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Augsburg

20.11.2018

Wie Behinderte die Stadt besser erleben können

Stadtrat Benedikt Lika weiß, welche Wünsche und Forderungen Behinderte haben. Lika hat Ideen eingebracht, wie der Tourismus behindertenfreundlicher werden kann.
Bild: Silvio Wyszengrad

Ein Projekt soll barrierefreien Tourismus stärken. Die gewünschte Barrierefreiheit ist nicht allein auf Verkehr und Gebäude beschränkt.

Auch mit Zahlen lässt sich beschreiben, welche Bedeutung ein Thema einnimmt. In der Stadt Augsburg leben knapp 300000 Einwohner. 38300 Personen davon haben einen Schwerbehindertenausweis. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei knapp 13 Prozent. Es steigt zudem die Zahl von älteren Menschen, die gebrechlich sind. Folglich werden immer mehr Augsburger Probleme mit der Beweglichkeit haben. Blinde, sehbehinderte, hörgeschädigte und taube Menschen wollen ebenfalls gerne am gesellschaftlichen Leben in ihrer Stadt teilhaben. Die Gruppe von Personen mit einer Behinderung ist ein wichtiges Element der Stadtgesellschaft.

Augsburg ist darüber hinaus eine Stadt, die ein lohnendes Ziel für viele auswärtige Besucher ist. Im Jahr sind es geschätzte 15 Millionen Tagesbesucher. Diese Personen schauen sich die Stadt mit ihren historischen Bauten und Museen an, übernachten aber nicht. Wer in Hotels und Pensionen nächtigt, wird statisch erfasst. Im Jahr sind es gegenwärtig 800000 Übernachtungen, sagt Tourismusdirektor Götz Beck. Die Tendenz sei steigend, zumal der Bau von neuen Hotels für weitere Kapazitäten sorgen werde.

Nicht erfasst sind Zahlen von behinderten Menschen, die als Touristen nach Augsburg kommen. Gesehen wird jedoch längst, dass speziell für diesen Personenkreis etwas getan werden muss. Die Regio Augsburg Tourismus, die unter anderem Stadtführungen organisiert, bietet bereits Veranstaltungen für Gehörlose und Sehbehinderte an. Stefan Koch (Gehörlose) und Claudia Böhme (Blinde) gehören zu den treibenden Kräften, die sich stark machen, dass Menschen mit den aufgeführten Handicaps die Stadt Augsburg behindertengerecht erleben können. Es gibt daher bereits Touren in Gebärdensprache und Führungen für Blinde. Im Rathaus selbst ist eine direkte Anlaufstation. Im Erdgeschoss gibt es einen Raum, in dem Miniaturmodelle von historischen Gebäuden ausgestellt sind. In Blindenschrift wird erklärt, wie wechselhaft Augsburgs Geschichte bereits gewesen ist. Dieses Angebot ist da.

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Jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen, wie die Stadt sich künftig besser im „barrierefreien Tourismus“ aufstellen möchte. Der behinderte Stadtrat Benedikt Lika hat gemeinsam mit Selbsthilfegruppen Ideen eingebracht, die sich in der Umsetzung niedergeschlagen. Ein Ergebnis sind Touren, die sich an Menschen mit Handicap richten. Zu finden sind sie auf der Internetseite der Regio Augsburg Tourismus. Darunter sind bekannte Ziele wie Dom, Fuggerei und Kirche St. Ulrich. Es gibt Tipps, wie Behinderte diese Sehenswürdigkeit vergleichsweise problemlos erkunden können. Lika, der am Dienstag bei der Präsentation des Projekts in der Tourist-Information am Rathausplatz dabei war, will dieses Angebot nicht ausschließlich auf behinderte Menschen beziehen: „Unsere Gesellschaft wird älter. Auch für Senioren ist es wichtig zu wissen, wie Gebäude zu erreichen sind.“ Sozialreferent Stefan Kiefer geht einen Schritt weiter: „Wir dürfen nicht allein Barrieren an Bordsteinen sehen. Barrieren gibt es teils auch in den Köpfen von Menschen.“ Es müsse gelingen, hier gegenzusteuern.

Neben Stadt und Regio Tourismus ist der Bezirk Schwaben beteiligt. Der Bezirk nimmt sich schon länger Menschen mit Handicap an. Es gibt einen Freizeitführer in leichter Sprache. Mit wenigen Sätzen wird gesagt, was Augsburg alles zu bieten hat.

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