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Augsburg-Stadt

11.09.2015

Wie man einer der Allerbesten wird

Matthias Weigand glänzte in der Schule. Der 18-Jährige aus Kriegshaber hat jetzt ein renommiertes Stipendium bekommen.
Bild: Anne Wall

Matthias Weigand ist Sportler und Musiker und schaffte eine 1,0 im Abitur. Doch das war noch nicht genug für das Stipendium, das ihm nun viele Möglichkeiten eröffnet

Matthias Weigand ist begeisterter Leichtathlet. Besonders angetan haben es ihm die Langstrecken. Dafür braucht er viel Durchhaltevermögen, das dem Abiturienten und Gitarristen einer Indie-Rock-Band auch im Alltag zugutekommt und ihm dabei half, eines der renommierten Stipendien der Stiftung Maximilianeum zu bekommen. Damit kann der Kriegshaberer an der Ludwig-Maximilian-Universität studieren und erhält unter anderem kostenlos Unterkunft und Essen.

Nur sechs bis acht Plätze pro Jahr

„Als der Brief kam, war ich gerade auf Städtetour mit Freunden in Nizza. Meine Mutter hat mich angerufen. Ich habe dann erst mal gefragt, ob sie auch richtig gelesen hat“, sagt Weigand und schmunzelt. Schließlich nimmt das Maximilianeum jährlich nur sechs bis acht neue Teilnehmer auf. Um überhaupt infrage zu kommen, müssen Bewerber unter anderem eine 1,0 im Abitur haben. Dass der Absolvent des Maria-Theresia-Gymnasiums diese Voraussetzung wohl erfüllen kann, realisierte er erst drei Tage vor dem Anmeldeschluss. „Ich habe mir dann am Tag vor der Deutsch-Abi-Prüfung noch schnell alle nötigen Unterlagen in der Schule besorgt und weggeschickt“, erzählt der 18-Jährige.

Was ihn von anderen unterscheidet

Als Überflieger sieht sich Weigand nicht, der ab Oktober Volkswirtschaftslehre studiert. Es falle ihm sicher leichter, effizient zu lernen, als so manchem seiner Mitschüler. „Wenn ich etwas auswendig lernen muss, dauert das aber auch bei mir. Es ist nicht so, dass ich etwas einmal lese und dann drauf habe.“ Eines unterscheide ihn aber wohl von vielen seiner Mitschüler, sagt er. Er sei nie unvorbereitet in den Unterricht gegangen. Auf der Fahrt zum Gymnasium habe er sich die Mitschriften der vorherigen Stunde immer noch mal kurz angesehen. Während seine Mitschüler nach dem Abitur bereits ihre ausgiebigen Ferien vor dem Studium oder der Lehre genossen, zog es Matthias Weigand zurück ans Maria-Theresia-Gymnasium. Dort lieh er sich noch einmal einen Satz Bücher aus, um für die erste Hürde zum Maximilianeum zu lernen: die einstündige Max-Weber-Prüfung. Dort wurde ihm in fünf Abitur-Fächern noch einmal auf den Zahn gefühlt. In seinem Fall Deutsch, Mathe, Englisch, Latein und Geschichte. „Beim Abitur konnte man die Themen fürs Lernen eingrenzen, das ging bei der Prüfung nicht. Die Stimmung war aber glücklicherweise sehr locker und es kamen viele Interpretationsaufgaben dran, was mir liegt“, sagt Weigand.

Um was es geht, erfuhr er erst vor Ort

Noch kniffliger wurde es dann bei der Prüfung fürs Maximilianeum. Da kam noch ein weiteres Fach hinzu. Dass es sich dabei um Physik handelte, erfuhr er erst bei der Prüfung. „Ich bin da schon geschwommen. Meine Leistung war aus meiner Sicht insgesamt in Ordnung, aber ich hätte nicht gedacht, dass es reicht. Schließlich sind die Mitbewerber auch alle sehr gut.“

Auch ein Auslandsjahr wird bezahlt

Am Ende reichte es doch, und Weigand kann sich über eine umfangreiche Förderung freuen. Unterstützung bekommt er sowohl beim Bachelor- als auch beim Masterabschluss und auch das Auslandsjahr wird bezahlt. „Über Letzteres freue ich mich besonders. Schließlich hatte ich ohnehin überlegt, nach England zu gehen und dort zu studieren, sagt der ehemalige Schülersprecher für Schwaben. Ihn hätten lediglich die hohen Gebühren auf der Insel abgeschreckt. „Wenn das Studienfach dann doch das Falsche ist, ist viel Geld futsch.“

Nach dem Studium würde er am liebsten als Dozent und Wissenschaftler an der Universität bleiben. Weil es in Deutschland allerdings viel schwieriger ist, eine feste Stelle zu bekommen, könnte er sich auch vorstellen, nach England oder in die USA zu gehen.

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