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Bildung

06.07.2020

Wie Kinder am Handy die Rätsel des Alltags lösen

Am Smartphone können sich Schüler als Nachwuchsforscher versuchen.
Bild: Jan-Luc Treumann

Weil das Schülerlabor wegen Corona geschlossen ist, versucht die Universität Augsburg jetzt, die Mädchen und Jungen über Instagram für Naturwissenschaften zu begeistern. So funktioniert das neue Angebot

Die Frage klingt vielleicht etwas verrückt: Kann man ein Teelicht auch unter Wasser brennen lassen? Ob das wirklich funktioniert, können Jungen und Mädchen jetzt als Nachwuchsforscher ganz einfach mit dem Handy herausfinden. Schüler für Naturwissenschaften begeistern – das ist ein Ziel der Universität Augsburg. Normalerweise veranstaltet man dazu Wettbewerbe für Kinder, auch ein Schülerlabor gibt es. Durch Corona muss die Uni nun neue Wege gehen. Sie bringt die Experimente jetzt über das Smartphone ins Wohnzimmer.

Seit Mitte März findet man im sozialen Netzwerk Instagram das Mitmach-Programm „Das find’ ich Mint“ der Uni. Mint steht als Kürzel für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Marietta Menner, die den Bereich Mint-Bildung leitet, erklärt den Grundgedanken der Aktion: „Nachdem wir die Schülerlabore schließen mussten, war die Kernidee, Experimente zu zeigen, für die man eben nicht ins Labor muss, sondern mit Sachen, die jeder zuhause hat“.

Die Aktion ist nach Themenwochen aufgebaut. Die Mottos greifen materialwissenschaftliche Themen wie Leichtbau auf, es gab aber auch schon Serien zu Umwelt sowie ein Osterspezial zum Thema Ei. Die einzelnen Wochentage sollen dabei alle Disziplinen abdecken, sagt Menner. So gibt es am Mathe-Mittwoch Rätsel aus dem Bereich der Mathematik. Am „magischen Montag“ stehen dann naturwissenschaftliche Experimente mit „Wow-Effekt“ im Vordergrund, etwa wie man ein Teelicht auch unter Wasser brennen lassen kann. Am Do-it-yourself-Donnerstag bekommt man Anleitungen zum Selbermachen, etwa wie man sich einen eigenen Bad-Reiniger aus Wasser, Spülmittel und Zitronensäure mixt.

Doch es gibt nicht nur etwas zum Sehen und Staunen. Auch Quiz- und Meinungsfragen sind immer Teil der Materialien. Beispielsweise können Schüler schätzen, wie viel ein Kilogramm Fleisch wirklich kosten würde, wenn alle Folgekosten, die durch die Aufzucht entstehen, im Preis inbegriffen wären. Geteilt werden die Inhalte dabei über die „Story“-Funktion von Instagram. Im Unterschied zu normalen „Storys“ verschwinden diese jedoch nicht nach 24 Stunden, sondern sind auch noch Wochen danach auf dem Instagram-Kanal abrufbar. Den Kanal habe die Mint-Bildung vor Corona nur als reinen Informationskanal genutzt, erzählt Menner. Mittlerweile habe man aber mit „Das find’ ich Mint“ das interaktive Potenzial der Plattform für sich entdeckt: „Es gab sogar Familien, die haben mit ihren Kindern selber Experimente gemacht, die uns dann zugeschickt und uns gefragt: Könnt ihr das wissenschaftlich erklären?“.

Instagram sei ein super Instrument für Wissenschaftskommunikation, sagt Menner. „Wir erreichen mit dem Angebot auch Zielgruppen, die sonst nicht in die Uni kommen würden.“ Deshalb werde man das Projekt auch nach Corona weiterführen. Aktuell folgen dem Kanal etwas mehr als 600 Menschen. Eine Zahl, die Menner gerne noch ausbauen würde. Dabei könnte helfen, dass das Projekt Teil einer bundesweiten Allianz geworden ist. Sie wurde im April von Bund und Ländern ins Leben gerufen, um Angebote der Mint-Bildung auch in Zeiten von Homeschooling aufrechtzuerhalten.

Der Trick mit dem Teelicht funktioniert übrigens ganz einfach mit einem leeren Glas. Zuerst lässt man das Teelicht in einer großen Schüssel mit Wasser an der Oberfläche schwimmen und zündet es an. Dann stülpt man ein leeres Glas über das Teelicht und drückt es bis auf den Boden der Schüssel. Jetzt heißt es nur noch: Das Glas gut festhalten. Bis der Sauerstoff im Glas ausgeht, brennt das Teelicht auch unter der Wasseroberfläche.

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