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Corona-Krise in Augsburg

20.04.2020

Wie sich Friseure und Händler auf einen neuen Alltag vorbereiten

Matteo Leggio betreibt einen Friseursalon am Elias-Holl-Platz in Augsburg. Er hat zur Vorbereitung auf die Wiedereröffnung in der Corona-Krise tausende Schutzmasken besorgt.
Bild: Stefan Puchner

Plus Kleinere Geschäfte dürfen bald wieder öffnen. Ladeninhaber in Augsburg berichten, wie sie die vergangenen Wochen erlebt haben. Und was sie sich nun erhoffen.

Matteo Leggio hatte in den vergangenen Wochen viel zu tun. Zwar musste der Friseur seinen Laden am Elias-Holl-Platz wegen der Corona-Krise schließen, so wie jedes Friseurgeschäft schließen musste. Aber Leggio bereitete sich bereits auf die Zeit vor, in der er wieder öffnen darf. Er besorgte große Mengen Handschuhe, Desinfektionsmittel, Desinfektionstücher, Schutzmasken. Er telefonierte viel mit Kunden, vertröstete sie, erstellte eine lange Warteliste für eine ungewisse Zukunft. Nun ist ein neuer Alltag greifbar: Am 4. Mai sollen Friseure in Bayern wieder öffnen dürfen, das ist der Stand. Eine gute Nachricht, eigentlich. Aber komplett glücklich wirkt Matteo Leggio derzeit nicht. Er ist im Vorstand der Friseur- und Kosmetikinnung Augsburg und kennt die Situation der Branche in der Stadt gut. "Alle haben Probleme", sagt er. "Alle."

Friseurläden sind an Samstagnachmittagen eigentlich gut besuchte Orte mit einer sehr eigenwilligen Geräuschkulisse: Geplauder in einer Ecke, das Brummen eines Föns in der anderen, dazu der Sound von surrenden Rasierapparaten und schnippenden Scheren. Aber an diesem Nachmittag ist das Geschäft leer und still, es ist ein wenig seltsam. Leggio sagt, er wisse von zwei Läden, die Konkurs anmelden mussten. Viele Inhaber hätten noch keine finanzielle Hilfe vom Staat gesehen, er selbst auch nicht. Seine fünf Mitarbeiter hat er nicht in Kurzarbeit geschickt. Es seien langjährige Angestellte, sagt er, er wolle sie nicht bestrafen. Seit 30 Jahren hat Leggio einen eigenen Laden, er geht davon aus, dass er die Krise überstehen wird, trotz allem. Die genauen Bedingungen, unter denen er wieder aufmachen darf, kennt er noch nicht. Aber einen Kundenmangel erwartet er erst einmal nicht. "Die Leute wollen doch nun alle zum Friseur", sagt er.

 

Wie sich Friseure und Händler auf einen neuen Alltag vorbereiten

Corona-Krise in Augsburg: Friseure und Buchhändler dürfen wieder öffnen

Etwas früher als der Friseur darf Kurt Idrizovic sein Geschäft wieder öffnen, die "Buchhandlung am Obstmarkt" mit 40 Quadratmetern Verkaufsfläche, im Normallfall ein Ort vieler literarischer Veranstaltungen in Augsburg. Idrizovic sagt, es sei gut, nun wieder eine Perspektive zu haben, allzu gut geschlafen habe er zuletzt nicht. Nun sei die Stimmung besser. Es habe aber geholfen, dass viele Kunden während der vergangenen Wochen online Bücher bestellten oder auch einfach mal E-Mails schickten und anriefen, um Unterstützung zu signalisieren. "Das hat gut getan", sagt Idrizovic. Ebenso der Kontakt zu anderen Buchhändlern in der Stadt. "Wir haben uns Mut zugesprochen." Er habe nicht das Gefühl gehabt, in Augsburg vergessen zu werden. Aber seine Buchhandlung ziehe auch ein Publikum an, das über Bücher sprechen wolle, sagt Idrizovic. Das habe schon gefehlt.

Kurt Idrizovic von der Buchhandlung am Obstmarkt darf sein Geschäft ebenfalls wieder öffnen. Viele Kunden hätten sich in der Zeit der Schließung gemeldet, sagt er. Das habe gut getan.
Bild: Stefan Puchner

Derzeit dekoriert er den kleinen Laden noch ein wenig um, eine Woche ist noch Zeit. Veranstaltungen wie früher wird es in der Buchhandlung so schnell nicht mehr geben. Aber vielleicht ja ein gutes Frühjahrsgeschäft.

Coronavirus: Eine Botique in Augsburg stellt Schutzmasken her

Stefanie Demmer von der Mavie Boutique in Augsburg.
Bild: Stefan Puchner

Vorbereitungsarbeiten auf eine Wiedereröffnung unter neuen Bedingungen gibt es derzeit überall in der Stadt. Denn ab dem 27. April dürfen Läden mit einer Größe bis zu 800 Quadratmetern wieder Kunden empfangen. Die „MaVie-Boutique“ in der Altstadt verkauft unter anderem selbst genähte Kindermode, in den vergangenen Wochen aber stellte man auch ein anderes Produkt her, wie Inhaberin Stefanie Demmer erzählt: Schutzmasken. Diese biete man nun auch zum Verkauf an, sobald es wieder losgehe. Man werde allerdings zunächst verkürzte Öffnungszeiten haben, es werde immer nur ein Mitarbeiter vor Ort sein. Und ein bisschen, sagt Demmer, habe sie schon die Sorge im Nacken. Aber es müsse weitergehen.

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