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Bei hohen Zahlen: Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht
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Widersprüche bei Corona-Regeln sind unvermeidbar

Kommentar Von Stefan Krog
14.10.2020

Plus Das Risiko, sich als Passant in der Innenstadt anzustecken, ist wohl geringer als in anderen Situationen. Trotzdem ist die Maskenpflicht sinnvoll.

Die jetzt eingeführte Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt wird Fingerspitzengefühl in der Durchsetzung verlangen: Auf dem Rathausplatz ist das Ansteckungsrisiko beim Großteil der Begegnungen zwischen Passanten wohl nicht übermäßig groß. Das gilt speziell in den Stunden, in denen man fast alleine unterwegs ist. Es stellt sich also die Frage der Sinnhaftigkeit dieser Regel - und die wird nicht in jedem Fall zu bejahen sein.

Gleichzeitig ist Abstandhalten eine der elementaren Verhaltensweisen, die uns hoffentlich einigermaßen gut durch den Corona-Winter kommen lassen. Doch diese Maßgabe scheint einen Teil der Bevölkerung nicht besonders zu interessieren. Manche ignorierten das Gebot trotz zuletzt steigender Infektionszahlen bewusst. Und bei vielen schlich sich den Sommer über unbewusst eine Wurstigkeit ein: Aus den 1,50 Metern, die mit dem Maßband gemessen überraschend groß sind, wurden im Lauf des Sommers die üblichen 70 Zentimeter.

Corona-Regeln in Augsburg: Widersprüche sind nicht zu vermeiden

In der Praxis würde es reichen, wenn die Maske nur ab einer gewissen Dichte getragen wird oder Zusammenballungen gar nicht mehr entstehen, sprich die Menschen vernünftig agieren. Nur lässt sich das eben kaum in eine amtliche Verfügung gießen – wer bestimmt, ab wann genau aus dicht zu dicht wird? Und grundsätzlich wird in der Corona-Pandemie eine gewisse Widersprüchlichkeit in den Maßgaben nicht ganz auszuräumen sein. Maske tragen in der Fußgängerzone und im Lokal in der Fußgängerzone am Tisch ohne Maske sitzen? Ja, das ist eigenartig. Aber ohne diese Widersprüchlichkeit müsste das Lokal wie im Frühjahr womöglich wieder ganz schließen.

Und wenn nun in der Innenstadt weniger los sein sollte, ist das nicht zwingend auf die Maskenpflicht zurückzuführen – womöglich wird es vielen bei Menschenansammlungen von selbst wieder mulmig. Die Maske ist eine Möglichkeit, sich trotz Infektionsrisiko in der Innenstadt zu bewegen.

Die wichtigsten neuen Vorschriften und Verbote im Umgang mit Corona spielen aber womöglich nicht in der Öffentlichkeit, sondern im Privaten. Es sind Kaffeekränzchen, Familientreffen und Hochzeiten, bei denen Abstände naturgemäß ständig unterschritten werden. Sie sind nicht verboten, aber bei der Teilnehmerzahl begrenzt. Zu überwachen ist das kaum. Verantwortungsbewusstsein von allen ist der wichtigste Baustein, um durch den Winter zu kommen.

Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Ab Donnerstag werden Verstöße gegen Maskenpflicht geahndet

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