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Augsburg

21.11.2016

Wird das 4. Fürstenzimmer rekonstruiert?

Der Erlös aus dem Verkauf dieser Silbertaler soll in die Wiederherstellung des vierten Fürstenzimmers fließen. Der Förderverein des Goldenen Saals will bis zu 750000 Euro zu dem Vorhaben beisteuern.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Förderverein des Goldenen Saals sammelt ab Dezember Spendengelder, um Augsburgs "gute Stube" wieder glänzen zu lassen. Welche Aktivitäten geplant sind.

Die Augsburger Bombennacht im Februar 1944 war sein Ende: Wie so viele Gebäude in der Stadt wurde auch das historische Rathaus durch Bombeneinschläge zerstört. Vom Prunk des Goldenen Saals blieb nur ein Haufen Schutt.

Heute, über 70 Jahre später, glänzt der Bau wieder. Zu verdanken ist dies dem ehrenamtlichen Engagement vieler Bürger, die sich im „Goldenen-Saal-Verein“ zusammengeschlossen haben. 1,6 Millionen Euro haben die Mitglieder bisher gesammelt, um Augsburgs „gute Stube“ und die angrenzenden Fürstenzimmer zu rekonstruieren. Nun wollen sie sich an die letzte große Aufgabe machen: das südöstliche Fürstenzimmer.

2,78 Millionen Euro wird es voraussichtlich kosten, die Wandvertäfelung, den Boden, die Bilder und den Kachelofen zu rekonstruieren. „Der Verein will bis zu 750000 Euro beisteuern“, sagt Konrad Rebholz, Vorsitzender des Goldenen-Saal-Vereins. Einspielen soll dieses Geld unter anderem der Verkauf einer silbernen Medaille, auf deren Vorderseite das Konterfei von Baumeister Elias Holl zu sehen ist und dessen Rückseite eine Ansicht des Rathauses ziert. 1998 wurde die Medaille von Bildhauer Friedrich Brenner gestaltet. „Wir haben sie nun neu aufgelegt“, sagt Rebholz.

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30 Stück gibt es momentan, bei Bedarf können neue Medaillen geprägt werden. Ab 1. Dezember sind die Silbertaler offiziell beim Goldenen-Saal-Verein zu haben; das Stück kostet 150 Euro. Rebholz und seine Vereinskollegen setzen außerdem auf private Spender und auf verschiedene Benefizaktionen. Auch die Stadt werde ihren Beitrag leisten müssen und Fördergelder beantragen.

Rebholz hofft beim Projekt auf die Unterstützung von Experten: „Viele der Handwerker, die an der Rekonstruktion des Goldenen Saales mitgewirkt haben, leben noch und haben bereits ihr Interesse bekundet, wieder mitzuarbeiten.“ Die Entscheidung, an wen die Aufträge gehen und wann tatsächlich der Startschuss fällt, wird aber die Stadt zu treffen haben.

Mit dem südöstlichen Fürstenzimmer wird der Goldene-Saal-Verein das dritte und auch letzte Zimmer im historischen Rathaus restaurieren lassen. Das vierte Fürstenzimmer soll als Wirtschaftsraum genutzt werden: Dort stehen Kühlschränke für Veranstaltungen im Rathaus, bei denen Speisen und Getränke serviert werden. Der Raum soll außerdem als Stuhllager genutzt werden. Dass der Verein sich selbst erübrigt, wenn das dritte Fürstenzimmer erst fertig ist, glaubt Rebholz dennoch nicht: „Es gibt ja auch im Goldenen Saal und in den anderen Fürstenzimmern immer wieder etwas zu tun.“

2023 soll das dritte Fürstenzimmer fertig sein. In diesem Jahr wäre der ehemalige Stadtbaumeister Elias Holl 450 Jahre alt geworden.

Die silberne Elias-Holl-Medaille gibt es ab 1. Dezember für 150 Euro beim Goldenen-Saal-Verein, Telefon 0821/7489320, E-Mail info@goldenersaalverein.de. Der Verkaufserlös fließt komplett in die Rekonstruktion des dritten Fürstenzimmers im Rathaus. Unter den Kontaktdaten des Vereins kann sich auch melden, wer Mitglied werden möchte. Der Jahresbeitrag liegt bei 20 Euro.

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