmslos. So wird die Intensität der Wasserströmung manuell mit einem Ventil gesteuert. „Unsere Installation verfolgt den Ansatz der generativen Gestaltung“, sagt Woyte. Das heißt: Jedes Öffnen der Ventile erzeugt einen neuen Wasserfluss und damit ein neues, einzigartiges Kunstwerk. Die Bewegungen des Wassers werden nach physikalischen Prinzipien und dem Zufallsprinzip simuliert.

Ein Semester lang entwickelten die vier Studenten das Konzept, programmierten die Wasserbewegungen, nahmen Wassergeräusche mit Mikrofonen auf und konstruierten die Installation, deren Aufbau etwa vier Stunden dauert. Während der Arbeitsphase hätten sie immer die historische Bedeutung des Wassers für die Stadt Augsburg im Hinterkopf gehabt, sagt Woyte. Und er sagt auch: „Die Herausforderung bei Medienkunst-Projekten ist, einen Weg zu finden, den zuvor noch keiner gegangen ist.“ Mit „Flux“ wollen die Studenten dem Betrachter das Themenfeld Wasser über Sinneseindrücke näher bringen.

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"Flux" hat beim Augsburger Medienkunstfestival einen Preis bekommen

„Flux“ kommt bei vielen gut an. Beim „Lab30“, dem Augsburger Medienkunstfestival im vergangenen Jahr, haben die Studenten für ihr Projekt den Publikumspreis gewonnen. Kürzlich machte die Installation wieder von sich reden. Diesen Mai war „Flux“ beim Junior-Wettbewerb des Art Directors Club Deutschland in Hamburg mit einer Silber-Auszeichnung erfolgreich.

Die Installation lagert derzeit bei der Stadt Augsburg, die das Projekt finanziell unterstützt hatte. Es sei geplant, „Flux“ im Zuge der Unesco-Bewerbung dauerhaft zu installieren, erklärt Woyte. Dafür werde nun ein geeigneter Ort gesucht. Woyte selbst arbeitet nun nach seinem Bachelorabschluss als Freiberufler.

Brunnen_Augsburg 006.JPG
17 Bilder
Bilder: So schön sind Augsburgs Brunnen
Bild: Lasma Reimane und Elisa Glöckner
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