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28.10.2009

Widerstand gegen Kraftwerk formiert sich

Augsburgs Naturschützer schließen ihre Reihen. Mit aller Macht wollen sie gegen das geplante Wasserkraftwerk am Lech im Naturschutzgebiet "Augsburger Stadtwald" kämpfen. Der Energieerzeuger Eon wirbt unterdessen für sein Projekt.

Auch an dieser sensiblen Stelle im Lech sei eine naturverträgliche Wasserkraftnutzung möglich, sagt Christian Orschler, Sprecher der Eon Wasserkraft GmbH. Derzeit sei eine erste Version des Kraftwerks bei den Genehmigungsbehörden der Stadt im Gespräch. Danach soll der Wasserspiegel des Lechs nicht aufgestaut werden. "Es gibt keine Staumauer", so Orschler.

Wie berichtet, soll die Anlage an einer vorhandenen Schwelle im Fluss entstehen, etwa auf Höhe der Nachbargemeinde Kissing. Dort sei bereits "Beton im Fluss", der Lech also kein frei fließendes Gewässer mehr, argumentiert Orschler.

Eon werde im Zuge des Kraftwerksbaus dafür sorgen, dass Fische an dieser Stelle wieder frei im Fluss wandern können, was derzeit nicht möglich ist. Insgesamt sei eine Reihe von zusätzlichen Maßnahmen möglich, um den Fluss ökologisch aufzuwerten. Der Energieerzeuger will im Genehmigungsverfahren zunächst erreichen, dass Wasserkraftnutzung an dieser Stelle möglich ist. Dann wolle man Details der Pläne mit den Behörden und Bürgern in einem Diskussionsprozess gemeinsam ausgestalten, sagt Orschler.

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Naturschützer wehren sich schon jetzt vehement gegen das neue Wasserkraftwerk. "Wir lehnen dieses Vorhaben mit aller Entschiedenheit ab", teilt Günther Groß im Auftrag der Lechallianz mit. Die Organisation will am kommenden Freitag eine Pressekonferenz geben.

Auch die Landtagsabgeordneten Christine Kamm und Christian Magerl (Grüne) sprechen sich gegen Eingriffe in das Naturschutzgebiet aus. Das geplante Wasserkraftwerk werde die Lebensbedingungen seltener Pflanzen und Tiere einschränken. Die Grünen sorgen sich auch um eine Gefährdung der Augsburger Trinkwasserversorgung.

Sollte Eon mit seinem Vorstoß erfolgreich sein, befürchtet Kamm den Bau von weiteren Kraftwerken an der letzten freien Fließstrecke des Lechs in Bayern. Damit sei dann für Jahrzehnte jede Chance vertan, den Fluss naturnaher zu gestalten - ähnlich wie es mit großem Erfolg an der Wertach geschehen sei. "Es kann nicht sein, dass unter dem Deckmäntelchen "Erneuerbare Energien" irreparable Schäden an den letzten Naturreservaten verursacht werden", so Kamm. (eva)

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