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Augsburg

08.04.2016

Wie viele Bäume fallen für neue Wohnungen?

Der Bund Naturschutz kritisiert die Planungen für den Martini-Park im Textilviertel.
Bild: Marcus Merk (Symbol)

Der Bund Naturschutz kritisiert die Planungen für den Martini-Park im Textilviertel. Es gibt aber auch Zuspruch für das Bau-Vorhaben.

Auf dem Martini-Areal nahe der Schleifenstraße sollen 350 neue Wohnungen entstehen. Die Planungen dafür kritisiert allerdings der Bund Naturschutz. „Im Textilviertel gibt es sehr wenig Grünflächen. Werden die jetzigen Pläne umgesetzt, müssen mindestens 58 Bäume gefällt werden, die unter die Baumschutzverordnung fallen, wahrscheinlich eher mehr“, sagt Ann Shaw, Vorsitzende der Ortsgruppe Augsburg. Wegen der vorgesehenen Tiefgarage würden es wohl eher mehr Bäume.

Weichen müsste nach den Plänen neben den Tennishallen auch das Gärtnerhaus. Das ließe sich durch eine dichtere Bebauung ebenso wie viele Bäume retten, argumentieren die Naturschützer. Geht es nach ihnen, werden statt fünf nur drei Gebäude errichtet, die dafür aber eine höhere Geschosszahl haben. Die Pläne liegen derzeit im Stadtplanungsamt aus. Bis heute können noch Anmerkungen bei der Behörde eingereicht werden, wozu der Bund Naturschutz auch aufruft.

Geschosszahl ist ausgereizt

Die Umweltschützer trafen sich kürzlich auch mit Stadträten der SPD, um über das Thema zu reden. Die Partei signalisierte, dass sie die Baumfällungen noch einmal hinterfragen werde. „Letztlich werden alle Anmerkungen zu dem Bauplan bewertet und dann gegeneinander abgewogen. Es ist klar, dass Bäume fallen müssen, trotzdem sind wir von dem Konzept überzeugt“, sagt Stadträtin Gabriele Thoma. Sie lebt im Textilviertel und ist umweltpolitische Sprecherin der Augsburger Sozialdemokraten. Sie ist auch der Ansicht, dass das Gärtnerhaus so marode ist, dass es sich nicht mehr retten lässt. Und bei der Höhe der Geschosszahl sei der Spielraum auch ausgereizt, erklärt sie.

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Für das ca. 7,7 Hektar große Plangebiet zwischen dem Martini-Gewerbepark und der Nagahama-Allee war früher die Entwicklung eines Dienstleistungs-Gewerbegebiets vorgesehen. Nun besteht aber kein Bedarf an diesen zusätzlichen Gewerbeflächen mehr. Deswegen erfolgte die Umplanung für Wohnnutzung. Vorgesehen sind neben Miet- auch Sozialwohnungen. Thoma sieht darin ein gutes Gegengewicht zu den hochpreisigen Wohneinheiten auf dem AKS-Gelände.

Anfängliche Skepsis ist gewichen

„Auch wenn jetzt Bäume fallen, bleibt eine sehr ansprechende Außengestaltung mit Boulevardcharakter, Kanälen und Bepflanzung erhalten“, so Thoma. Sie sei anfangs „auch skeptisch“ gewesen, habe sich aber in den vergangenen gut zwei Jahren ebenso wie die Bürgeraktion Textilviertel intensiv mit dem Vorhaben beschäftigt und es für „sehr gut“ befunden. Wichtig ist auch ihrer Sicht nach die Öffnung des Parks, sodass es eine Verbindung zwischen Textilmuseum und Glaspalast gibt. Thoma hat einen Ortstermin zwischen den Verantwortlichen beim Martini-Park und einer Vertreterin des Bund Naturschutzes vermittelt, damit beide Seiten direkt miteinander reden können.

Die Stadt verweist darauf, dass noch bis heute Einwände möglich sind, die dann abgewogen würden. Dann müsse der Stadtrat entscheiden.

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