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Flüchtlinge

11.09.2018

Wie es in der Asyl-Unterkunft in Inningen bislang läuft

In Inningen leben derzeit 48 Asylbewerber.
Bild: Bernd Hohlen

Nach einem Monat ziehen die Verantwortlichen eine erste Bilanz. Zwei Bewohner sind gegenwärtig untergetaucht. Im Oktober steht ein Umzug in den Kobelweg an.

Als vor fünf Wochen die Nachricht verkündet wurde, dass Inningen kurzfristig eine Asyl-Unterkunft erhält , war die Überraschung groß. Auch bei der Stadt fühlten sich die Verantwortlichen von der Regierung von Schwaben überrumpelt. Die Behörde betreut die Einrichtung. Seit einem Monat nun läuft der Betrieb im zweigeschossigen Gebäude in der Hohenstaufenstraße auf dem Gelände der Alten Ziegelei.

Die Vertreter der Regierung von Schwaben räumten anfangs den Fehler ein, die Öffentlichkeit nicht besser informiert zu haben. Mittlerweile funktioniert die Informationspolitik, wie sich auch in der Bilanz nach vier Wochen Betrieb zeigt. Auf Anfrage sagte Karl-Heinz Meyer, Sprecher der Regierung von Schwaben, dass gegenwärtig 48 Bewohner in Inningen leben. Die Unterkunft gilt als Zweigstelle des Ankerzentrums Donauwörth. Inningen ist auf bis zu 90 Plätze ausgerichtet. Ein Zuwachs in nächster Zeit muss aber nicht zwingend eintreten. Dazu sagt Meyer: „Dies hängt von den weiteren Zugangszahlen und der Belegungssituation in der Anker-Einrichtung Donauwörth ab. Unabhängig davon werden wir weiterhin auf eine sozialverträgliche Belegung der Inninger Einrichtung achten.“

Im Oktober soll eine Unterkunft am Kobelweg fertig sein.
Bild: Silvio Wyszengrad

Zwei Bewohner wurden rückgeführt, zwei sind untergetaucht

Anfangs waren es 30 Männer, die aus Donauwörth nach Inningen kamen. Frauen oder Familien sind weiterhin nicht untergebracht. Aktuell leben 34 Menschen aus der Türkei und 14 aus Gambia in Inningen. Größere Wechsel gab es in den ersten vier Wochen nicht. Dazu erläutert Meyer: „Bis auf wenige Einzelfälle wohnen alle aus Donauwörth gekommenen Asylbewerber noch in der Inninger Einrichtung.“ Einschränkung: Zwei Bewohner wurden im Dublin-Verfahren in die für sie zuständigen EU-Mitgliedsstaaten rückgeführt. Zwei weitere Bewohner sind untergetaucht. Ob sie freiwillig nochmals in die Unterkunft zurückkehren, ist offen.

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Josef Gediga, Vizepräsident der Regierung von Schwaben, hatte zuletzt im Stadtrat geäußert, „dass es immer wieder mal vorkomme, dass Bewohner eine gewisse Zeit nicht da sind“. Man müsse dabei sehen, dass die Unterkunft kein Gefängnis sei. Das Drumherum in der Unterkunft hat sich eingespielt. Wer das Gelände verlässt, muss sich abmelden. Wer zurückkehrt, wird ebenfalls registriert. Das Gelände ist eingezäunt. Ein Sicherheitsdienst ist tätig. Meyer betont in diesem Zusammenhang: „Seit Inbetriebnahme hat es keine relevanten Probleme mit Bewohnern gegeben.“

Die Regierung von Schwaben will bald eine andere Einrichtung als Zweigstelle für Flüchtlinge nutzen. Es handelt sich um ein ebenfalls angemietetes Gebäude am Kobelweg. Die Vorbereitungen dazu laufen. Es diente bereits bis August 2016 als Unterkunft für Flüchtlinge: Im Kobelweg stehen laut Regierung mehr Plätze zur Verfügung. Gedacht ist hier an 120 bis 140 Plätze, die für Frauen, Männer und Familien ohne Kinder als Unterkunft dienen sollen. Wenn keine größeren Schwierigkeiten auftreten, soll der Start im Oktober erfolgen. Der Standort Inningen würde dann zumindest vorerst wieder geschlossen.

Ankerzentrum: Die Bewohner erhalten ein Taschengeld von rund 120 Euro

Den Bewohnern der Inninger Zweigstelle werden wie gesetzlich vorgesehen bestimmte Leistungen zur Deckung des Bedarfs an Ernährung, Unterkunft, Heizung und Gesundheitspflege als Sachleistung gewährt. Daneben erhalten sie vom Sozialamt der Stadt monatlich ein um den Wert der Sachleistungen reduziertes Taschengeld.

Dazu teilt die Stadt mit: „Die Bewohner in Inningen erhalten aktuell monatlich ein Taschengeld von 120,27 Euro. Dieser Betrag beinhaltet Mittel für Verkehr, Telefonate, Freizeit, Unterhaltung, Kultur und Gaststättenbesuche .“

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