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Augsburg

07.06.2019

Wie gut ist das Augsburger Leitungswasser?

In zahlreichen Geschäften in Augsburg – wie hier in der Buchhandlung am Obstmarkt – kann man sich kostenlos Leitungswasser in eine Trinkflasche füllen lassen.
Bild: Michael Hochgemuth

In vielen Orten in Deutschland - und vor allem Bayern - ist das Grundwasser durch Pflanzenschutzmittel verunreinigt. Wie ist die Lage in Augsburg?

In ihrem Grundwasser-Report schlägt die Arbeitsgemeinschaft Wasser von Bund und Ländern Alarm: In vielen Orten in ganz Deutschland sind unter anderem Pflanzenschutzmittel im Grundwasser nachgewiesen worden. Vor allem in Bayern habe es viele auffällige Proben gegeben, sagten die Grünen. Doch die Stadtwerke Augsburg geben Entwarnung: Das Wasser in Augsburg sei "naturbelassen einwandfrei". Warum?

Kann man das Leitungswasser in Augsburg ohne Bedenken trinken?

Generell: Ja. Die Stadtwerke werben sogar damit, „nur an wenigen Orten in Deutschland und Europa“ finde sich Trinkwasser in solch guter Qualität wie in Augsburg. Was auf jeden Fall stimmt: Die Analysen des Wassers, die regelmäßig gemacht werden, zeigen, dass alle Grenzwerte, die für Trinkwasser in Deutschland gelten, deutlich unterschritten werden. Ein Wert, auf den viele schauen, ist der Nitratgehalt. Nitrat gelangt durch die Düngung in der Landwirtschaft ins Wasser und ist zu einem zunehmenden Problem geworden. Der Nitratgehalt in Augsburg lag zuletzt bei 8,5 Milligramm je Liter, das ist weit unter dem Grenzwert von 50 Milligramm.

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Die Qualität des Trinkwassers kann aber durch alte oder billige Leitungen im Haus leiden. Wie kann man da auf Nummer sicher gehen?

Wer sich nicht sicher ist, ob die Leitungen in seinem Haus gut sind, lässt am besten das Wasser, das aus seinem Wasserhahn kommt, analysieren. Auch die Stadtwerke bieten das an. Wer den etwas teureren „Regenio“-Tarif der Stadtwerke nutzt, bei dem das Wasser mit Ökostrom gefördert wird, bekommt eine Wasseranalyse kostenlos. Ansonsten kostet eine Analyse bei den Stadtwerken 50 bis 60 Euro. Bei den Analysen in der Wohnung wird das Trinkwasser dann auch zusätzlich auf Rückstände von Blei untersucht. Das giftige Schwermetall kann über Rohre ins Wasser gelangen.

Ein Thema, das verstärkt diskutiert wird, sind Rückstande von Arzneimitteln und Mikroplastik, das vom Körper aufgenommen werden und schädlich sein kann. Ist das Augsburger Wasser davon betroffen?

Bislang zumindest sind Rückstände dieser Art kein Problem für das Augsburger Trinkwasser. „Wir untersuchen seit 15 Jahren nicht nur nach Arzneirückständen, sondern etwa auch nach hormonell wirkenden Substanzen“, sagt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg. „Bisher war nichts in unserem Grund- und damit Trinkwasser nachweisbar.“ Auch auf Mikroplastik lassen die Stadtwerke seit einigen Jahren das Wasser untersuchen. Bisher sei ebenfalls nichts nachweisbar, sagt Fergg.

Muss man damit rechnen, dass es künftig Probleme mit Rückständen, etwa von Arznei, gibt?

Die Stadtwerke sehen nach eigenen Angaben keine drohenden Probleme. Schwierigkeiten mit solchen Stoffen könne es eher dort geben, wo Oberflächenwasser – also aus Flüssen oder Seen – als Trinkwasser aufbereitet werden muss, so die Stadtwerke. Sprecher Jürgen Fergg sagt: „Unser Wasser ist ja naturbelassenes Grundwasser, das durch den Boden sehr gut von möglichen Schadstoffen gefiltert wird.“ Die Stadtwerke achten darauf, dass im weiten Einzugsbereich des Trinkwasserschutzgebietes keine schädlichen Stoffe in den Boden gelangen. Dazu arbeiten sie mit mit Landwirten zusammen. Sprecher Fergg sagt auch: „Wir untersuchen außerdem nach allen Stoffen, die irgendwie ins Trinkwasser gelangen könnten, auch wenn es dazu keine gesetzliche Vorgabe gibt.“

Kann es sein, dass das Trinkwasser manchmal etwas trüb ist – wegen des darin enthaltenen Kalks?

Nein, nach Angaben der Stadtwerke eigentlich nicht. „Eine Trübung des Grund- oder Trinkwassers ist uns nicht bekannt“, sagt Jürgen Fergg. Wenn, dann könne das durch die Hausinstallation auftreten, etwa durch verstopfte Siebe an den Wasserhähnen. Möglicherweise müsste dann auch ein Filter gewechselt werden. Warmwasser könne trüb erscheinen, kaltes Wasser aus dem Wasserhahn sollte ansonsten aber immer klar sein, heißt es bei den Stadtwerken.

Ist es sinnvoll, das Wasser noch einmal vor dem Trinken zu filtern?

Nach Ansicht der Stadtwerke ist das überflüssig. Jürgen Fergg sagt dazu: „Filter sind ja eigentlich dazu da, Schadstoffe aus dem Wasser zu filtern. Nachdem in unserem Trinkwasser keine Schadstoffe sind, wäre ein Filter also nicht nötig.“ Filter können sogar, wenn man sie nicht richtig handhabt, die Qualität des Wassers verschlechtern. Filter müssen regelmäßig ausgetauscht und die Gefäße gut gereinigt werden, weil sich sonst Keime bilden können.

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