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23.03.2010

Wie man Krisen meistern kann

Aktueller könne das Thema nicht sein, das Dr. Doris Märtin, Lehrbeauftragte für Berufliches Schreiben und Soft Skills an der Hochschule, in ihrem neuen Buch behandelt: "Wie Sie Krisen meistern und warum Scheitern kein Fehler ist."

"Ich hatte längst vor der Wirtschaftskrise damit angefangen", erzählt die Autorin. Scheitern sei für sie nicht erst der große Zusammenbruch, sondern eigentlich jede Niederlage, die an der Psyche nagt. "Manche empfinden es schon als furchtbar peinlich, auf einem Empfang eine wichtige Person nicht erkannt zu haben", sagt sie.

Schon im Kleinen könne man aber seine Krisenkompetenz schulen für den Fall, dass es wirklich einmal knüppeldick kommt. Und weil man sich in der Patsche nicht gern einen Rat von Anderen geben lässt, hat Doris Märtin 33 Comeback-Ideen für das Selbstcoaching entwickelt. Ihre wichtigsten Tipps lauten:

Krisen annehmen Menschen neigen dazu, Krisen zu bagatellisieren ("halb so wild") oder schönzureden ("gut, dass es so gekommen ist"). Das erspart den Schmerz, hindert aber daran, aus der Krise zu lernen. "Scheitern gehört zum Menschen", weiß Doris Märtin. Auch erfolgreiche Menschen laufen in Sackgassen. Sie erleben Scheitern sogar intensiver, weil ihre Erwartungen an die eigene Person höher ausfallen.

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Sich zusammennehmen Eine persönliche Krise sollte man nicht ungefiltert nach außen tragen. "Ein gewisses Maß an Coolness steht einem gut zu Gesicht", rät Doris Märtin. Ein guter Verlierer redet zwar darüber, dass er ein Problem hat. Aber er beansprucht seine Mitmenschen nicht über Gebühr mit seiner Krise. Bischöfin Margot Käßmann war in ihrer Krise gleich wieder gefasst, als sie souverän die Konsequenzen zog. "So kommt man aus der Opferrolle heraus", sagt die Autorin. Anstatt sich von Gefühlen übermannen zu lassen, sollte man Ursachen analysieren und neue Wege anschauen.

Verantwortung übernehmen Fehler, die gemacht wurden, muss man abstellen und sich dafür entschuldigen. Mit Ausreden ("das hätte doch jedem passieren können") gewinnt man nichts. "Wir sehen uns gern bestätigt in unserem Selbstbild und versuchen uns, darin zu stabilisieren. Aber auf diese Weise beharren wir auf dem Alten", erklärt Doris Märtin. Eine Krise zu bewältigen, heißt aber gerade, aus den Trümmern etwas Neues zu bauen.

Etwas unternehmen Was kann ich anders machen? Welches wird mein erster Schritt sein? Und was mein Zweiter? "Es erfordert eine relativ große Flexibilität, sich von einem Lieblingsziel zu verabschieden", weiß Doris Märtin. Aber wenn die Ehe in die Brüche ging oder die wissenschaftliche Karriere an der Uni an der fehlenden Stelle zerschellte, dann müssen Alternativen ins Spiel kommen. "Diese fühlen sich anfangs deutlich schlechter an als das Ziel, das man ursprünglich erreichen wollte", räumt Doris Märtin ein. "Sie bieten aber eine Perspektive und führen heraus aus der Endlosschleife der Selbstvorwürfe und des Grübelns."

Ressourcen werden aktiviert

Scheitern sei immer eine schwierige Phase im Leben, in der man Lebensfreude und Zuversicht verlieren kann. Doris Märtin fiel aber im Gespräch mit Menschen, die eine Krise durchgestanden haben, auf, welche Ressourcen in der Krise aktiviert werden. "Man macht dann Dinge, die man vorher möglichst vermieden hat, und darauf kann man stolz sein." Krisen zu meistern erfordert, dass man sich selbst erforscht und dann Mut und Kraft aufbringt, erste Schritte in eine andere Richtung zu tun.

Doris Märtin "Mich wirft so schnell nichts um. Wie Sie Krisen meistern und warum Scheitern kein Fehler ist", Campus Verlag, 238 Seiten, 17,90 Euro.

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