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Kunsthandwerk

22.08.2019

Werner Helbig und das Goldene Buch der Stadt

Werner Helbigs grafische Verschönerung des Einbands des Goldenen Buchs der Stadt Augsburg, das zur 2000-Jahr-Feier 1985 neu angefertigt wurde.

Welche Spuren der Maler und Grafiker in Augsburg und besonders in Haunstetten hinterlassen hat

Was haben Papst Johannes Paul II., Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Augsburger Panther, US-Präsident Bill Clinton und der Friedensnobelpreisträger Michael Gorbatschow mit Haunstetten zu tun?

Die Antwort wissen sicher nicht viele Augsburger. Aber die Frage ist leicht gelöst: Alle Persönlichkeiten trugen sich im Lauf der letzten Jahrzehnte in Augsburgs Goldenes Buch ein; dieses Buch trägt einen kunstvollen Messing-Einband, den der Haunstetter Künstler Werner Helbig 1985 aus Anlass der 2000-Jahr-Feier der Stadt geschaffen hat, so die Vorsitzende des Kulturkreises Haunstetten, Jutta Goßner.

Wer war Werner Helbig? Er wurde am 2. Februar 1921 in Berlin-Weißensee geboren. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft ließ er sich in Haunstetten nieder. Gefördert durch den damaligen Haunstetter Bürgermeister Xaver Widmeier hat er in Haunstetten, Augsburg und zahlreichen Orten der Umgebung seine Werke geschaffen. Sein Name ist heute in der Öffentlichkeit fast vergessen.

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Gerade in Haunstetten findet der aufmerksame Betrachter zahlreiche Beispiele seines Schaffens. Im ehemaligen Sitzungssaal des Alten Rathauses, in dem heute Veranstaltungen der Forstverwaltung, Stadtteilbücherei oder des Kulturkreises stattfinden, und in dem man auch standesamtlich heiraten kann, hängen mehrere Gemälde mit Haunstetter Ansichten sowie die von ihm 1955 gestalteten Wappen des Bundes, des Freistaats Bayern und der Stadt Haunstetten.

Doch auch für Außenfresken war Helbig ein gefragter Künstler. So schuf er unter anderem Mitte der 1950er Jahre die nördlichen Außenfresken an der Aussegnungshalle des neuen Haunstetter Friedhofs in Anlehnung an den Isenheimer Altar von Gothart Grünewald sowie in den 1960er Jahren die zwei Außengemälde an der Fassade der Eichendorff-Grundschule in Haunstetten (renoviert 2018). Täglich betreten Kinder und Lehrer der Eichendorffschule durch das große Hauptportal ihre Schule, über dem – was sicher nur wenige wissen – seit 1969 (renoviert 2018) zwei Gemälde von ihm zu sehen sind.

Auch als Grafiker war Helbig gefragt: So schuf er die Illustration des von Bürgermeister Widmeier verfassten Haunstetter Heimatliedes; die Bilder in der Festschrift zur Wiedereröffnung der TSV-Turnhalle 1954; Illustrationen für Jubiläumsschriften zahlreicher Firmen. Dazu kamen Zeichnungen in Festschriften, auf Urkunden und Glückwunschkarten für viele schwäbische Kommunen.

Helbig starb an Weihnachten 1990 und wurde auf dem Neuen Haunstetter Friedhof beerdigt. In Haunstetten erinnert bisher keine Straße, keine Tafel oder ähnliches an den Künstler. (AZ)

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