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Kommentar

26.11.2018

Wie man sich den Ordnungsdienst wünscht

Der Ordnungsdienst der Stadt hat inzwischen 21 Mitarbeiter.
Bild: Annette Zoepf

Es ist eine Illusion, dass der städtische Ordnungsdienst es allen Recht machen kann.

Träumen wir kurz: Ein Ordnungsdienst muss streng sein. Aber nur bei den „bösen“ Buben. Sonst muss er vor allem freundlich sein. Er muss durchgreifen und zugleich locker sein. Klar im Auftreten und plaudernd im Ton. Er muss präsent sein, aber nicht durch Präsenz nerven. Ein Ordnungsdienst muss dort im Einsatz sein, wo es sich die Bürger wünschen, und nicht da, wo es nervt. Was aber, wenn sich die Bürger da nicht einig sind?

Es ist eine Illusion, dass der städtische Ordnungsdienst es allen Recht machen kann. Und viele Bürger sind froh, dass die Stadt dafür sorgt, dass der Müll nicht in Grünanlagen liegen bleibt, Autos langsam fahren und die Plätze nicht zu Schankstuben verkommen. Gerade hier – siehe Elias-Holl-Platz – wünschen sich viele noch mehr Einsatz. Das ist ebenso verständlich wie Kritik an den Kontrolleuren ( Ist der Augsburger Ordnungsdienst zu streng?).

Streng und freundlich zugleich

Sie müssen – so schwierig das ist – tatsächlich streng und freundlich zugleich sein. In den meisten Fällen stehen sie nämlich ihrem „Chef“ gegenüber – dem Bürger. Für einen „braven“ Augsburger ist es befremdlich, wenn ihm wegen einer Lappalie sechs, sieben Uniformierte entgegen treten. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind. Und muss jede Diskussion sofort bedeuten, dass man bezahlen muss? Ein Meinungsaustausch kann auch den Sinn und Zweck einer Kontrolle klar machen. Das kann man als Bürger von seinem Ordnungsdienst getrost erwarten. Aber es gilt auch: Wenn man mal wirklich etwas falsch gemacht hat, hilft nur: Strafe abnicken und künftig besser machen.

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27.11.2018

Ganz allgemein habe ich von unseren Exekutivorganen in der Bundesrepublik den Eindruck, dass sich diese seit Jahren zunehmend auf low hanging fruits konzentrieren. Also den gesetzestreuen Bürger, der versehentlich in der Feuerwehrzufahrt geparkt hat oder auch Bürger, die ihre Rundfunkgebühren nicht bezahlt haben. Da wird effizient dicht bedrucktes Recyclingpapier per Post an dem Bürger verschickt und am Ende auch die Beugehaft durchgezogen, für kleine Verstöße.

Aber ganz zufällig ist die Präsenz an bekannten Brennpunkten ziemlich rar gesät. Wenn es einen Brennpunkt gibt dann muss der Staat vor Ort sein, die föderalen Zuständigkeiten zwischen Bundespolizei, Landespolizei und kommunalem Ordnungsamt sind dem Bürger zurecht gleichgültig. Und unter den Augen von Vollzugsbeamten ist es dann eben auch wieder ruhig (fröhlich sein, miteinander quatschen usw. ist ja kein "Lärm").

Und das kann man, salopp gesagt, auch nicht mit irgendwelchen "Diskussionsprozessen" zwischen Stadt und Bürger wegdiskutieren.

Der Staat muss mehr Präsenz zeigen. Punkt, aus. Dabei kann er dann gerne schlichtend und aufklärend arbeiten und muss nicht ständig Bußgelder verteilen und Anzeigen aufnehmen, klar, ich will auch keinen Polizeistaat.

Aber, Leute, Augsburg hat inzwischen ca. 300.000 Einwohner und aus historischen Gründen eine gewachsene, kleine Innenstadt, in der sich der Großteil des Straßenlebens der ganzen Region abspielt, bis von Donauwörth her kommen die jungen Leute in ihrer Freizeit in die Innenstadt. Viele Menschen und egal wie klein der Prozentsatz an trouble makern ist, bei der Menschenmenge gibt's halt immer welche. Dieses winzige Areal zwischen Hauptbahnhof und City Galerie, im Vergleich mit München oder gar Berlin ist das winzig!, in dem das Straßenleben in Augsburg stattfindet, das muss sich einfach rund um die Uhr sichern lassen. Je nach Tageszeit mal mehr, mal weniger, aber hier sollten pausenlos Vollzugsbeamte zur Fuß unterwegs sein, präsent sein. Irgend ein "Bürgerdialog" kann das nicht ersetzen und auch keine Tätigkeit vortäuschen. Soweit meine Meinung.

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