1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Wie kann man Salafismus eindämmen?

Auftakt

03.03.2016

Wie kann man Salafismus eindämmen?

Der radikale Islam hat auch in der Region seine Anhänger. Behörden und zwei Vereine arbeiten daher eng zusammen. Bislang gab es zwei Beratungsfälle

Augsburg ist – wie 19 weitere Kommunen im Freistaat – Modellstadt für die Eindämmung salafistischer Umtriebe. Das bayerische „Netzwerk gegen Salafismus“, das Innen-, Justiz-, Sozial- und Kultusministerium im letzten Sommer beschlossen hatten, wird sich hier mit dem Jugendamt, der staatlichen Schulberatung, Polizei, Lehrern, Jugendzentren, Gefängnissen und Moscheevereinen kurzschließen und in Zukunft eng zusammenarbeiten.

In einer vierstündigen Auftaktveranstaltung im Abraxas stellte der Kriminalpräventive Rat der Stadt jene Institutionen vor, die für den Aufbau des bayerischen Netzwerks zentral sind: den Berliner Verein ufuq.de mit seiner seit Oktober bestehenden bayerischen Dépendance in Augsburg und das Violence Prevention Network e.V. (VPN).

Etwa 50 Interessierte, unter ihnen hochrangige Polizeibeamte, Staatsanwaltschaften, die Gefängnisleiterinnen von Gablingen und Niederschönenfeld, die Geschäftsführer von Drogenhilfe und Brücke e.V., Mitarbeiterinnen von Jugendämtern, des Stadtjugendrings sowie der Landkreise Dillingen und Augsburg saßen im Publikum. Ordnungsreferent Dirk Wurm und Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr (SPD) begrüßten die Gäste.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Christiane Nischler-Leibl, Leiterin der Stabsstelle Radikalisierungsprävention des Sozialministeriums, erklärte den Erfolg der dynamisch wachsenden salafistischen Jugendbewegung, die Orientierung und Zugehörigkeit zu einer exklusiven, elitären muslimischen Gemeinschaft verspricht.

Seit Sommer 2015 ist Korhan Erdön aus Kempten der neue Mann bei VPN. Mit ihm ist der in der Betreuung rechter und salafistischer Jugendlicher erfahrene Verein erstmals auch in Bayern präsent und wird ab April aller Voraussicht nach die neue zentrale Beratungsstelle des Innenministeriums mit seinen Fachleuten bestücken. Erdön wird angefordert, „wenn’s brennt“, wie er sagt. Im Gegensatz zu den Fachleuten von ufuq.de, deren Schulungen und Workshops eher der politischen Bildung zuzurechnen sind, interveniert Erdön bei gesicherter Radikalisierung, bei Syrienausreisern und -rückkehrern. Eine weitere Kollegin aus Augsburg ist bereits eingestellt, zwei zusätzliche werden noch gesucht. „Ich arbeite zur Zeit für zwei“, erklärt Erdön. 5000 Kilometer fährt er im Monat, um derzeit 14 junge Salafisten zu betreuen. Weitere warten. Aus Augsburg habe es eine Anfrage gegeben, tätig war er hier aber noch nicht.

Matthias von Sarnowski von ufuq.de wurde seit Projektbeginn in Augsburg von einer Schule und einer Flüchtlingsunterkunft um Beratung gebeten. Derzeit ist der Verein jedoch vorrangig wieder auf der Suche nach Personal. Die beiden Mitarbeiter in Augsburg wechselten jetzt nach nur fünf Monaten auf jeweils unbefristete Jobs.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20_WYS6816.tif
Natur

Plus Immer mehr Stadtbäume haben schwere Schäden

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket