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18.06.2009

Wettanbieter kommen ohne Strafe davon

Es war die Zeit vor der Fußball-WM in Deutschland, als in Augsburg ein Wettbüro nach dem anderen öffnete. Die Betreiber erhofften sich gute Geschäfte. Doch die Stadt machte die Büros dicht. Ein juristisches Nachspiel hat die Sache für die Wettanbieter jedoch nicht: Gegen 14 Buchmacher aus Augsburg und der Region hatte die Staatsanwaltschaft Anklage wegen illegalen Glücksspiels erhoben. Kein einziger wurde rechtskräftig verurteilt.

Einige der Wettvermittler seien vor Gericht freigesprochen worden, bei anderen wurde der Prozess erst gar nicht eröffnet, bestätigte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai auf Anfrage unserer Zeitung. Die Buchmacher seien straffrei davon gekommen, weil es dazu mehrere höchstrichterliche Urteile gebe. Unter anderem das Oberlandesgericht München hatte entschieden, dass Wettvermittler, die vor dem 31. Dezember 2007 aktiv waren, nicht bestraft werden können. Der Grund: Damals herrschte Unklarheit, ob private Sportwetten zulässig sind oder nicht.

Seit Januar 2008 gilt nun ein neuer Staatsvertrag, der die Sache regelt: Sportwetten sind seither wieder in den Händen des Staates. Das Tauziehen allerdings geht weiter.

Die Wettbüros in Augsburg waren nach dem Boom vor drei Jahren schnell wieder verschwunden. Bereits Mitte 2008 hatte die Stadt so gut wie alle dichtgemacht. Illegale Wettanbieter gibt es in der Stadt aber weiterhin - davon ist auch der städtische Ordnungsreferent Walter Böhm (CSU) überzeugt. "Wir kontrollieren regelmäßig", sagt er. Entsprechende Hinweise auf illegale Wetten gehen auch bei der Polizei immer wieder ein.

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