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09.05.2015

Wie die Nachbarn auf 500 Flüchtlinge reagieren

Auf dem Gelände der Straßenmeisterei soll die große Unterkunft entstehen.
Bild: Foto: Anne Wall

Im Frühjahr 2016 soll an der Berliner Allee eine große Erstaufnahmeeinrichtung öffnen. Die Anwohner schwanken zwischen Sorge und Gelassenheit

Die auf dem Gelände der Straßenmeisterei an der Berliner Allee geplante große Unterkunft für die Erstregistrierung von Asylbewerbern bewegt das Herrenbachviertel. Rund 120 Bürger kamen zur Informationsveranstaltung im Gemeindesaal der St.-Andreas-Kirche. Zwei Anwohnerinnen äußerten Kritik an der Wahl des Standorts, da sie negative Folgen für das Viertel befürchten.

Insgesamt wird es bei der geplanten Kapazität von 500 unterzubringenden Flüchtlingen bleiben, wie Regierungspräsident Karl Michael Scheufele auf Nachfragen aus den Reihen der Bürger bestätigt. Die Regierung von Schwaben ist für Bau und Betrieb verantwortlich. Insgesamt beträgt die auf dem staatlichen Grundstück an der Berliner Allee umzugestaltende Fläche 3,5 Hektar. Zum Vergleich: Im fränkischen Zirndorf, das neben München eine der bisher zwei Erstaufnahmeeinrichtungen in Bayern beherbergt, beträgt die Fläche 1,5 Hektar bei einer regulären Belegung mit 700 Menschen.

Der Neubau in Augsburg betrifft nur das Gelände der Straßenmeisterei und des staatlichen Gerätehauses. Zunächst sollen die Salzhalle und zwei weitere Gebäude Platz machen für die Wohntrakte. Anschließend ist die Gerätehalle dran. Hier werden nach den Planungen der Regierung die Büro- und Verwaltungsräume Platz finden. Die Grünflächen und Baumgruppen rings um dieses Areal werden nach Auskunft von Scheufele nicht tangiert. Auch das bestehende Grün auf der Fläche selbst bleibt.

Unter dem Applaus von etwa einem Dutzend Anwesenden äußerten zwei Anwohnerinnen grundsätzliche Kritik an dem Standort und der Zahl der dort aufzunehmenden Flüchtlinge. Sie befürchteten Ruhestörungen durch Nazi-Demonstrationen, Belästigungen für Sportlerinnen in den Grünanlagen durch die erwarteten meist männlichen Flüchtlinge und ein sich allgemein verschlechterndes Umfeld für ansässige Familien. Ehemalige Kasernen wie jene in Lagerlechfeld seien besser geeignet. In die lebhaften Zurufe schalteten sich beschwichtigende Wortmeldungen, die für mehr Gelassenheit plädierten.

Das Sicherheitskonzept der Einrichtung, die mit einem Zaun abgegrenzt werden soll, sieht laut Scheufele einen Security-Dienst rund um die Uhr vor. Es besteht freier Zu- und Ausgang, jedoch wird ein Pförtner ein Auge auf alles haben. Auch für die Polizei sind Büros vorgesehen. Martin Binder von der zuständigen Polizeiinspektion Süd erklärt: „Die Erfahrung in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Zusamstraße zeigt, dass wir in solchen Häusern nicht mehr gefordert sind als in andern Mehrfamilienhäusern. Wir werden zu den üblichen Bürozeiten vor Ort sein.“

Die Wohnheime und der angeschlossene Behördentrakt für die Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die die ersten Schritte des Asylverfahrens einleiten, sowie für Angestellte von Jugend, Sozialhilfe-, Ausländer- und Gesundheitsamt sowie für medizinische Untersuchungen sollen im nächsten Frühjahr einsatzbereit sein. Die Flüchtlinge werden hier erstmals registriert und nach einem Proporzschlüssel eventuell auf andere Bundesländer verteilt. Sie bringen ihren Asylantrag auf den Weg und können nach der Registrierung, die bis zu drei Monate dauert, in andere Unterkünfte umziehen.

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