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Augsburg

18.10.2020

Wie zwei Lehrerinnen sich in der Corona-Krise den Traum vom Garten erfüllt haben

Stolze Gartenbesitzerinnen: Die Augsburger Lehrerinnen Jana Hecht (links) und Christina Rommel.
2 Bilder
Stolze Gartenbesitzerinnen: Die Augsburger Lehrerinnen Jana Hecht (links) und Christina Rommel.
Bild: Ida König

Plus Zwei Augsburger Freundinnen wünschten sich schon lange einen Garten. Seit dem Corona-Lockdown verwandelten sie einen verwilderten Fleck in ein kleines Paradies.

Es ist bereits Mitte Oktober, ohne Jacke und Mütze wird es draußen ungemütlich - und doch ernten Jana Hecht und Christina Rommel in ihrem Garten noch Tomaten, späte Himbeeren und Kürbis. "Wir haben einfach wild ausprobiert und sind total glücklich, dass so viel funktioniert hat", erzählt Rommel und strahlt. Kein Wunder, dass die beiden jungen Frauen so stolz auf ihren Garten sind - denn da, wo jetzt Obst und Gemüse wächst, wo eine große Hängematte samt Gestell steht und wo sich eine Kräuterschnecke entlang schlängelt, war bis März vor allem eines: Chaos.

Die erste Kürbisernte im Garten der beiden Freundinnen.
Bild: Ida König

Augsburger Lehrerinnen legen in Corona-Krise kompletten Garten an

Das Grundstück im Augsburger Stadtteil Oberhausen, hinter dem sich der Garten befindet, gehört Hechts Vater. Er hatte es noch im Rohbau vom Vorbesitzer gekauft und das Haus zu einem Tonstudio ausgebaut. Auf der Grünfläche lagen Dachziegel, ausrangierte Plastikwannen, jede Menge Bauschutt und alte Bierflaschen - eben alles, was Arbeiter auf der Baustelle zurückgelassen hatten. Außerdem hatte sich die Natur den Platz zurückerobert, erzählen die beiden 27-Jährigen. "Am Anfang unserer Garten-Aktion haben wir eine Woche lang nur gerodet", sagt Hecht.

So sieht der Garten in Oberhausen heute aus.
Bild: Ida König

Den Traum vom eigenen Garten hatten die beiden Frauen schon länger. Beide wohnen mit ihren Partnern in der Augsburger Innenstadt in kleinen Wohnungen, sehnten sich aber nach einem grünen Fleckchen. Dam kam der verwilderte Garten hinter dem Tonstudio von Hechts Vater gerade recht - und, so seltsam das klingen mag, die Corona-Krise.

Denn als Mitte März die Schulen geschlossen wurden, entschieden sie sich dazu, das Garten-Projekt in die Tat umzusetzen. Als es die Corona-Regeln noch erlaubten, räumten sie das Grundstück auf, befreiten es vom Wildwuchs und sortierten den Unrat aus. Alles, was sie noch verwenden konnten, integrierten sie in den Garten. Eine große Investition sei aber nötig gewesen: Hechts Vater spendierte dem Garten 14 Tonnen Erde. Viel bekamen die beiden Frauen allerdings geschenkt, wie etwa Setzlinge, oder kauften günstig im Sozialkaufhaus ein.

Der Garten in Oberhausen hat sich zu einem Gemeinschaftsprojekt entwickelt

Für die beiden Frauen ist der Garten Ausgleich zum lauten, hektischen Schulalltag und Gemeinschaftsprojekt in einem. "Wir haben sogar eine Gartengruppe", erzählen sie. Sowohl ihre Partnern, als auch von ihre Familien und einige Musikern aus dem Tonstudio helfen immer wieder im Garten mit - wie etwa beim zweimal täglichen Gießen im Sommer. Das hat sich gelohnt: Die erste Obst- und Gemüseernte war so erfolgreich, dass beide nun gläserweise Tomatensuppe und Beerenmarmelade in ihren Vorratsschränken haben. Und das Tonstudio nahm das Projekt offiziell in seinen Namen auf - es heißt jetzt Frequenzgarten.

Auch das Tonstudio ist im Garten sichtbar.
Bild: Ida König

Jetzt im Herbst planen die beiden Frauen bereits für das nächste Jahr. Nächstes Jahr wollen sie beim Pflanzen strukturierter vorgehen - und sich um den Eingangsbereich zum Garten kümmern, der noch im Originalzustand ist. Die Arbeit geht eben nie aus.

Jana Hecht und Christina Rommel gehören zu den Gewinnern unseres Garten-Votings. In unserer Bildergalerie können Sie alle Projekte noch einmal ansehen.

Im Corona-Sommer haben viele Menschen ihren Garten oder Balkon aufgehübscht. Welches Projekt gefällt Ihnen am besten? Drei Gewinner können sich über einen Garten-Gutschein freuen.

Im Corona-Sommer haben viele Menschen ihren Garten oder Balkon aufgehübscht. Welches Projekt gefällt Ihnen am besten?
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Diese Corona-Projekte sind in der Region entstanden
Bild: Leserfotos / privat
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