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08.07.2010

"Wir haben alles, man weiß es nur nicht"

Größte Bedeutung für den Stadtteil Hochzoll hat der Zwölf-Apostel-Platz laut einer Expertenbefragung. Foto: Quarg
Bild: Quarg

Hochzoll Als "stabil" mit "qualitativ hochwertiger Infrastruktur" gilt Hochzoll. Das zumindest ist die Erkenntnis vom Verein "Urbanes Wohnen", der sich intensiv mit einem Entwicklungskonzept für den Stadtteil beschäftigt. Und die Bürger helfen entsprechend mit. So legte Dr. Sabine Hafner ihrer Einschätzung der sozialen Infrastruktur 1800 von Bürgern beantwortete Fragebögen zugrunde. Das Ergebnis sei damit durchaus "repräsentativ".

Der Handlungsbedarf hat aus Sicht der Experten zwei Schwerpunkte. Laut Hafner heißt das zum einen, man müsse sich in Hochzoll auf eine alternde Gesellschaft einstellen und entsprechend Vorsorge treffen; zum anderen fehlt es aber auch an Aufenthaltsplätzen für die Jugend. Vor allem im Norden des Stadtteils fehle eine Einrichtung, wie sie der Süden mit dem Jugendhaus Lehmbau hat.

Wie die Antworten auf den Fragebögen zeigten, werden laut Sabinge Hafner die kirchlichen Einrichtungen gerade von den Älteren gerne genutzt. Und auch die Akzeptanz des Bürgertreffs Holzerbau spiegle sich in den Antworten der Befragten wieder.

Fazit: Die Bewohner Hochzolls identifizieren sich mit ihrem Stadtteil. Doch trotz eines dichten Netzes an Einrichtungen und rund 100 Vereinen, gebe es Defizite. So sagen viele: "Wir haben zwar alles, man weiß es nur nicht." Dies unterstreicht den Ruf vieler, nach einer Koordinierungsstelle, die das Hochzoller Angebot entsprechend publik macht.

"Wir haben alles, man weiß es nur nicht"

Aber es gibt auch Mankos: Eines davon ist die fehlende Mitte, die den Stadtteil nicht als Mitte erlebbar macht. Ein Wehrmutstropfen sei auch die Konzentration von Hartz-IV-Empfängern und Arbeitslosen im Norden, bei einer ansonsten ausgewogenen Bevölkerungsstruktur. Und währen der Migrationshintergrund niedriger mit durchschnittlich zwölf Prozent niedriger ist als Augsburg (16 Prozent), macht Dr. Sabine Hafner einen hohen Anteil Älterer aus.

Die Veranstaltung, moderiert von Jan Weber Ebnet, rief auch diesmal viele interessierte Besucher auf den Plan. Das Entwicklungskonzept, mit dem Hochzoll in das Städtebauförderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren aufgenommen werden soll, liegt bis 6. August im Stadtplanungsamt (dritter Stock) am Rathausplatz 1 öffentlich aus. Die aktive Mitarbeit der Bürger setzt sich hier fort.

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